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Steirer des Tages

Was zählt im Leben, Herr Bischof?

Wer ist Wilhelm Krautwaschl, der neue steirische Bischof? Er mag Bond-Filme, möchte auch am Bischofsplatz in einer WG leben und wünscht sich eine bunte, einladende Kirche, die nicht in die Enge führt.

"Die Welt ist nicht genug": Bischof Krautwaschl ist Bond-Fan
"Die Welt ist nicht genug": Bischof Krautwaschl ist Bond-Fan © Bernd Hecke
 

Sein Lachen schallt durchs Bischöfliche Seminar in Graz, wo uns der designierte Bischof der Diözese Graz-Seckau gut gelaunt empfängt. Mit einem kleinen Fragenkatalog haben wir uns vorgenommen, Antworten auf die eine Frage zu bekommen: Wer ist Wilhelm Krautwaschl?

Herr Bischof, worauf kommt es im Leben an?
WILHELM KRAUTWASCHL: Auf Hoffnung, dass ich Zukunft habe. Ich begegne vielen Leuten, die ohne Hoffnung durchs Leben gehen – schon von den Augen her –, darunter vielen Jugendlichen. Die haben alles und fragen sich, was habe ich vom Leben noch zu erwarten?

Was ist ein guter Christ?
KRAUTWASCHL: Tertullian habe gesagt: „Seht, wie sie einander lieben und bereit sind, füreinander ihr Leben zu geben.“ Man erkennt gute Christen daran, wie sie miteinander umgehen. Dann würde ich die „Werke der Barmherzigkeit“ – Matthäus 25 – dazunehmen. Und bei beiden Dingen kommt witzigerweise nie das Kirchengehen vor (lacht). Das brauche ich aber, dann weiß ich, worum es auch im Alltag geht.

Warum braucht eine postmoderne, pluralistische Gesellschaft die Kirche? Der Mensch kommt ja offenbar auch ohne ganz gut aus.
KRAUTWASCHL: Damit ich das auf mich Zukommende, die Hoffnung immer wieder neu speisen kann, der Quellgrund also erhalten bleibt. Bei uns kommt aber leider oft immer nur die Moral drüber. Und das macht’s so dramatisch eng.

Viele glauben privat, ohne Kirche, passt das auch?
KRAUTWASCHL: Wir sollen den Glauben nicht religiös einengen. Noch enger wird’s, wenn wir ihn kirchlich einengen. Glaube ist ein Grundakt, damit ich leben kann. Die Möglichkeit, dass etwas wird. Aber wir haben den Glauben zuerst religiös und dann kirchlich eingeengt. Deshalb versteht man uns auch oft nicht. Frage ich Firmlinge, ob sie jemanden in ihrem Umfeld kennen, der glaubt, sagen sie zu 95 Prozent: ,die Großmutter‘. Auf die Nachfrage, wieso, antworten sie: ,Weil sie in die Kirche geht.‘ Wir haben das Christsein eingeengt auf eine Stunde am Sonntag. Man muss Christsein die ganze Woche leben. Das ist der Grundfehler, warum es in Pfarren oft schiefgeht. Ich kann nicht in einer Wochenendbeziehung leben, wo ich mir dann in einer Stunde am Sonntag alles erwarte. Das kann nur schiefgehen. Wir brauchen die lebendigen Begegnungen von Christen unter der Woche.

Welches ist für Sie das wichtigste der zehn Gebote?
KRAUTWASCHL: Das erste: „Du sollst an einen Gott glauben.“ Der Satz, der auch anders übersetzt werden kann: „Du wirst an einen Gott glauben.“

Sie sind 52. Schenken Sie uns bitte eine Lebensweisheit?
KRAUTWASCHL: Probierts es mit Gott. Lasst euch ein. Probiert einfach einmal so zu leben, als ob ihr glauben würdet, als ob’s Gott gibt.

Was ändert sich dann?
KRAUTWASCHL: Dass ich mein eigenes Leben auch einmal von außen beobachten kann. Also ohne Selbstbezogenheit.

