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Zweifacher MordversuchLangjährige Haftstrafen für Pärchen

Die Männer hatten die Frau und den Mann zuerst in einem Lokal in Liezen belästigt und danach geschlagen. Laut Anklage wollten sie sich dann an dem Trio aus Rumänien rächen.

Verfahren am Landesgericht Leoben © APA
 

Der Prozess gegen ein obersteirisches Pärchen am Landesgericht Leoben wegen zweifachen Mordversuchs ist Dienstagmittag ins Finale gelangt: Nach der Mittagpause wurden die Schlussplädoyers der Staatsanwältin und der Verteidiger erwartet. Danach zogen sich die Geschworenen zur Beratung, die insgesamt knapp fünf Stunden dauern sollte, zurück. Das Urteil: Der 29-jährige Steirer wurde wegen versuchten Mordes zu 16 Jahren Haft, seine Lebensgefährtin als Beitragstäterin zu 14 Jahren verurteilt. Die beiden haben Nichtigkeitsbeschwerde sowie eine Strafberufung eingelegt, womit das Urteil noch nicht rechtskräftig ist. Und das war passiert:

Das Pärchen - er dreifacher Vater, sie zweifache Mutter - war am 28. Oktober im obersteirischen Liezen in einer Disco zusammen ausgegangen. Als sie heimfahren wollten und bei der Garderobe ihre Jacken holten, trafen sie auf drei Männer aus Rumänien. Eine Auseinandersetzung folgte, schien dann aber geklärt. Das Paar wollte heim, wurde aber von den Rumänen Richtung Parkplatz verfolgt und vor dem Lokal blutig geschlagen.

Ein Opfer liegt seit damals im Wachkoma

Als das verletzte Paar danach mit dem Auto heimfuhr, entdeckten es am Weg plötzlich die Männer als Fußgänger am Straßenrand. Sie sollen zwei von ihnen absichtlich angefahren haben, ist der Anklage zu entnehmen. Eines der Opfer ist seither nicht ansprechbar und liegt wegen schwerer Schädelverletzungen im Wachkoma. Die 29-jährige Beifahrerin soll als Bestimmungstäterin agiert haben. Der Lenker des Fahrzeugs war ihr gleichaltriger Lebensgefährte. Bei dem Prozess widersprachen sich die beiden Beschuldigten allerdings und schoben sich die Idee, die Männer niederzufahren, gegenseitig in die Schuhe.

Der Beschuldigte stritt den versuchten Mord ab, jedoch gab er am Montag eine beabsichtigte Körperverletzung zu: "Ich wollte ihn mit dem Spiegel an der Hand erwischen, nicht töten. Ich dachte nicht im Entferntesten, dass es so ausgehen könnte." Erst von der Polizei habe er erfahren, dass er zwei Männer erfasst hatte und einer sehr schwer verletzt wurde. Die 29-Jährige wies jede Schuld von sich und gab an, den Vorschlag ihres Freundes gar nicht ernst genommen zu haben.