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Gratis-Tickets, FörderungenSo kämpfen steirische Skigebiete um Nachwuchs auf der Piste

Von Gratis-Skikarten bis zur neuen Schulskikurs-Förderung des Landes: Was alles getan wird, damit die Jugend weiterhin Ski fährt. Plus: Top-Job für Steirer in Salzburg.

© steiermark tourismus/ikarus.cc
 

"Zu teuer.“ „Zu aufwendig.“ „Zu wenige Schüler.“ „Zu wenige Lehrer.“ „Viele Schüler mit Migrationshintergrund, die mit Skifahren nix am Hut haben.“ – Die Liste oft genannter Gründe, warum die Zahl der Schulskikurse in den letzten Jahren zurückgegangen ist, ist länger als viele Skipisten.

Laut Studie des Grazer Sportlehrers Gerd Egger ist die Zahl von steirischen Schülern (NMS, AHS und BHS), die auf Schulskikurs fahren, seit 2008 um 9 Prozent auf 15.900 gesunken. Dass von den zuletzt 337 durchgeführten Skikursen steirischer Schulen (ohne Volksschulen) aber mehr als die Hälfte in anderen Bundesländern über die Pistenbühne gehen, ruft Tourismus-Landesrätin Barbara Eibinger-Miedl auf den Plan.

Land zahlt Transportkosten

Mit einer Skikurs-Aktion will das Land die Schüler zurück auf heimische Pisten locken. Ab dem Schuljahr 2019/2020 zahlt das Tourismusressort die Hin- und Rückfahrtkosten, wenn steirische Schulen einen mindestens viertägigen Skikurs in einem der 75 steirischen Skigebiete abhalten (s. Info). „Das hilft allen Seiten. Den Schulen, den Eltern und dem heimischen Tourismus“, so Eibinger-Miedl zur Aktion, für die bis 2021 jährlich 200.000 budgetiert wurden.

Auch plädiert die Tourismus-Landesrätin beim Bund für Aufweichungen bei den komplexen Organisations-Vorgaben. Skiausflüge von Volksschulen (inkl. Hin- und Rückfahrt) dürfen nicht länger als 5 Stunden dauern. Auch die Regel, wonach Skikurse nur stattfinden, wenn mindestens 70 Prozent der Schüler mitfahren, halte viele ab, so Eibinger-Miedl.

In letztem Punkt hat der Landesschulrat die Möglichkeit, auch bei geringerer Skifahrerquote Skikurse zu genehmigen. „Das tun wir auch beim Großteil der Fälle, die an uns herangetragen werden“, sagt Bildungsdirektorin Elisabeth Meixner.

Die Skikurs-Förderung freut naturgemäß auch den Präsidenten des steirischen Skiverbandes, Karl Schmidhofer: „Schulskikurse sind das Fundament für unseren Nachwuchs. Nur mit einer großen Breite können wir auch an der Spitze die Wintersportnation Nummer eins bleiben.“

Wo Kinder gratis fahren

Skifahren leistbar für Familien zu halten, ist angesichts der Kosten von Skiausrüstung bis Liftkarte, nicht einfach. Zuletzt preschten einige Skigebiete daher mit Aktionen vor: Kinder bis zu 7 Jahren fahren etwa auf den Schmoll-Liften in Steinhaus gratis; in Begleitung Erwachsener fahren Kinder auf dem Gaberl neuerdings bis zum 14. Lebensjahr gratis, am Niederalpl sogar bis zum 15. Geburtstag. „Wir haben die Gratiskarte für Kinder 2016 eingeführt und sensationelle Erfahrungen gemacht“, so Niederalpl-Sprecher Hermann Bischof. Die Besucherzahl habe sich auf 36.000 verdreifacht. Praktisch jedes weitere Skigebiet hat Familien-Rabatte.

Der Generalbefund, dass immer weniger Kinder Skifahren, wurde im letzten Jahr auch von den Eintrittszahlen widerlegt. Bei den Unter-14-Jährigen gab’s auf steirischen Pisten ein Plus von 7,8 Prozent.

„Natürlich könnten es sich die Großen leicht machen und Kinder auch gratis fahren lassen. Aber dann würde man den kleineren ihre wichtigste Grundlage wegnehmen“, sagt Seilbahner-Obmann Arthur Moser. Denn der Skifahrer-Nachwuchs für große Skigebiete lerne das Fahren meist auf den Pisten kleiner Lifte. „Deshalb müssen wir immer alle Betriebe mitnehmen“, so Moser, der wie berichtet den Hauser Kaibling verlässt. Seit gestern ist offiziell, wohin: Er wird Vorstand von „Snow Space Salzburg“, dem Zusammenschluss der Skiriesen Flachau, Wagrain und St. Johann.

Kommentare (1)

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wolfisch
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Schikurse

Schikurse sind anscheinend zu Prestigeveranstaltungen geworden.

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