Welche Tugenden schätzen Sie an einer Frau, an einem Mann?
KRAUTWASCHL: Da sehe ich keinen Unterschied: Ehrlichkeit, Treue und Wahrhaftigkeit. Offen sein fürs Miteinander, nicht selbstbezogen. Weil ich im Grunde heraus ja nicht aus mir selbst heraus lebe. Allein, dass es mich gibt, dafür hat es schon zwei gebraucht.

Was stößt Sie ab?
KRAUTWASCHL: Fassade. Wir Priester sind einmal in Wien im Fokolarzentrum zusammengesessen, da ist die für Österreich Verantwortliche gekommen und hat gesagt: „Leitln, wie redets ihr denn miteinander? Herr Professor, Herr Kanonikus . . . Ihr seid Brüder.“ Das hat sich mir eingeprägt. Das meine ich mit Fassade. Das ist natürlich auch Schutz, und ich halte das auch aus. Da hat es einmal eine fromme Frau gegeben, die ist vor mir auf die Knie gefallen und hat meine Handflächen geküsst, das hat bei ihr gepasst. Aber der Gedanke des Ringküssens ist mir eher fremd und unangenehm. Ich habe vielleicht mehr Verantwortung, na klar, aber ich bin mit euch Christ.

Mit welchem irdischen Laster ringen Sie?
KRAUTWASCHL: Mit meiner Leidenschaft für Süßes, für James-Bond-Filme, das Computern und das Handy-Kreuzworträtsel „Wordament“ – bei dem ich den Kaplan von Bruck online immer noch besiege. Darauf bin ich stolz (lacht).

Sie leben jetzt in einer Priester-WG und haben angedeutet, dass sie es nicht aushalten würden, am Bischofsplatz allein zu residieren. Was ist die Lösung? Eine WG in der bischöflichen Residenz?
KRAUTWASCHL: Ja, ich hoffe, dass ich jemanden finde, der mit mir einzieht. Ich habe schon einige angesprochen, sie sollen sich das überlegen. Bischofsplatz ist doch eine gute Location.

Kann es sich die Kirche auf Dauer leisten, den gesellschaftlichen Grundkonsens – die Gleichheit zwischen Frau und Mann – zu unterlaufen?
KRAUTWASCHL: In den 1970ern hat eine Theologenkommission die Frauenamtsfrage nach allen Regeln der Kunst durchgearbeitet. Sie ist zum Schluss gekommen, es gibt nur ein einziges Argument, das die Kirche gegen die Frauenordination anwenden kann – die Tradition. Und das ist ein Argument, das nur ein Papst mit einem Konzil neu anschauen kann.

Ich höre heraus, Sie wären dafür, dass es zu so einem Konzil kommt?
KRAUTWASCHL: Ja, wenn es im Miteinander der Weltkirche geschieht.

Müssten Sie sich entscheiden: Religions- oder Ethikunterricht?
KRAUTWASCHL: Ich finde es gut, klar zu sagen, aus welchem Stall ich komme. Jeder hat irgendeine Position. Ich finde es grandios, wie Religionslehrer ihre Frau und ihren Mann stehen und dafür auch geschlagen werden. Aber dafür sind sie irgendwie auch da. Dafür stehen sie ein. Das ist wichtig für die Menschen, um sich zu orientieren. Aber was bleibt, wenn jemand das nicht will? Dann ist für mich allemal Ethik wichtig. Beides braucht’s.

Gehört der Islam zu Österreich?
KRAUTWASCHL: Leben Menschen muslimischen Glaubens hier und sind Österreicher, ist das so.

Sie wollen Geburtshelfer einer neuen Gestalt von Kirche sein. Wie soll sie sein?
KRAUTWASCHL: Viele kleine Erfahrungsräume, bunt, vielfältig, anziehend, einladend, offen.

Wo finden Sie Gott?
KRAUTWASCHL: Wo sich der Himmel auftut, am Tabernakel, und wenn ich rausgehe, junge Leute und die Schöpfung Gottes sehe.

