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NachrufGrazer "Weltraumpapst" Willibald Riedler verstorben

Er holte die Sterne nach Graz: Der bekannte Weltraumforscher Willibald Riedler starb am Mittwoch im 86. Lebensjahr. LH Schützenhöfer: "Steiermark trauert um einen großen Wissenschaftler."

Universitätsprofessor Willibald Riedler (1932 - 2018) © Elmar Gubisch
 

Er war einer der ganz großen Persönlichkeiten, die in der Steiermark gewirkt haben: Der gebürtige Wiener Willibald Riedler, der am Mittwoch im 86. Lebensjahr in Graz starb, war nämlich weit mehr als nur ein Wissenschaftler von Weltformat. Er holte die große Welt nach Graz und baute Kooperationen mit der ganzen Welt zu einer Zeit auf, als sich noch viele Forscher in Österreich mit sich selbst begnügten.

Riedler, 1932 geboren, studierte Nachrichtentechnik an der Technischen Universität Wien und promovierte auch. Parallel absolvierte er an der Universität Wien das Studium Meteorologie und Geodynamik. Ab Mitte der 1960-er-Jahre war er an der Erforschung des Weltraums – zunächst mit Ballonen – im Norden Europas tätig. Die Liebe insbesondere zu Finnland sollte ihn ein Leben lang begleiten.

1968 wurde er an die Technische Universität Graz berufen, baute aber daneben das Weltrauminstitut der Österreichischen Akademie der Wissenschaften und ein Institut bei Joanneum Research groß aus und auf. Über russische Kontakte gelang der Einstieg in die große Weltraumforschung, die 1991 in der der Gesamtleitung der Austromir-Mission (österreichischer Kosmonaut) gipfelte.

Riedler war nicht nur TU-Rektor und in zahlreichen Gremien international und national tätig, sondern setzte sich u. a. mit dem Tonstudium für eine einzigartige Kooperation TU Graz – Kunstuni ein. Neben vielen anderen Ehrungen, die er erhielt, ist er auch Ehrenringträger der Stadt Graz.

"Großer Wissenschaftler"

Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer würdigte den Verstorbenen: Dessen Wirken habe "maßgeblich dazu beigetragen, die Steiermark als ein Zentrum der internationalen Weltraumforschung zu etablieren. Der hervorragende Ruf der Steiermark als Forschungsland begründet sich auch auf seinen großen Verdiensten." Das Land trauere  "um einen großen Wissenschaftler, der mit seiner Arbeit auch einen wertvollen Beitrag zur Völkerverständigung geleistet hat."

 

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