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Bombenalarm

Flieberbombe legte Graz lahm

Fliegerbombenalarm beim Grazer Bahnhof: Erst beim zweiten Versuch gelang es, die 250 Kilo schwere Bombe zu sprengen. In der Nacht zu Samstag hat sich die Situation rund um den Eggenbergergürtel langsam entspannt - im Zugverkehr gibt es keine Behinderungen mehr.

 

10:20 Bei der Polizeiinspektion am Hauptbahnhof sind alle Scheiben ganz geblieben, erklärt die diensthabende Beamtin Kerstin Weber. Der Polizeieinsatz am Freitag ist "ohne gröbere Zwischenfälle" über die Bühne gegangen, weiß Weber - ihre Kollegen, die bei der Evakuierung dabei waren, werden ab 14:00 wieder im Einsatz sein und neue Informationen parat haben.

10:00 Im Hotel Daniel ist man noch mit Aufräumarbeiten beschäftigt. Zahlreiche Fensterscheiben sind einer Druckwelle, die bei der Detonation entstanden ist, zum Opfer gefallen. Ob der Nähe zum Sprengungsort dürften hier größere Schäden entstanden sein. Genauere Angaben können derzeit dazu aber noch nicht gemacht werden: Die Rezeptionsmitarbeiter sind im Stress, die Leitung soll ab Mittag erste Auskünfte geben.

09:30 Die Sprengung der Bombe am Freitagabend war in ganz Graz zu hören. Damit wurde das Geschoss zwar entschärft, doch in der Umgebung entstanden beträchtliche Sachschäden - viele Fensterscheiben sind zerbrochen. Trümmer flogen bis zu 1000 m weit: sogar am Lendplatz wurde noch ein Stück gefunden.

09:00 Ein erstes Resümee zur Vorgangsweise von Einsatzleiter Wolfgang Hübel: Das Kriegsrelikt verfügte über einen Langzeitzünder und macht es besonders gefährlich. Darum musste die Bombe direkt vor Ort gesprengt werden. Dazu boten sich zwei Möglichkeiten an: Die Bombe mit einer Längsschneideladung aufsprengen, das hätte sie sofort unschädlich gemacht. Diese Variante scheiterte, da der Mantel der Bombe zu stark war; so brachte der Entminungsdienst das Geschoss insgesamt zur Detonation.

08:20 Die Situation rund um den Grazer Hauptbahnhof hat sich in der Nacht langsam entspannt. "Der Zugverkehr läuft wieder normal. Mit Verzögerungen ist in Zusammenhang mit der Bombe nicht mehr zu rechnen", weiß Peter Schweiger, Servicemitarbeiter der ÖBB. Auch der Schienenersatzverkehr wurde bereits eingestellt.

23:00 Das Verkehrschaos rund um den Grazer Hauptbahnhof hat sich weitgehendst aufgelöst. Die Bewohner konnten in ihre Wohnungen zurückkehren. Die durch die Druckwelle verursachten Glasschäden werden aufgeräumt. Einsatzleiter Wolfgang Hübel zeigte sich zufrieden mit dem Einsatzverlauf: Es sei wichtig und gut gewesen, das Gelände so weitläufig abzusperren, da die Vollsprengung doch Risiken berge.

22:00 Die Einsatzkräfte geben Entwarnung - die Sprengung des Kriegsrelikts hat funktioniert. Die Sperrzone zwischen 1000 und 200 Metern wurde inzwischen aufgehoben. Nur in der Kernzone ist die Sperre noch aufrecht. Laut Einsatzleiter gingen einige Fensterscheiben durch die Detonation zu Bruch. Die Polizei sondiert noch die Kernzone auf etwaige Gefahren hin. Gegen 22:30 soll auch diese Beschränkung aufgehoben werden.

Entwarnung konnte auch wegen eines weiteren Bombenfunds auf einem Acker im südsteirischen Gralla gegeben werden: Bei dem Kriegsrelikt handelte es sich um eine Übungsbombe aus Beton.

21:50 Das Kriegsrelikt konnte mittels "Vollsprengung" unschädlich gemacht werden. Die Detonation war im ganzen Stadtgebiet zu hören - weißer Rauch war zu sehen. Wie Einsatzleiter Wolfgang Hübel sagte, sei ersten Informationen nach niemand verletzt worden. Über Schäden an Gebäuden sei noch nichts bekannt. Offizielle Entwarnung wurde noch nicht gegeben.