Ihr Lieblingszitat aus der Bibel?
KRAUTWASCHL: Mein Wahlspruch „Gott ist Liebe“. Es geht um die grundlegende Erfahrung, dass ich gewollt bin, keine Angst vor dem Scheitern haben muss, dass mich jemand vorbehaltlos liebt.

Gibt es Glaube ohne Zweifel?
KRAUTWASCHL: Nein!

Wann zweifelten Sie zuletzt?
KRAUTWASCHL: Als sich einer unserer Studenten bei uns aus dem Fenster stürzte. Seine Liebe hatte ihn verlassen, wir haben nichts bemerkt. Da hilft es zuerst einmal nichts, zu sagen, Gott ist Liebe.

Soll man das Betteln verbieten?
KRAUTWASCHL: Nein!

Wie definieren Sie Ehe?
KRAUTWASCHL: Eine auf Dauer angelegte Partnerschaft zwischen Mann und Frau.

Liebe zwischen Männern oder Frauen definieren Sie anders?
KRAUTWASCHL: Wieso muss ich’s Ehe nennen? Ich habe in der Berufungspastorale auch homosexuelle Menschen begleitet. Jesus hat ja nicht gesagt, liebe den Andersgeschlechtlichen. Was heißt Liebe? Das ist ja nicht auf ausgelebte Sexualität zu verengen.

Wie stehen Sie zur Kommunion für wiederverheiratete Geschiedene?
KRAUTWASCHL: Das ist eine tiefe Wunde, die bis hinein in meine Familie reicht. Ich hoffe, dass meine Geschwister wissen, dass ich sie aus meiner Zuneigung nicht ausschließe. Dinge, die die Kirche vorgibt, die sind wie Straßenstipfel. Wir können dir sagen, wenn du zwischen diesen Stipfeln unterwegs bist, bist du auf dem richtigen Weg. Fährst du draußen auf dem Bankett, geben wir keine Garantie ab. Wir tun uns so leichter, und du tust dir vielleicht auch leichter. Aber wir sind ja nicht der liebe Gott, bitte. Wir könnten nicht sagen, du kommst nicht in den Himmel, weil du wiederverheiratet geschieden bist, das geht ja nicht.

Was kommt nach dem Leben?
KRAUTWASCHL: Leben!
INTERVIEW: BERND HECKE, HUBERT PATTERER, ULF TOMASCHEK

Kommentare (92)

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humanbeing
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KLEINE ZEITUNG-Frage: “Gibt es Glaube ohne Zweifel?“ --- Antwort-KRAUTWASCHL: “Nein!“ --- KLEINE ZEITUNG-Frage: “Wann zweifelten Sie zuletzt?“ --- Antwort-KRAUTWASCHL: “Als sich einer unserer Studenten bei uns aus dem Fenster stürzte. Seine Liebe hatte ihn verlassen, wir haben nichts bemerkt. Da hilft es zuerst einmal nichts, zu sagen, Gott ist Liebe.“

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humanbeing
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Also Herrn Regens Msgr.Dr.Wilhelm KRAUTWASCHLS Zweifel an sich selbst sind in dem Falle wirklich berechtigt, wenn sich einer seiner Studenten des Augustinums aus dem Fenster stürzte, weil ihn seine Liebe verlassen haben soll und im Augustinum dahingehend niemand etwas bemerkt haben will. Da hilft es wirklich nichts, zu sagen, “Gott ist Liebe – Deus Caritas Est“.

Punkt

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hermannsteinacher
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Da verwechselte ein Postender wohl Glaubenszweifel an Gott

mit etwas anderem Persönlichen!?

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leben123
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Berichterstattung nimmt überhand!

Ich denke, die Berichterstattung über den neuen Bischof nimmt überhand! Es mag schon sein, dass diese Position sehr wichtig ist, jedoch ein mediales Großereignis muss daraus sicher nicht gemacht werden!!!

