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Steirerin des Tages

Eva Argentina: Vernarrt in Argentinien

Die ganze Welt ist himmelblau-weiß, und quasi ist ein Bordell mitschuld: Sängerin Eva Argentina vulgo Eva Schilder präsentiert ihre neue CD.

© KK
 

Österreich und Argentinien? Da erinnert man sich spontan an "Toor, Tooor, Toooor! I wer narrisch!" Nicht so Eva Schilder. Sie wird "narrisch", wenn sie "an die faszinierende Landschaft, diese Weite, an die wunderbare Liebenswürdigkeit der Menschen" im zweitgrößten Staat Südamerikas denkt.

Amor profundo. Mit dieser tiefen Liebe hat es für die 56-jährige Grazerin quasi im "Bordell" angefangen. "Quilombo" sagen nämlich die Argentinier nicht nur im Slang zum Freudenhaus, sondern auch, wenn sie "das absolute Chaos" meinen. Und das herrschte 2001/02, als in der ärgsten Finanzkrise in ihrem Land die Präsidenten ungefähr so oft wechselten wie die Peso-Kurse.

Querkontinentein

Genau zu der Zeit war Schilders jüngere Tochter Steffi Gastschülerin bei einer argentinischen Familie, und bei einem Besuch verliebte sich auch die Mutter trotz des "Quilombo" in Land und Leute, die sie schon während ihres Studiums hatte entdecken wollen. Das holte die Lehrerin in einem Sabbatical kräftig nach. Unter anderem, als sie 2007 sechs Monate allein durch Südamerika reiste. Wobei: Allein blieb die Idealistin und Leidenschaftlerin nicht lange. In Sozial- und Kulturprojekten knüpfte sie Freundschaften, die bis heute währen.

Musik ist ja der Sekundenkleber schlechthin für bleibende Verbindungen, weiß auch die Anglistin und Romanistin, die mit einer Klassiksängerin als Mutter durch Orff-Schule und Konservatorium ging "und von spanisch-jüdischer Sephardenmusik erstmals voll ins Herz getroffen wurde". Also trommelte sie beim Karneval in Recife als einzige Weiße in einer der Sambaschulen. Oder nahm in Mar del Plata mit argentinischen Freunden ihre mittlerweile dritte CD auf.

"Abrazo a las Culturas" heißt diese, wie auch ihr vierteiliger Konzertzyklus, mit dem die Sängerin den Kontinent per Samba und Tango, Bossa Nova und Chacarera durchstreift. Mit dabei in der Live-Band nicht nur ihre jüngere Tochter Miri Jams als Backgroundsängerin, sondern etwa auch der in Graz lebende Gitarrist Emiliano Sampaio, dessen virtuose Combo "Mereneu Project" eben erst mit dem weltweit renommierten "Downbeat Student Music Award" geadelt wurde.

Eva Argentina y Grupo: "Abrazo a las Culturas". CD-Präsentation morgen, 19.30 Uhr, Café Kaiserfeld, Graz. Vertrieb unter marina.schilder7@hotmail.com

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