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GrazWegrationalisiert: Herr Peter, einst bei einer Bank angestellt, landete unter der Brücke

Herr Peter lebte nach seinem Jobverlust unter der Brücke, ehe er im VinziDorf Zuflucht fand. Dieses ist heuer komplett ausgelastet. Weil Armut immer mehr im hohen Alter trifft.

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© Juergen Fuchs
 

Es ist kalter Rauch, der die Einheit 7b im Grazer VinziDorf einhüllt. Ein Bett, ein Sessel, ein Tisch, ein Kasten stehen darin: Viel mehr ist Herrn Peter mit seinen 57 Jahren nicht geblieben. „Ich war früher Operator am Großrechner in einer Bank in Graz. Wir sind dann wegrationalisiert worden – und damit war auch ich nur noch Geschichte“, sagt er. Es folgten Gelegenheitsjobs, Alkohol wurde zum tröstenden, aber ständigen Begleiter des Grazers. Die Spirale drehte sich bergab, „ich hab’ meine schöne Wohnung verloren“. Seine Gedanken sind sprunghaft, er erinnert sich aber an den Tiefpunkt: „Ich hab’ zwei Wochen unter der Augartenbrücke geschlafen, einen Schlafsack hatte ich ja zumindest noch ...“

Kommentare (12)

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frako
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Dann muß er sich einen neuen Job suchen, der liebe Herr!!!

Wie viele Leute verlieren täglich ihren Job und können auch nicht mit dem Saufen beginnen.
Der Herr Peter hat eine gute Ausbildung und da hätte er auch sicherlich irgendwo einen Job in Aussicht gehabt, aber sich nur auf andere zu verlassen, so geht es auch nicht.

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sila01
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am meisten erschreckend ist...

immer wieder solche Kommentare wie den Ihren zu lesen.. wir leben in einer derart verrohten von egoistischem Gedankengut geprägten Gesellschaft, in der offensichtlich die einfachste Antwort (und Schuldzuweisung) gefunden wird. Um auf die Menschen - die sich selbst nicht mehr helfen können - hinzutreten. So dumme und unreflektierte Aussagen tun mir in der Seele weh. Immer noch ist es so, dass am (darwinistischen) System festgehalten wird, an und in dem immer mehr Menschen physisch und psychisch zerbrechen. ES IST ZEIT DAS SYSTEM ZU VERÄNDERN !!! An alle, die sich selbst als die besseren und das System aufrechterhaltenden Menschen sehen - es ist zynisch am PC zu sitzen und aus der warmen Stube zu urteilen!!!!! Ich frage mich wirklich - wie groß der Frust über das eigene Funktionieren sein muss - wenn man einen solchen Kommentar abgibt.

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wahrheitverpflichtet
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und alle wissen es!

ihr Kommentar zeigt mir zu mindest das sie keine Ahnung haben was SACHE ist! NUN es steht ihnen frei zu äußern was so ihn ihren Kopf vor sich geht, aber meistens ist es so, die menschen die über die schwächsten unserer Gesellschaft herziehen sind die, die selber psychisch angeschlagen sind, oder eben nazistische rechtes Gesindel bzw Verbrecher, die gibt es auch die meinen halt die rechts radikale Nazis Propaganda keule schwingen zu müssen um Aufmerksamkeit zu erhalten, aber sogar der Papst hat die Gefahr dieser rechtsradikalen Nazis Verbrecher erkannt und vor ihnen gewarnt

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KarlZoech
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@ frako: Sie schreiben sichtlich als einer, welcher (noch) niemals mit dem Problem der Altersarbeitslosigkeit betroffen war.

Als langjähriger Aktivist beim damaligen Verein "Zum alten Eisen?" in Wien kenne ich das Problem leider nur allzu gut. Die Chancen, mit über 50 Jahren wieder in einen Job zu kommen liegen günstigstenfalls bei 10 Prozent. Und viele Menschen verzweifeln dann, nicht alle sind psychisch robust und belastbar.
"Urteile nicht über einen Menschen, solange du nicht wenigstens ein paar Schritte in seinen Schuhen gegangen bist!"