21:45 Die zweite Sprengung hat augenscheinlich geklappt. Sprengstoff-Experten klettern in den Krater hinunter um die Lage abschätzen zu können und um sicherzugehen, dass sich keine weiteren Bomben in der unmittelbaren Nähe befinden.

21:35 Die erste Sprengung hat nicht geklappt. Einsatzleiter Wolfgang Hübel: "Es hat nicht funktioniert - wir müssen nochmal sprengen."

21:28 Die Fliegerbombe wurde gesprengt. Es gibt allerdings noch keine offizielle Entwarnung. Die Polizisten sollen weiterhin in Deckung bleiben.

21:15 Die Polizisten werden aus dem Gefahrenbereich abgezogen. Die Umgebung um den Grazer Hauptbahnhof wurde in drei Gefahrenzonen aufgeteilt. Im Umkreis von 200 Metern wurden sämtliche Häuser geräumt, darunter auch zwei Altersheime. Im Umkreis von 200 bis 500 Metern mussten sich alle in die Räume begeben, die der Sprengung abgewandt sind. Und zwischen 500 bis 1000 Meter mussten sie in den Häusern bleiben.

21:00 Die Evakuierung ist laut Angaben der Einsatzkräfte abgeschlossen - der Bombeneinsatz geht in die letzte Phase. Die Sprengung soll nun so zügig wie möglich vorgenommen werden - es gilt zu verhindern, dass die evakuierten Bewohner vorzeitig in ihre Wohnungen zurückkehren.

20.40 Uhr: Die Lage rund um das abgesperrte Areal sieht folgendermaßen aus: Die Schaulustigen sind merkbar weniger geworden, die Präsenz von Sicherheitskräften dominiert das Bild. Sicherheit hat nach wie Vorrang, deshalb ist der Sprengtermin mit frühestens um 22 Uhr angesetzt worden.

20.22 Uhr: Nochmalige Erinnerung mittels Lautsprecherdurchsagen an die Anrainer durch die Polizei: "Bitte Fenster in den Wohnungen offen halten". Eine Vorsorgemaßnahme für eine mögliche schwere Detonation inklusive Druckwelle. Eine Detonation, die aber nicht vor 22 Uhr zu erwarten ist.

20.15 Uhr: Die Auswirkungen des Bombenfunds bekommen Pendler auch außerhalb von Graz zu spüren: Durch die Sperre des Bahnhofs und den Abzug des Personals kam der gesamte Bahnverkehr zwischen Bruck/Mur und Spielfeld zum Erliegen. Tausende Fahrgäste mussten lange Wartezeiten in Kauf nehmen, weil auch der kurzfristig improvisierte Schienenersatzverkehr nur bedingt Abhilfe schaffte - viele Fahrgäste sind gestrandet.

20.10 Uhr: Der zunächst verlautbarte Sprengtermin - zunächst mit 20.30 Uhr angegeben - hält nun doch nicht: Wie die Einsatzkräfte erklären, kann nicht vor 22 Uhr mit der kontrollierten Sprengung begonnen werden. Mittlerweile hat sich auch die Anzahl jener Anrainer, die außerhalb der Sperrzone auf der Straße gewartet und auf eine baldige Rückkehr in ihre Wohnungen gehofft haben, stark reduziert. Was derzeit im Bahnhofsgebiet zu sehen ist, ist ein Großaufgebot an Rettungs- und Polizeikräften.

Gerlinde S, Bewohnerin der Schmölzergasse zur Evakuierung

Wie haben Sie die Evakuierung erlebt?
Ich bin um etwa 17:00 Uhr nach Hause gekommen. Die Polizei hat die Straßen mit Plastikbändern und Einsatzwagen abgesperrt. Überall waren Leute auf der Straße, hinter den Absperrungen war aber kein Mensch mehr. Ich habe mich zunächst nicht ausgekannt und bei einem Beamten nachgefragt. Der hat mir erklärt, dass wegen einer alten Bombe die ganze Umgebung evakuiert wird. Das war schon unheimlich, wie im Film.

Wie haben die Anrainer die Nachricht aufgenommen?
Alle waren sehr diszipliniert. Aber die Beunruhigung war schon spürbar. Ich durfte zunächst noch in meine Wohnung, um ein paar Sachen zu packen. Plötzlich läuteten die Beamten Sturm und wir mussten auf einmal schnell aus den Häusern. Ich konnte nicht einmal meine Katze mitnehmen.

