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Reaktion auf Corona-ClusterTests in Schlachthöfen ja, zusperren nein

Sowohl Gesundheitsfachleute als auch die Betriebe selbst beobachten die Corona-Fälle in deutschen und oberösterreichischen Schlachthöfen genau. Ihr Rezept dagegen: großflächige Screenings auf freiwilliger Basis.

In Oberösterreich infizierten sich  u. a. Mitarbeiter von "Hubers Landhendl" mit Corona
In Oberösterreich infizierten sich u. a. Mitarbeiter von "Hubers Landhendl" mit Corona © APA/Scharinger
 

Nach dem großflächigen Corona-Ausbruch in Nordrhein-Westfalen und den Fällen in Oberösterreich – erst gestern wurden zwei weitere Fälle in Linz bestätigt – ist die Sorge vor weiteren positiven Tests in Schlachthöfen groß. Wobei: Die rechtliche und soziale Situation in Österreich und Deutschland sei „keinesfalls vergleichbar“, so Anka Lorencz von der Wirtschaftskammer. Die österreichischen Fleischverarbeiter seien deutlich kleiner und regionaler, zudem gelte ein kollektivvertraglicher Mindestlohn.
Trotzdem: „Winterähnliche“ Betriebsverhältnisse mit Temperaturen von höchstes zwölf Grad und Fließbandarbeit würden das Infektionsrisiko erhöhen, wie auch Franz Allerberger von der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (Ages) im Ö1-Mittagsjournal bestätigte. Hinzukommt, dass Abstandhalten nicht immer möglich ist und aufgrund des Lärmpegels bei der Fleischverarbeitung Arbeiter oft laut miteinander sprechen müssen, um sich verständigen zu können, und so mehr (möglicherweise virusbeladene) Atemtröpfchen erzeugen.

Kommentare (3)

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07ran
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11
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Teure Tests anstatt Vorbeugung

Zuallererst gehören die prekären Arbeitsbedingungen abgeschafft.

Aber hier hat die Politik jahrelang weggeschaut. Viele Besitzer solcher Firmen...sind....es gilt die Unschuldsvermutung...wohl auch in der Politik tätig.

zweigerl
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Abwehrreflex der Tiere

Nicht nur Tierschlachthöfe sind Produktionsstätten, bei denen die Arbeit unter Containerbedingungen durchgeführt wird. Ich schlage vor, auch wenn man mit solchen Theorien ins Mystifizieren gerät, den Fokus auch auf den Zusammenhang zwischen der Vernutzung und dem Hinschlachten der Tiere und dem Virus zu richten. Die Natur lässt sich nicht alles gefallen, und der Mensch lernt nur durch Katastrophen. Die Ätiologie des unheimlichen Virus deutet ja ebenfalls auf einen Abwehrreflex der ständig in ihrem Lebensraum attackierten Wildtiere. Die Einsperrquarantäne des homo sapiens hatte für diese höchst erfreuliche Konsequenzen.

daberni
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Auf freiwilliger Basis.

Genau die Betriebe, in denen besonders schlechte Arbeitsbedingungen herrschen, werden bei freiwilligen Tests sowieso nicht mitmachen. Alle die in so prekären Arbeitsverhältnissen leben müssen einfach getestet werden, wenn schon nicht der AG für entsprechenden Schutz sorgt, und den AG dann halt auch Strafen wenn es kein ausreichendes Hygienekonzept gibt.