110 Einsätze bis in die NachtRiesige Gewitterfronten brachten schweren Hagel

Tischtennisballgroße Hagelkörner, enorme Regenmengen mit mehr als 60 Litern pro Quadratmetern in der Stunde, umgestürzte Bäume: Erneut hat gestern eine gewaltige Gewitterfront die Steiermark getroffen. 110 Einsätze zählte der steirische Feuerwehrverband, der Hagel verursachte Schaden von 1,75 Millionen Euro.

Ein heftiges Gewitter zog am Nachmittag über das Land - im Raum Trofaiach kam es zu Überflutungen und Hagel, auch in Paldau standen Straßen unter Wasser © LFV/Fink, LR Sandra Schaffler, Sindy Kögler
 

Gleich eine Reihe von Gewitterfronten zogen am Dienstagnachmittag über die Steiermark. Immer wieder kam es zu heftigen Regenfällen und Hagel mit zentimetergroßen Hagelschloßen.

Ein Blick auf die Wetterkarten zeigte um 18 Uhr, wie heftig die Gewitterlinie ausfiel, die sich quer über der ganzen Steiermark zog - mit Starkregen, Sturmböen, Blitz und Hagel. "Vor allem in der Steiermark sind noch sehr aktive Gewitterzellen unterwegs", meldete kurz nach 18 Uhr die ZAMG, die etwa in der Messstelle St. Radegund 63 Millimeter Niederschlag gemessen hat, am Schöckl waren es 45 Millimeter und in Mariazell 44 Millimeter.

Bis in die Nacht hinein hinein mussten gestern die Feuerwehren praktisch in der gesamten Steiermark ausrücken – 110 unwetterbedingte Einsätze zählte der steirische Feuerwehrverband. Neben überfluteten Häusern waren die Helfer vor allem auch mit umgestürzten Bäumen und Vermurungen von Straßen konfrontiert. Bis Mitternacht hatte sich die Situation wieder beruhigt, die meisten Feuerwehren konnten wieder einrücken.

Eine heftige Gewitterlinie zieht sich quer übers Land - Starkregen und Hagel inklusive Foto © Kachelmannwetter
 

Erst am heutigen Tag werden die Schäden in der Landwirtschaft deutlich. vor allem in den Bezirken Bruck-Mürzzuschlag, Graz-Umgebung, Leoben, Murau und Murtal zerstörte der Hagel viele Kulturen. Laut Hagelversicherung gibt es in der Steiermark auf 8000 Hektar Schäden von 1,75 Millionen Euro.

 

Hagelschäden am Mais in Proleb Foto © Hagelversicherung

Ein heftiges Unwetter tobte zunächst über dem Mariazeller Land: Die Österreichische Unwetterzentrale (UWZ) rief die höchste Warnstufe - lila - für die Orte Mariazell, Halltal, Mürzsteg, Neuberg an der Mürz, Altenberg an der Rax, Gußwerk, St. Sebastian, Wildalpen, Gaming, Mitterbach am Erlaufsee und St.Aegyd am Neuwalde aus. Demnach musste mit Starkregen, Sturmböen mit mehr als 130 Stundenkilometern und starkem Hagel gerechnet werden. Um 14 Uhr war Mariazell mit 16,7 Grad übrigens zugleich der kälteste Ort in ganz Österreich, während es in Niederösterreich und Salzburg mehr als 33 Grad hatte.

Bach übergetreten: Unwetter über dem Bezirk Murtal

Regen

Peter Haselmann

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Peter Haselmann

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Peter Haselmann

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Feuerwehr/Walter Horn
Feuerwehr/Walter Horn
Feuerwehr/Walter Horn
Feuerwehr/Walter Horn
Feuerwehr/Walter Horn
Sarah Ruckhofer
Sarah Ruckhofer
Sarah Ruckhofer
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Auch die Wetterseite Kachelmannwetter.de warnte vor Unwettern in der Steiermark: Große Überflutungsgefahr durch Starkregen herrschte Dienstagnachmittag insbesondere auch in Murau und in Pölstal. Punktuell wurden Niederschläge von bis zu 67 Liter pro Quadratmetern gemessen. In der Weststeiermark blockierten Bäume die Straßen, am Abend würteten die Gewitter dann vor allem im Süden und Osten des Landes.