Was machen Sie jetzt, wo werden Sie schlafen?
Ich habe zum Glück eine Schwester, die in Andritz wohnt. Dort komme ich notfalls unter, aber ich hoffe schon, dass ich bald wieder zurück in die Wohnung kann. Was die Menschen machen, die keine Freunde oder Verwandten in der Nähe haben, weiß ich nicht.

19.40 Uhr: Sicherheit geht vor: Wie soeben bekannt wurde, ist die Sperrzone bis zur Idlhofgasse ausgeweitet worden.

19.23 Uhr: Die Fachleute des Entschärfungsdienstes hatten in den Abendstunden eine Hohlladung samt Zündkabel und Zündbox an dem Kriegsrelikt angebracht. Sobald die Evakuierung abgeschlossen war, sollte eine lokale Sprengung erfolgen. Diese sollte gegen 20.30 Uhr erfolgen können, erklärte Einsatzleiter Wolfgang Hübel. Im günstigen Fall würde die Bombe aufgesprengt und eventuell ausbrennen, so Hübel. Im schlechtesten Fall könnte die 250-Kilo-Bombe explodieren, durch die Detonation müssten Schäden an den umgebenden Gebäuden befürchtet werden.

19.21 Uhr: Nach der Räumung des Bahnhofes, von Wohnungen und Hotels in der näheren Umgebung wurden Bewohner in weiterem Umkreis via Rundfunk und Lautsprecherwagen aufgefordert, in den Räumen zu bleiben und die Fenster geschlossen zu halten. Im Hirtenkloster wurde eine Betreuungsstation für die Evakuierten, insbesondere ältere und bettlägerige Personen, eingerichtet. Laut Behördenleitung waren 100 Kräfte der Polizei, 70 des Roten-Kreuzes und 30 der Berufsfeuerwehr im Einsatz.

19.15 Uhr: Durch die Sperre des Bahnhofs und den Abzug des Personals kam der gesamte Bahnverkehr zwischen Bruck/Mur und Spielfeld zum Erliegen. Tausende Fahrgäste mussten lange Wartezeiten in Kauf nehmen, weil auch der kurzfristig improvisierte Schienenersatzverkehr nur bedingt Abhilfe schaffte. Auch im innerstädtischen öffentlichen Verkehr kam es durch die Straßensperren zu Problemen.

19.10 Uhr: Hunderte Anrainer sind bereits erfolgreich evakuiert worden. Eine dringend notwendige Maßnahme, wie die Einatzkräfte betonen, denn sollte es zu einer Detonation kommen, könnten Bomben- und Erdteile mehrere hundert Meter weit fliegen. Größte Herausfoprderung für die Spezialisten: Man muss die Bombe so sprengen, dass nur der Zünder und nicht die ganze Bombe explodiert. Sollte dies gelingen, kann Entwarnung gegeben werden. Wenn nicht, sind Beschädigungen an Gebäuden im Umkreis von 500 Metern möglich.

18.55 Uhr: Laut Einsatzkräften sind die Vorarbeiten der Entminungsspezialisten für die Sprengung nach Plan verlaufen und beendet. Die Polizei kommt beim Räumen der Wohnungen gut voran.

18.34 Uhr: Mindestens eineinhalb Stunden wird es noch dauern, bis die Bombe, die am Vorplatz des Grazer Hauptbahnhofes gefunden worden ist, kontrolliert gesprengt werden kann. Die Evakuierungen der Wohnungen sollen bis dorthin abgeschlossen sein.

18.05 Uhr: Bomben mit Langzeitzünder wurden im Krieg unter die konventionellen Sprengbomben gemischt und abgeworfen, um ein bombardiertes Gelände einige Tage nachhaltig gefährlich zu halten. Da diese Sprengkörper jederzeit hochgehen konnten, wurden die Lösch-, Berge- und Aufräumungsarbeiten oft tagelang behindert bzw. waren für die Einsatzkräfte lebensgefährlich. Für die Einsatzkräfte damals wie heute ist nicht erkennbar, ob der Schlagbolzen noch gehalten wird oder schon ausgelöst wurde, der Sprengstoff aber nicht detonierte. Eine Bergung ist zumeist unmöglich, da jede Erschütterung den Schlagbolzen auslösen kann - der thermoplastische Kunststoff ist durch die lange Zeitdauer seit Kriegsende zumeist in schlechtem Zustand. Die einzige Lösung ist eine Sprengung am Fundort mit weitreichenden Evakuierungsmaßnahmen.

