Eine dramatische Suchaktion auf der Salza bei Palfau (Bezirk Liezen) fand am Abend ein trauriges Ende. Ein 16-jähriger Bursche aus Tschechien war bei einer Trainingsfahrt mit seinem Kajak gekentert und in den Wildwasserfluss gestürzt. Seine Begleiter konnten ihn nicht mehr retten. Nach einer zunächst erfolglosen Suche konnte der Bursche am Abend nur noch tot aufgefunden werden.

Eine siebenköpfige Gruppe aus Tschechien war gegen Mittag auf einer Kajaktour auf der Salza unterwegs, es soll sich dabei um ein Wildwasserregatta-Training gehandelt haben. Dabei passierten die Sportler in der Palfauer Schlucht eine Wildwasser-Passage. Der 16-Jährige kenterte in den Stromschnellen und stürzte aus dem Boot. Verzweifelt versuchten die anderen Mitglieder der Gruppe, den Jugendlichen zu erreichen und festzuhalten. Doch die Strömung zog seinen Körper unter Wasser.

Die Tauchausrüstung wurde vom Bundesheer-Hubschrauber eingeflogen
© BFV Liezen / Schlüßlmayr

Mit Roboter und Seilfähre

Seit den Mittagsstunden war ein Großaufgebot an Einsatzkräften der Wasserrettung, Polizei, Alpinpolizei und der Feuerwehren Palfau, Altaussee und Wildalpen im Einsatz - mehr als 80 Personen sind beteiligt. "Um 12.03 Uhr erfolgte die Alarmierung, um 12.10 Uhr war die FF Palfau bereits vor Ort", so Christoph Schlüßlmayr vom Bereichsfeuerwehrverband Liezen. "Mit dem Hubschrauber wurden auch Feuerwehrtaucher eingeflogen", informierte Susanne Kamencek, Landesleiterin der Österreichischen Wasserrettung, die bei dem Einsatz mit acht Kräften vertreten war. Insgesamt standen drei Hubschrauber des Innenministeriums, des Bundesheers und des Öamtc im Einsatz.

Die Taucher mussten gegen die starke Strömung ankämpfen
© BFV Liezen / Schlüßlmayr

Unmittelbar nach dem Notruf erreichten auch die Kräfte der Bergrettung Landl und Wildalpen gemeinsam mit dem Roten Kreuz Großreifling und Wildalpen den Einsatzort, zusätzlich rückten auch die Canyoningretter der Bergrettung Niederösterreich aus. "Unsere Canyoningretter sind eine Spezialeinheit der Bergrettung und kommen dann zum Einsatz, wenn alpines, unwegsames Gelände auf das Element Wasser trifft", informiert Enrico Radaelli von der Bergrettung Steiermark. 

Durch die Unzugänglichkeit aufgrund der starken Strömung ließ Einsatzleiter Christian Danner von der FF Palfau den Wasserdienst der FF Altaussee nachalarmieren. "Mit langen Stangen haben wir unter den Steinen Nachschau gehalten", so Kamencek. Zunächst fehlte aber jede Spur von dem jungen Mann.

Leiche unter Treibholz

Am frühen Abend kam ein Tauchroboter der Universität zum Einsatz, der mit Kamera ausgestattet den Fluss unter Wasser absuchte. Dann wurde die Suche allerdings aufgrund der anhaltenden, starken Strömung unterbrochen, sie sollte am Sonntagmorgen fortgesetzt werden. Bei einer letzten Kontrollfahrt der Wasserrettung um 20.20 Uhr fanden die Einsatzkräfte eine männliche Leiche rund 300 Meter von der Unglücksstelle entfernt. Sie befand sich mitten im Flussbett unter einer Ansammlung von Treibholz. Die endgültige Identifizerung soll am Sonntag stattfinden, doch es ist davon auszugehen, dass es sich um den vermissten 16-Jährigen handelt.