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TU GrazNeue CD-Labors wollen industrielle Produktion optimieren

An der Technischen Universität Graz wurden am Dienstag zwei neue Christian-Doppler-Labors eröffnet. Hier sollen biopharmazeutische Proteine und hochwertige Kunststoffe kostengünstiger und umweltschonender hergestellt werden.

Die beiden neuesten CD-Labor Leiter der TU Graz: Anton Glieder (l.) und Christian Slugovc © TU Graz/Helmut Lunghammer
 

Zwei neue Christian-Doppler-Labors sind am Dienstag an der TU Graz eröffnet worden. Ziel ist es, dass biopharmazeutische Proteine und hochwertige Kunststoffe für die Industrie in Zukunft effizienter und kostengünstiger produziert werden können. Den Labors stehen dazu in den kommenden sieben Jahren zwischen 1,4 und 1,9 Millionen Euro zur Verfügung. Geforscht wird mit Wirtschaftspartnern.

Der Pharmakonzern Novo Nordisk, die Sesam-Biotech und Biogrammatics sind die Firmenpartner des CD-Labors für Innovative Pichia pastoris Wirts- und Vektorsysteme, teilte die TU Graz am Dienstag per Aussendung mit. Mit der Leitung wurde der Grazer Biochemiker Anton Glieder vom Institut für Molekulare Biotechnologie betraut.

Die Hefe Pichia pastoris wird in der Industrie bereits als Wirt der Enzymproduktion zur Erzeugung von Wirkstoffen oder zur Produktion von Chemikalien eingesetzt. Die Grazer Forschungsergebnisse sollen dazu führen, dass mithilfe der Hefe bisher schwer zugängliche Enzyme und Proteine zur Produktion von Biopharmazeutika zu günstigeren Preisen angeboten werden können. Langfristig sollen damit kostengünstigere biotechnologisch hergestellte Arzneimittel wie Impfstoffe, Krebstherapeutika oder Substanzen zur Behandlung von Diabetes ermöglichen.

Im neuen CD-Labor für Organokatalyse in der Polymerisation werden der Molekularchemiker Christian Slugovc und sein Team gemeinsam mit den Unternehmen Allnex und Hilti daran arbeiten, hochwertige Kunststoffe kostengünstiger und umweltschonender herzustellen. Die Kunststoffe sollen laut Mitteilung etwa zum Verkleben, zum Lackieren oder als Korrosionsschutz eingesetzt werden. Aktuell entsteht bei ihrer Produktion toxische Schwefel-, Stickstoff- und Metallverbindungen. Künftig soll das mithilfe von Alkoholen und der Organokatalyse verhindert werden.

Alkohole sind allerdings wenig reaktionsfreudig. Um chemische Reaktionen zu beschleunigen, nutzt die Strategie der Organokatalyse kleine, organische Moleküle, die überwiegend aus den Elementen Kohlenstoff, Wasserstoff, Sauerstoff, Stickstoff, Schwefel und Phosphor zusammengesetzt sind. Im Grazer Labor soll das Verständnis der Aktivierung von Alkoholen zur Polymerherstellung vorangetrieben und entsprechende Organokatalysatoren entwickelt werden. Im nächsten Schritt will man dann die Eigenschaften von alkoholbasierten Kunststoffen in der Befestigungstechnik und im Korrosionsschutz untersuchen.

Mit den beiden neuen Laboren sind an der TU Graz elf CD-Labors in Betrieb. In den von der Christian Doppler Gesellschaft (CDG) für jeweils sieben Jahre genehmigten CD-Laboren kooperieren Wissenschafter mit Unternehmen im Bereich anwendungsorientierter Grundlagenforschung. Das Budget kommt dabei jeweils zur Hälfte von der öffentlichen Hand und den Unternehmenspartnern. Wichtigster öffentlicher Fördergeber ist das Bundesministerium für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort (BMDW).

(APA)

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