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Grazer Stahl- und WalzwerkDer Stahlofen im Ökologie-Modus

Quasi still und heimlich wird in Graz die Hälfte des österreichischen Betonstahls erzeugt – und zudem umweltfreundlich.

Betonstahlerzeugung in Graz: Mit Elektrolichtbogenofen und im Walzwerk. © Marienhütte
 

Man kann es nicht anders sagen: Das Werk ist unscheinbar, presst sich unauffällig an die Südbahnlinie in Graz. Und doch wird hier die Hälfte des Betonstahls Österreichs erzeugt – 400.000 Tonnen Stahl verlassen jährlich das Werk. Etwa ein Drittel (!) des Grazer Stromverbrauchs fließt in die Marienhütte.

Man sei froh, dass man eher unscheinbar sei, betonen die Geschäftsführer Markus Ritter und Herbert Fohringer. „Stahlwerke sind nicht sehr populär, man verbindet sie mit rauchenden Schloten und schweißüberströmten Körpern“, seufzt Ritter. Die Marienhütte stelle genau das Gegenteil dar, es sei ein extrem ökologischer Betrieb.


Diese Behauptungen sind gut belegbar, das beweist ein nach internationalen Normen ausgestelltes Öko-Zertifikat, das die traditionelle Hütte (zunächst 1948 als Torstahlverwindebetrieb gegründet) erhalten hat. Die Daten wurden von der Technischen Universität Graz erstellt und von unabhängigen Experten verifiziert.


„Das Produkt herzustellen, ist keine Kunst“, sagt Ritter. Die Kunst sei es, dies energie- und ressourcensparend zu machen. Über die Jahre hinweg „haben wir da viele Verbesserungen und Optimierungen vorgenommen“, erklärt Fohringer.

Der Betrieb

Die Marienhütte ist ein Grazer Stahl- und Walzwerk knapp südlich des Grazer Hauptbahnhofes, das auf das Erzeugen von Betonstahl zum Armieren von Beton aus Schrott spezialisiert ist.

300 Mitarbeiter erzeugen im Jahr etwa 400.000 Tonnen Stahl. Es ist Österreichs einziger Hersteller von Betonstahl und deckt rund die Hälfte des gesamten heimischen Bedarfs ab.


In der Marienhütte kommt ausschließlich Schrott zum Einsatz, der zu 97 Prozent per Bahn angeliefert wird. Es werden quasi 1500 Schrottautos täglich verarbeitet.


Dieser Schrott wird zunächst im Elektrolichtbogenofen in sogenannte „Knüppel“ (13 Meter lange Barren) eingeschmolzen. Von dort geht es direkt in das unmittelbar daneben liegende Walzwerk, wo diese zu rundem Betonstahl ausgewalzt werden. Dies vermeidet, dass der Stahl neu aufgeheizt werden muss.


Die entstehende Wärme kommt zu drei Vierteln wieder der Stadt zugute: Rund zehn Prozent der gesamten Fernwärme von Graz stammt aus der Marienhütte. Sowohl der Schrott als auch der Betonstahl werden regional beschafft bzw. verbreitet – Importe oder Exporte über weite Entfernungen gibt es nicht.


Es gibt auch andere Stoffströme: Denn der Kalk, der beim Erschmelzen verwendet wird, wird zu Kunstgestein verarbeitet, das dann als Tragschicht im Straßenbau zum Einsatz kommt. Ein bedeutender „Abfall“ ist das im Staub enthaltene Zink. Über Filter wird er abgesaugt und zur Weiterverwendung verarbeitet.

Unter dem Strich überzeugt die Wiederverwertung in der Marienhütte: Das Schrottupcyceln kostet 420 Kilo CO2 pro Tonne. Würde man den Stahl anders erzeugen, 600 bis 1100 Kilo pro Tonne.

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Danke für Ihr Verständnis.

Mezgolits
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Es werden quasi 1500 Schrottautos täglich verarbeitet.

Vielen Dank - ich meine: Für viele Autos, die 1. sinnvolle Verwendung. Erfinder M.

DergeerderteSteirer
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Ja, das sind Unternehmen und deren Arbeiterschaft welche die Wirtschaft regional am Leben erhalten, .............

bei den Temperaturbedingungen sollten mal gewisse arbeiten müssen, das ist wahrlich kein Honigschlecken, ich ziehe den Hut mit vollster Hochachtung und Respekt vor allen die da beteiligt sind !
Ihr, welche da beschäftigt seid, von der Firmenleitung bis zum normalen Arbeiter macht das richtigste und das ist in der Zeit der überbordenden Globalisierung das einzig richtige !