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hermannsteinacher
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Das flaut nun ohnedies schon ab,

wird aber im Juni sicher anläßlich der Bischofsweihe zurecht vermehrt Gegenstand der Berichterstattung nicht nur in der Kleinen Zeitung sein.
Ob es da, wie bei Bischof Johanns Weihe und Amtsübernahme 1969 deutlichen spontanen "Volksbeifall" durch Applaus im Grazer Dom geben wird?
Das würde ein schönes Bild geben!

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hermannsteinacher
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Hat der inzwischen beati- und sanktifizierte Heilige Johannes Paul II.

die Frauenordination und innerkatholische Dispute darüber nicht längst schon abgewürgt!?

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hermannsteinacher
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Und

wiederholte dies sein Nachfolger Papst Ratzinger nicht ebenso?

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EinfachZumMitschmunzeln
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Lieber "hermannsteinacher", eine gezielter "GegenFRAGE" : "Warum, weshalb und wieso sind'S denn eigentlich selber nie Papst geworden???", nachdem Sie sich in Ergänzung zu Ihren beiden vorangegangenen Kommentaren in einem anderen KLEINE-ZEITUNG-Online-Artikel zudem äußerten wie folgt:

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wörtlich zitiert:
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> Antwort von hermannsteinacher am 10.04.2015 20:27 <
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>>> Den Schädling als Erzbischof & Kardinal H. Groer verdankt Österreich dem von Franziskus sanktifizierten Johannes Paul II., beides also anrüchige Päpste. <<<
.
Zitat-Quelle:
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http://www.kleinezeitung.at/s/steiermark/graz/4685975/Dankesmesse-im-Grazer-Dom_Bischof-Kapellari-in-Festmesse-gewurdigt?from=suche.intern.portal
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hermannsteinacher
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Auch fett gedruckt

wird eine dumme Fragestellung
nicht sinnvoll.

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PostingGastKorrektur
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Mit Verlaub, "hermannsteinacher", aber was bitte war an der weiter oben gestellten "GegenFrage" a) dumm ? und b) nicht sinnvoll ??

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humanbeing
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“STARK“ --- “Ein Christ soll nach den Worten von Papst FRANZISKUS ‘über ein gesundes Maß an Verrücktheit‘ verfügen. Die Kirche brauche keine Salon-Christen, sondern Menschen, die auch unbequeme Dinge sagen, sagte FRANZISKUS und ließ während seiner wöchentlichen Generalaudienz auf dem Petersplatz eine weiße Taube fliegen.“

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Quelle:
.
KLEINE ZEITUNG-Print
FREITAG, 17.MAI 2013
Seite 10 | INTERNATIONAL
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Headline:
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“KIRCHE BRAUCHT KEINE SALONCHRISTEN“
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humanbeing
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Anmerkung zu . . . . . “KIRCHE BRAUCHT KEINE SALONCHRISTEN“ . . . . .

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. . . . . und da gäbe es dann auch noch . . . . .
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. . . . . “die Festtagschristen“, . . . . .
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. . . . . “die Kirchenfunktionärschristen“, . . . . .
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. . . . . “die Lug-&-Trug-Christen“, . . . . .
.
. . . . . als/im Kollektiv . . . . .
.
. . . . . “die Obergscheitl-Christen“, . . . . .
.
. . . . . soll heißen . . . . .
.
. . . . . “die pseudo-/machtkatholischen Narzissten“, . . . . .

. . . . . alias . . . . .
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. . . . . “die Karriere-Christen“ . . . . .

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smithers
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ich mag die bondfilme auch, aber da ist halt ein bisserl viel erotik dabei für meinen geschmack

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Hohenwanger
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Religion und der Glaube

sind beide geeignet sich als das Geschäft mit der Angst zu verkaufen.

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bimsi1
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"Worauf kommt es im Leben an?"