17.22 Uhr: Die Spezialisten trafen kurz nach 17 Uhr mit zehn Fahrzeugen in Graz ein. Mit der gezielten Sprengung muss aber noch zugewartet werden bis sichergestellt ist, dass sich in der Evakuierungszone keine Personen mehr in ihren Wohnungen aufhalten.

17.00 Uhr: Beträchtlich waren die Auswirkungen im Straßenverkehr: U.a. musste der Bahnhofs- und Eggenbergergürtel gesperrt werden, was großräumige Umleitungen notwendig machte. Da gleichzeitig auch Straßen in der Innenstadt wegen einer Demonstration gesperrt waren, drohte der Verkehr am Freitagnachmittag zu kollabieren.

16.25 Uhr: Nach dem Fund einer Fliegerbombe bei Bauarbeiten am Grazer Hauptbahnhof ist am Freitagnachmittag der Grazer Hauptbahnhof evakuiert worden. Die Straßen wurden großräumig abgesperrt. Wie es vom Katastrophenschutzreferat der Stadt hieß, sei das Kriegsrelikt nicht zu entschärfen, weshalb man eine Sprengung an Ort und Stelle durchführen müsse. Dafür wurden Spezialisten des Entschärfungsdienstes angefordert.

Der Bombenfund

Bei den Grabungsarbeiten rund um den Grazer Hauptbahnhof ist Freitagnachmittag nahe des Hotels Daniel eine Fliegerbombe, die aus dem Zweiten Weltkrieg stammen dürfte, gefunden worden. Die Folgen waren für Anrainer, Autofahrer und Benutzer der Öffis sofort spürbar: Das Areal wurde im Umkreis von 500 Metern evakuiert und innerhalb eines Kilometers gesperrt.

Aktuelle Verkehrsinfos

Großräumige Sperre rund um den Bahnhof - eine Fliegerbombe muss entschärft werden - betroffen sind der Bahnhofgürtel bis zum Europaplatz, die Eggenberger Straße und Annenstraße sowie der Bereich zw. Niesenberggasse und Keplerstraße, Eggenberger Gürtel bis zum Gürtelturmplatz. Am besten Sie weichen großräumig über die A 9 und den Plabutschtunnel aus. Zwischen Bruck und Spielfeld ist von der ÖBB ein Schienenersatzverkehr eingerichtet worden - bitte planen Sie aber trotzdem erheblichen Zeitverlust ein!

Genaue Infos zu den Straßensperren finden Sie auf www.antenne.at .

Das gegenüberliegende Bauamt, Hotels und Wohnungen wurden evakuiert, der Verkehr großräumig umgeleitet. Schließlich wurde auch der Bahnhof evakuiert - die ÖBB musste den Zugsverkehr einstellen, der Bahnhof musste inklusive des Personals geräumt werden. Die Züge wurden in Bahnhöfen rund um Graz angehalten. Es wurde versucht, einen Schienenersatzverkehr einzurichten. Umfangreiche Staus - nicht zuletzt auch wegen einer gleichzeitig stattfindenen Demo in der Innenstadt - waren die unmittelbare Folge des Bombenfunds.

Fliegerbombe

Bei der Fliegerbombe handelt es sich um eine 250 Kilogramm schwere und scharfe Bombe, die nicht entschärft werden kann. Sie hat einen speziellen Langzeitzünder. Deshalb ist es notwendig, dass der Zünder mit einem Sprengsatz durch Entschärfungsspezialisten unschädlich gemacht wird. Die Spezialisten trafen kurz nach 17 Uhr mit zehn Fahrzeugen in Graz ein. Mit der gezielten Sprengung muss aber noch zugewartet werden bis sichergestellt ist, dass sich in der Evakuierungszone keine Personen mehr in ihren Wohnungen aufhalten.

Der Explosivkörper war beim Aufschlagen nicht detoniert, könnte deshalb also noch scharf sein. Drei Spezialisten des Entschärfungsdienstes waren bereits am Nachmittag mit ersten Sprengvorbereitungen beschäftigt. Rund 100 Einsatzkräfte der Polizei waren mit Unterstützung von Feuerwehr- und Rettungsleuten mit den Sperr- und Sicherungsmaßnahmen beschäftigt.

Unmittelbar nach dem Bombenfund in Graz wurde übrigens in Gralla (Bezirk Leibnitz) Alarm geschlagen: Ein Bauer war auf seinem Acker auf eine 200-Kilo-Bombe gestoßen.

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