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Abschuss in EinzelfällenSteiermark will den totalen Schutz der Fischotter aufweichen

Nach neuer Studie ändert Land seine Linie ab: In Einzelfällen und nach strenger Prüfung soll es künftig erlaubt sein, die EU-weit geschützten Fischotter zu dezimieren.

Die Fischotter lassen seit Jahren die Wogen im Land hochgehen © Andrea Izzotti - Fotolia
 

Nach vielen Jahren der verhärteten Fronten kommt jetzt Bewegung in den Streit um den Umgang mit den Fischottern. Wie berichtet, machen sich Fischer und Teichwirte massiv dafür stark, dass sie Fischotter bejagen (lassen) dürfen. Die europaweit geschützten Fischräuber werden immer wieder für leer gefangene Teiche und Flüsse verantwortlich gemacht. Bisher scheiterte ein Einschreiten allerdings daran, dass die Tiere laut EU-Recht nur dann geschossen werden dürfen, wenn ihr Erhaltungszustand als gut einzustufen ist. Genau das, so hieß es bisher vom zuständigen Landesrat Anton Lang (SPÖ), sei in der Steiermark aber nicht gegeben.

Nach einer neuen Studie zum Bestand der Fischotter sieht die Sache nun etwas anders aus. Genaue Angaben zur Zahl der Tiere legt Lang zwar nicht vor. Doch den neuen Erhebungen zufolge sei der Erhaltungszustand in den „kontinentalen“ Teilen der Steiermark (das entspricht den Regionen südlich von Frohnleiten) ab sofort als gut einzustufen. Für die nördlicheren, alpinen Regionen gelte das noch nicht – mit der Betonung auf „noch“. Denn die Prognose für diese Gebiete sei ebenfalls günstig.

Keine generelle Bejagung

Eine generelle Bejagung der Fischotter lehnt Lang dennoch weiterhin ab. Europarechtlich sei eine solche nur zu rechtfertigen, wenn der Erhaltungszustand der Otter in ganz Österreich als gut einzustufen wäre, was nicht der Fall ist, heißt es aus seinem Büro. Doch den leidgeplagten Teichwirten und Fischern will der Landesrat jetzt einen Notausgang öffnen. Wer Probleme mit dem Fischotter hat, kann künftig beim Land eine Einzelfallprüfung beantragen. An deren Ende kann stehen, was bisher nicht möglich war: eine Bejagung der Tiere in begrenzter Anzahl.

Voraussetzung soll allerdings sein, dass „sämtliche mögliche Schutzmaßnahmen“ bereits ausgereizt worden sind. Soll heißen: Bevor eine Bejagung infrage kommt, müssen erst Zaunanlagen, Fischgitterkäfige oder Netzbespannungen der Teiche eingerichtet werden. Hilft alles nichts und gehen die Schäden eindeutig auf den Otter zurück, könnten künftig Schüsse fallen.

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