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Neuer Grazer Stadtteil stellt sich vorWas fehlt, ist mehr Mut zur Architektur - Vielfalt stünde Reininghaus gut zu Gesicht

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Reininghaus
Baukräne, wohin man sieht © Ballguide/Hiebl
 

Um große Worte war man in Sachen Reininghaus nie verlegen. Der „ideale Stadtteil“ werde dort entstehen. Eine „Jahrhundertchance“ sei es, mitten im Grazer Westen 52 Hektar am Stück entwickeln zu können. Eine „Grazer Neustadt“ wachse dort in den Himmel.

Tatsächlich ist das Vorhaben beeindruckend: Am Reißbrett einen neuen Stadtteil zu entwerfen, in dem gleich viele Leute wie in Deutschlandsberg oder Gleisdorf wohnen können, ist eine große Aufgabe.

Ideal war dabei lange nichts. Anstatt Gebäude wurden Bücher und Luftschlösser produziert; anstatt Entwicklung aus einem Guss arbeiteten 17 einzelne Bauträger und die Stadtplanung an dem Projekt – im besseren Fall nebeneinander, im schlechteren gegeneinander.

All das hat sich nun geändert. Jetzt wird wirklich gebaut, wie die zahlreichen Kräne zeigen. Die Bauträger sprechen mit einer Sprache und haben auch eine gute Basis mit der Stadt Graz gefunden. Allen ist klar:
Reininghaus kann nur ein Erfolg werden, wenn alle gemeinsam agieren.

Ob am Ende ein Ideal steht, sei dahingestellt. Was man Stadt wie Bauträgern aber wünscht: mehr Mut in der Architektur. Die meistens Pläne schauen sich zum Verwechseln ähnlich. Vielfalt stünde Reininghaus gut zu Gesicht.

Kommentare (1)

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paulrandig
0
1
Lesenswert?

Vielfalt entsteht aus dem Fluss, nicht aus Hauruck.

(1) Es gibt Gestaltungstrends in der Architektur.
(2) Große Projekte werden über Wettbewerbe entschieden
(3) Die Teilnahme an Wettbewerben ist für Büros teuer.
(4) Wer aktuellen Trends, also gewonnenen ähnlichen Wettbewerben folgt, hat größere Chancen.

Wenn also zur selben Zeit, mit denselben Trends am Markt, Gestaltung passiert, ähneln sich die eigentlich unabhängigen Teilbeiträge oft verdächtig. Warum sonst sehen sich die Gründerzeithäuser alle so ähnlich und sorgen für ein homogenes Stadtbild? Warum sonst kann man oft aufs halbe Jahrzehnt erkennen, wann ein Gebäude gebaut wurde?
Im Idealfall ergibt sich trotz unterschiedlicher Teilnehmer ein harmonisches Bild. Im schlechtesten Fall ist es ein fantasieloser Einheitsbrei. Oft zeigt es sich erst durch die weitere Nutzung und die immer wieder einmal nötigen Korrekturen, welche Qualität ein Ensemble wirklich hat.

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