 

Gewitter und Überschwemmungen im Südosten: Bilder von den Einsätzen der Feuerwehren

Umgestürzter Baum in St. Stefan im Rosental

BFVFB/Wolfgang Patschok
BFVFB/Wolfgang Patschok
BFVFB/Wolfgang Patschok
BFVFB/Wolfgang Patschok

Hochwasser in Paldau

LFV/Fink

Hochwasser in Paldau

LFV/Fink

Hochwasser in Paldau

LFV/Fink

Hochwasser in Paldau

LFV/Fink
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Auch über Trofaiach und Leoben wütete gegen 15 Uhr ein schweres Unwetter, bei dem tischtennisballgroße Hagelkörner fielen. Die starken Regenfälle fiel allerdings nur sehr kurz aus: Es prasselte keine zehn Minuten lang nieder, die Feuerwehren Trofaiach, Niklasdorf und Hafning rückten zu Aufräum- und Pumparbeiten aus. Auf der S6 Semmering Schnellstraße wurde der Niklasdorftunnel vorübergehend in beiden Richtungen gesperrt, weil Fahrzeuge aufgrund des Unwetters im Tunnel stehen blieben. In Trofaiach stürzte ein Baum auf die B115a, außerdem standen kurzzeitig drei Keller unter Wasser.

Beim Aufstieg auf den Hochschwab traf gegen 14.30 Uhr ein Blitz einen 80-jährigen Wanderer. Der Mann konnte sich noch in eine Biwakschachtel retten und wurde später von der Crew des C 12 nach Bruck ausgeflogen.

Starkregen in Mitterdorf (Mürztal)

Zunächst sah es so aus, als würde das Unwetter im Norden von Graz vorbeiziehen, um halb sechs Uhr erstreckte sich die enorme Gewitterlinie  aber von Wiener Neustadt bis Graz. Besonders im Schöcklgebiet gab es enorme Regenmengen - mit 57 Litern pro Quadratmeter.

Starker Regen über dem Schöckl, fotografiert vom Dach des Styria Media Centers Foto © Günter Pilch

Eine weitere, heftige Gewitterzelle entstand kurz vor 18 Uhr im südwestlich von Graz. Vor allem im Raum Lieboch berichteten Leser von bis zu fünf Zentimeter großen Hagelschloßen. Im Bezirk Voitsberg riss das Unwetter Bäume um, auch bei Pumpeinsätzen und einem vermeintlichen Blitzschlag waren die Floriani gefordert - mehr hier! An der Messstation Graz-Thalerhof wurden 56 Liter Niederschlag pro Quadratmeter gemessen.

Unwetter: Unwetterfront erreicht den Bezirk Voitsberg

Raphael Ofner
Raphael Ofner
Raphael Ofner
Raphael Ofner
Raphael Ofner
Raphael Ofner
Raphael Ofner
Raphael Ofner
Raphael Ofner
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Am späten Abend war die Gewittergefahr noch immer nicht vorbei: Wie die Österreichische Unwetterzentrale berichtete, verlagerte sich die Gewitterlinie nach 20 Uhr langsam weiter nach Südosten, nur noch vereinzelte Gewitter waren unterwegs. Im Bezirk Südoststeiermark waren nach 20 Uhr noch elf Feuerwehreinsätze abzuarbeiten.

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Danke für Ihr Verständnis.

James47
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Wahnsinn

Unglaublich, aber auf der Autobahn darf man 140 fahren!!!!!

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oekoLogisch
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die 30 Daumen nach unten

zeigen den Level der Leser. Weniger Geschwindigkeit heißt weniger Spritverbrauch z.B. bei 110 statt 140 ca. 25 - 30% weniger Verbrauch, und nur minimal mehr Zeitverbrauch.
Weniger Verbrauch ist weniger stinken, könnte dem Klima gut tun oder?

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nevertheless00
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Unglaublich!

Oh du leidgeprüfte Steiermark ...

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