GrundlseeZwei Schwäne attackierten Schwimmer

Ein aggressives Schwanenpaar, bei dem es sich um zwei Männchen handelt, hat am Grundlsee mehrere Menschen attackiert. Die Tiere wurden jetzt von einem Wildtierexperten gefangen und kommen in ein Reservat.

Alexander Groder mit einem der beiden Schwäne © Franz Steinegger
 

Bereits im vergangenen Sommer sind die beiden Schwäne am Grundlsee auffällig geworden. "Sie sind Leute und Boote angegangen, haben aggressive Gebärden gezeigt", sagt Bürgermeister Franz Steinegger. Heuer haben die Attacken "eine neue Dimension erreicht, sie haben alles, was ihnen untergekommen ist, richtig angegriffen". Und das nicht nur am Ufer, sondern auch im Wasser - "sie haben sich auf die Schwimmer draufgeworfen, versucht, sie unterzutauchen. Das ist die größte Gefahr gewesen, denn im Wasser ist man immer Zweiter", so der Bürgermeister. Die Badegäste, die angegriffen wurden, wurden zum Teil auch verletzt, erlitten Schnittwunden, die im Krankenhaus genäht werden mussten.

Bezirkshauptmannschaft empfahl Tötung der Schwäne

Viele Anrufe erreichten ihn wegen der beiden aggressiven Schwäne. "Ich habe mich an die Bezirkshauptmannschaft gewandt und wurde darüber informiert, dass ich die schmerzfreie Tötung der Tiere verfügen muss - falls es keine Alternative gibt", erklärt Steinegger. Weil das Töten der Schwäne für ihn aber nicht in Frage kam, habe er sich auf die Suche gemacht. Und wurde schließlich fündig: Wildtierspezialist Alexander Groder aus Oberösterreich fing vergangene Woche beide Vögel ein und bringt sie "in ein Reservat für Vögel, wo die Schwäne in Ruhe leben können, von Menschen nicht gestört werden und somit auch keine Gefahr mehr für sie sind", ist Steinegger erleichtert.

Neues Zuhause in Tirol

Das Einfangen der beiden Tiere sei ohne Probleme vonstatten gegangen, sagt Groder. "Es sind nicht die ersten Schwäne, die ich gefangen habe. Wenn man weiß, wie es geht, ist das keine schwierige Sache." Heute werden die beiden Vögel in ihr neues Zuhause in Tirol gebracht. Aggressionen haben sie keine mehr gezeigt, "sie waren jetzt ja in einem neuen Revier, in dem sie noch keine Grenzen abgesteckt und auch kein Nest gehabt haben".

Bei dem Paar handelt es sich - wie bereits zuvor vermutet - um zwei Männchen, "die schon außergewöhnlich viel Pulver gehabt haben", sagt der Wildtierexperte hinsichtlich der Aggressivität der beiden. "Man muss dazu sagen, dass sie aber durch die Badegäste auch nicht viel Ruhe gehabt haben - und außerdem ihr Nest verteidigen wollten." Immerhin hat das Duo auch "gebrütet", im Nest lagen zwar keine Eier, dafür ein Plastikbecher.

Homosexualität im Tierreich

Von Affen über Vögel bis hin zu Fischen: Homosexualität ist im Tierreich keine Seltenheit. Es gibt (nachweislich) rund 1500 Tierrarten, die gleichgeschlechtliche Beziehungen eingehen. Einige Tierarten lösen ihre Konflikte oder Führungsfragen mit gleichgeschlechtlichem Sex.

 

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