Das Wichtigste in diesem Leben ist wohl, den Glauben an Jesus Christus zu finden. Weil er der Sohn Gottes und einzige Erlöser ist. Jesus ist der Weg zum Vater. Und er kam mit einer klaren Botschaft von Gott auf die Erde:"Kehrt um. Das Reich Gottes ist nahe." Das kommende Reich Gottes war die Botschaft von Jesus und er hat sein Leben als Erlösungswerk für die Menschen hingegeben.

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gebsy
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wählt eine Alternative

und trägt deren Folgen mit Würde.
Jede Versuchung ist DIE CHANCE, eine Entscheidung zu treffen. Dass für die Glaubenserfahrung Gottes liebende Hilfe in Anspruch genommen werden kann, soll JEDER MENSCH einmal ERLEBT haben; dann ist das Entscheiden viel leichter ;-)
(google: gebsy.myblog)

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hermannsteinacher
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"Führe uns nicht in Versuchung.",

dürfte Jesus im Vaterunser-Gebet nicht so gelehrt haben, da nach biblischer Vorstellung ja Satan der "Versucher" ist und nicht der "Abba"/Vater Jesu.

"peirasmos" (besser "Prüfung") kommt vom Verb "peirao"/peiraein, das bedeutet:
versuchen,
prüfen,
auf die Probe stellen

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hermannsteinacher
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Diese eher unklare Botschaft vom damals schon nahenden Gottesreich

- insbesondere für die armen Juden, welche unter der Herrschaft der Römer und der mit diesen wohl oder übel verbundenen Hohenpriesterclique steuerlich und durch andere Vorschriften litten - hat sich aber, wie man ja zur Genüge weiß - als trügerische Hoffnung und irrige Botschaft erwiesen, @bimsi.
Sie wurde später insbesondere auch von Paulus in eine Botschaft von der baldigen Wiederkunft Jesu Christi, welche Paulus ernsthaft noch zu seiner Lebzeit erwartete oder erhoffte, umgeändert, aber auch diese Botschaft hat sich zumindest bis heute nicht bewahrheitet.
Nach Paulus hat dann die Kirche, dass Jesus Christus dem Schöpfergott wesensgleich sei, eingeführt (Konzil von Nizäa). In diesem Zusammenhang ist der griechische Begriff "homo-ousios"/wesensgleich von Kaiser Konstantin, der dieses Konzil einberufen hat und dabei den Vorsitz führte, geprägt worden.
Jesus von Nazareth hat sich nie mit Gott-Vater wesensgleich empfunden, und selbst Paulus lehrte, dass Gott das Haupt Jesu Christi sei!

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bimsi1
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Es mag schon sein.


Das der eine oder andere Apostel erwartet hat, die Wiederkunft werde ganz rasch passieren ist schon möglich. Doch Jesus selbst hat das nie so gesagt. Er sagte nur, dass weiss nur der Vater. Und für Gott sind 1000 Jahre wie ein Tag. Also "nahe" ist für Gott nicht so, wie für Menschen.

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hermannsteinacher
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"Und für Gott sind 1000 Jahre wie ein Tag." Super @bimsi!!

Mit diesem Spruch aus einem biblischen NT-Brief kann man sich natürlich argumentativ über alles Mögliche hinwegschwindeln.

Hätte Jesus dies argumentativ auch getan (die diesbezügliche Stelle in den Psalmen dürfte er ja gekannt haben),
wären sowohl seine Evangeliumsverkündigung (siehe Markus 1,14-15) als auch insbesondere seine "Feldpredigt" (siehe Lukas 6,17ff., insbesondere ab 6,20) eine Farce und Volksverhöhnung gewesen:
Etwa so:
"Ich verkünde euch das kommende Gottesreich ...
Selig, ihr Armen, denn euch gehört das Reich Gottes, ...
Selig, ihr jetzt Hungernden, ihr werdet satt werden, ...
Selig, die ihr jetzt (verzweifelt) weint, ihr werdet wieder was zum Lachen haben, ...
aber bei Gott ist ein Tag wie 1000 Jahre, und diese meine Versprechungen werden sich erst in 30.000 Jahren oder noch später erfüllen!"

