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PORTRÄT

Gerhard Balluch: Die großen Geister atmen frei ihn ihm

Eigentlich sind es ja zwei Jubiläen, die Gerhard Balluch begeht. Zum einen feiert dieser wunderbar wandlungsreiche Grandseigneur des Theaters heute seinen 70. Geburtstag, zum anderen ist er seit 40 Jahren Ensemblemitglied des Grazer Schauspielhauses.

© Kanizaj
 

Wer vermag da all jene Stücke zu nennen, denen er durch seine Präsenz zu Glanz und Tiefgang verhalf? Was weitaus mehr zählt und charakteristisch ist für den gebürtigen Wiener Gesamtsprachkünstler, das ist die rare Gabe, dass um all die Figuren, denen Gerhard Balluch zur Bühnenpräsenz verhalf und verhilft, eine Luft schwingt, in der nichts Gleichgültiges gedeiht: Große Geister von Shakespeare über Nestroy bis Tschechow können in ihr frei atmen. Es ist diesfalls seine Aura, die große Schatten wirft, sein Wort hat Resonanz, sein Schweigen Tiefe. Glaubwürdigkeit nennt sich das, wobei sich der Glaube an die wahre Schauspielkunst und die Würde die Waage halten.

In den Sommermonaten fand Gerhard Balluch, der auch bei den Salzburger Festspielen auftrat, eine zweite Bleibe bei den Lehár-Festspielen in Bad Ischl, weil seine Stimme stets auch viel Musikalität in sich birgt. Und als Solisten bewundern kann man ihn in seinem Programm "Balladen, Balladen, Balladen". Es ist dies eine faszinierende Art eines "lyrischen Wunschkonzertes", bei dem Gerhard Balluch nach Maßgabe des Publikums 60 Balladen frei rezitiert. Einer wie er fasst Worte und Figuren so behutsam an wie ein Sammler seine geliebten Stücke. Möge diese Sensibilität noch lange währen.

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