SommergesprächJazz-Sängerin Simone Kopmajer: „Auf das Herz hören und sich treu bleiben“

Simone Kopmajer ist Österreichs international erfolgreichste Jazz-Sängerin. Im Gespräch mit der Kleinen Zeitung erzählt sie von ihrer Beziehung zur Heimat und wie sie zur Jazz-Musik gekommen ist.

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Das Heimkommen wird für Simone Kopmajer immer wichtiger ©  KK
 

Sie stammen aus Bad Aussee, wohnen in der Oststeiermark und sind auf den Jazz-Bühnen der ganzen Welt zu Hause. Bleibt da Zeit nach Hause zu kommen?

Simone Kopmajer: Ja, es bleibt Zeit, ins Ausseerland zu kommen und ich finde es unglaublich schön. Ich nehme mir bewusst Zeit und lebe es bewusst. Früher konnte ich das nicht so schätzen, heute ist mir die Heimat sehr wichtig und wird immer wichtiger.

Nichts gehört mehr zum Ausseerland wie das Dirndl. Unterschreiben Sie das?

Also in meinen Augen gehört wesentlich mehr zum Salzkammergut als die Tracht, aber das Dirndl ist zweifellos ein wichtiger Bestandteil der Identität. Man trägt die Tracht mit Stolz. Ich hatte das Glück, dass mich Bettina Grieshofer eingekleidet. Das ist eine große Ehre und ich trage das Dirndl mit großer Freude.

Ist es denkbar, dass man Sie in Zukunft mit Dirndl auf der Bühne sieht?

In der Musikwelt, gerade im Jazz, ist das nicht so verbreitet. Aber man könnte es verbinden, die Musik und die Tracht. Ich habe generell wenig Tracht getragen in der Vergangenheit, das möchte ich ändern. Und wer weiß, was musikalisch in Zukunft passiert. Ich habe viele Ideen, vielleicht lassen sich einige davon umsetzen.

 

Was kann man sich darunter vorstellen?

Ich denke da an Zusammenarbeit mit Volksmusik. Mir gefällt Crossover. Ich wollte schon mehrmals mit der Ausseer Bradlmusi zusammenarbeiten, aber es hat noch nicht gepasst.

Wie ist Simone Kopmajer zur Musik gekommen?

Die Musik war immer wichtig für mich. Ich habe in Irdning Klavier gelernt. Ich bin dankbar, dass man mich dabei gefördert und gefordert hat. Mein Vater ist Musiker, meine Mama auch. Ich habe damals mit Klassik begonnen, aber früh die Liebe zu Jazz entwickelt.

Was sagen Sie jungen Menschen, die sich dem Jazz verschrieben haben, aber zum Beispiel im Freundeskreis nicht so gut damit ankommen?

Ich kann nur sagen, dass sie auf ihr Herz hören und sich selbst treu bleiben sollen. Ich denke, man spürt es, wenn etwas richtig ist und man kann dann ohnehin nicht mehr weg. Ganz wichtig ist, dass einen Leute umgeben, von denen man etwas lernen kann.

Sie kennen große Bühnen in den Vereinigten Staaten und in Asien, aber auch kleine Bühnen in der Steiermark. Was ist der Unterschied zwischen dem Publikum hier und dort?

Wenn ich daheim spiele, ist das natürlich persönlicher. Ich bin daheim auch mehr aufgeregt, weil man im Publikum natürlich mehr Leute kennt. Aber es bringt beides unheimlich positive Energie.

 

Wenn Sie auf Ihre bisherige Karriere zurückblicken, woran werden Sie sich immer erinnern?

Natürlich werde ich mich an die Produktion meiner ersten CD ewig erinnern. Wir haben damals in den Avatar-Studios in New York aufgenommen. Mit 20 Jahren war mir das nicht so bewusst, welche Musik-Größen dort schon aufgenommen haben. Ich durfte in so jungen Jahren schon mit so vielen tollen Musikern und Produzenten zusammenarbeiten, und dann gleich auf Platz 1 in Japan. Das war alles unglaublich. Wer weiß, was die Zukunft bringt.

Kann man eine Karriere wie die Ihre planen?

Ich glaube, man kann es nicht planen. Natürlich muss alles drum herum passen. Das Können muss da sein, aber es spielen so viele Faktoren mit, auch zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein.

Was tut sich in Sachen Produktion derzeit?

Es gibt eine neue CD. Sie heißt „Spotlight on Jazz“. Es wird Release-Konzerte in Wien, Bad Aussee, Hartberg und Obervoitsberg geben. Ich freue mich riesig darauf. US-Saxophonist Terry Myers, der Leiter des Tommy Dorsey Orchesters in den USA, ist bei allen Konzerten dabei. Er wird extra eingeflogen.

Haben Sie Hobbys?

Ja, ich liebe es zu kochen und zu backen.

Es ist ein Sommergespräch. Wann wird Ihnen zu heiß? Was bringt Sie auf die Palme?

Ich mag es nicht, wenn Dinge als selbstverständlich gesehen werden. Ich liebe Bescheidenheit.

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