Nachdenken, bimsi1!

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bimsi1
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Niemand kennt seinen Tag.


Niemand kennt seine Lebenslänge, es kann daher auch sehr nahe sein. Vielleicht kann man das Jesuwort am Kreuz zum anderen auch so verstehen:"Heute noch wirst du mit mir im Paradies sein".
Die reale Wiederkunft wird sich jedenfalls zu einem Zeitpunkt erfüllen, denn nur Gott Vater selbst weiss.

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hermannsteinacher
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Ach, mein Gott, @bimsi1!


Contradictiones in den kanonischen Evangelien noch und nöcher!

Die Legende im Lukas-Evangelium mit den beiden Schächern/Verbrechern an den Kreuzen jeweils neben Jesu Kreuz ist ja völlig unglaubwürdig, nicht nur, dass die anderen 3 Evangelien dieses "Heute noch wirst du mit mir im Paradiese sein" nicht enthalten, schreiben Markus und Matthäus ausdrücklich, dass beide gekreuzigten Verbrecher neben dem gekreuzigten Jesus, diesen geschmäht, gelästert und verspottet haben, lediglich Lukas erfindet aus freien Stücken, nur einer der beiden habe Jesus geschmäht, doch der andere habe Jesus dagegen verteidigt.

Lügen nun Markus (Mk 15,32) und Matthäus (Mt 27,44) oder sagt Lukas grob die Unwahrheit?

@bimsi1 sollte die Evangelien besser studieren, dann würde er sich beim Argumentieren nicht selber solche Eier legen!

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WiderDasVerbloeden
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Lieber “hermannsteinacher“, einfach “ZUM MIT-/und NACHDENKEN“ : >>> Kreuz ist das Leiden, das übrigbleibt, wenn das Leiden, das beseitigt werden kann, entfernt ist. Und es ist die unter Umständen mit einem Teil der Persönlichkeit widerstrebende Annahme dieses Leidens. <<<

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entnommen dem “Impulsreferat“
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>>> DER NEUE MENSCH <<< --- März 1980
.
nachzulesen auf Seite 11 in
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Franz Richard Reiter
>> Wer war Leopold Ungar ? <<
EPHELANT-Verlag-1994
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hermannsteinacher
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Bei den Ägyptern wie bei den Griechen war das Kreuz ein Symbol des Lebens und nicht des Leidens und des Todes;

die 4 Arme symbolisierten die 4 Grundelemente des Lebens: Erde, wasser, Luft und Feuer.

691 u.Z. beschloß ein Konzil (Trullanum II), statt Jesus als Lamm das Bild des leidenden und sterbenden Jesus am Kreuz zu verwenden und zu forcieren.
In den zahlreichen Katakombenikonographien gibt es kein einziges Bild des Gekreuzigten, aber zahlreiche Bildwerke, die Jesus als Sonnengott verherrlichten.

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WiderDasVerbloeden
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Wirklich interessante Angaben, die man/frau bei/von Ihnen, lieber "hermannsteinacher", nachlesen kann, aber Leopold UNGAR muss sich ja auch etwas gedacht haben, wenn er im März 1980 im Rahmen einer “Bodenseekonferenz“ das Folgende “impulsiv referierte“ : >>> Kreuz ist das Leiden, das übrigbleibt, wenn das Leiden, das beseitigt werden kann, entfernt ist. Und es ist die unter Umständen mit einem Teil der Persönlichkeit widerstrebende Annahme dieses Leidens. <<<

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Prälat Dr.Leopold U N G A R
(08.08.1912 --- 30.04.1992)
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von 1964 bis 15.Mai 1991
und darüber hinaus
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allseits hochgeschätzter,
allseits hochgeachteter
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Österreichischer Caritaspräsident
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hermannsteinacher
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Gab es auch eine Plattenseekonferenz oder eine Neusiedlerseekonferenz,

das wäre doch auch etwas für einen UNGAR?;-)

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