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merschak
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Nur 10 Prozent der Arbeitslosen über 50 finden wieder einen Job?

Ich war ebenfalls über 50, als ich arbeitslos würde. Aber wenn man arbeiten will, findet man immer was, man muss eben ziemliche Zugeständnisse machen (Gehalt, Arbeitszeit bzw. letzten Endes überhaupt der eigentliche Beruf). Im Gastgewerbe werden händeringend Mitarbeiter (auch ungelernte) gesucht.... Aber die soziale Hängematte in Österreich ist halt doch sehr bequem.

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KarlZoech
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@ merschak: Trösten Sie sich, ich war 43, als ich merkte, dass es schon über 40 schwer ist, wieder eine neue Arbeit zu finden,

und ich fand auch eine. Zehn Jahre später verlor ich einen sehr guten Job, fand nach einiger Zeit wieder eine Arbeit, jedoch nicht mehr zu den vorherigen (guten) Bedingungen. Doch all das gelingt nicht allen Älteren, welche ihre Arbeit verloren haben, und das hat viele verschieden Ursachen, auf die alle einzugehen den Rahmen hier sprengen würde.

Und den schönen Satz, dass wer will auch eine Arbeit finden würde, der stimmt leider nicht! Im Rahmen des von mir schon erwähnten Vereines hatte ich mit vielen Erwerbsarbeitslosen zu tun, und jede(r) Einzelne davon, mich eingeschlossen, als es mich erstmals betraf, dachte so. Doch die Realität ist eine andere. Ich erlebte Menschen, welche verzweifelten, schwere gesundheitliche Schäden erlitten, Menschen welche sich wertlos fühlten, welche an Suizid dachten.

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xx99
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Wie ist der Ausblick so vom hohen Ross?

Ich wünsche Ihnen wirklich, dass Sie einen Beruf haben in dem Sie nicht irgendwann einmal wegrationalisiert werden. Ich denke nämlich, dass ab einem gewissen Alter die Chancen auf Umschulung und Einstieg in einen neuen Beruf zwar nicht ausgeschlossen, aber doch eher gering sind. Zumal man ja dann vielleicht auch nicht mehr ganz so anpassungsfähig ist wie damals mit Mitte 20, bzw. die notwendigen Fertigkeiten erlernt hat, die am Jobmarkt heutzutage gefragt sind. Aber wenn es einen nicht betrifft, kann man leicht reden - niemand gerät absichtlich in eine solche Abwärtsspirale und ich bin froh, dass es Einrichtungen gibt, die versuchen zu helfen ohne zu verurteilen.

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Rick Deckard
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na hoffentlich sind Sie nie

auf fremde Hilfe angewiesen! So "realistische" Zeitgenossen enden meistens alleine.

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melahide
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Es zeigt

das wir zwar ein gutes Sozialsystem haben, man aber immer als Bittsteller auftritt und viele dies -am Rande der Gesellschaft zu sein - nicht verkraften. Oft verliert man den Job, das soziale Umfeld, die Frau/Familie. Und landet irgendwo wo man selber kaum noch heraus kommt. Da gibt es dann kein Netz das jemanden zurück bringt.

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KarlZoech
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@ melahide: Stimme zu! Und gerade auch deshalb werde ich kommende Woche das Volksbegehren

für das bedingungslose Grundeinkommen (BGE) unterzeichnen!
Das BGE sichert das minimale Auskommen, gibt den Menschen Würde (zurück), weil sie nicht ständig als Bittsteller auftreten müssen, sondern einen Anspruch haben.
Und es stärkt auch die Position der Schwächeren am Arbeitsmarkt, weil sie nicht jeden Job um jeden Preis annehmen müssen.

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Rick Deckard
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Ein Zusammenspiel vieler Faktoren -

immer ist Alkohol im Spiel!

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Trieblhe
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Bekanntlich ist

Alkohol der Ursprung und die Lösung sämtlicher Lebensprobleme. Da ist schon was waren dran - jedenfalls gehört diesen Menschen geholfen und ich finde das Vinzidorf eine super Einrichtung - Danke Herrn Pucher und den vielen ehrenamtlichen Helfern!!!

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