AccessControl ac = AccessControl.getAccessControl(request);

BudgetverhandlungenEbbe in den Wohnbau-Kassen

Erste klare Ansage vor den Budgetverhandlungen: Wohnbaulandesrat Hans Seitinger drängt auf 1100 Wohnungen zusätzlich.

Dem Land fehlen die Mittel, um mehr leistbare Wohnungen wie hier in Kalsdorf bei Graz zu errichten © ÖWG
 

Erst malt die Opposition ein Schreckgespenst an die Wand, dann wischt es ein zuständiger Regierer wieder weg: Diese klassische politische Rollenverteilung wird im Wohnbau nun durchbrochen. Vom steirischen Wohnbaulandesrat Hans Seitinger (ÖVP): „Wir dürfen den Ernst der Lage nicht mehr ignorieren“, räumt er ein, dass sein Budget heuer nicht reicht. Operativ stehen knapp 37 Wohnbau-Millionen zur Verfügung: Für 1400 neue Einheiten, die mit Landeshilfe von den Genossenschaften gebaut werden.

Allerdings deckt man damit „gerade einmal den Bedarf in der Landeshauptstadt ab“, betont Seitinger. Daher macht er sich für ein Sonderbudget stark, wie es einst für den Verkehr eingerichtet worden ist. Ausmaß? Seitinger fordert Mittel für zumindest 2500 neue Wohneinheiten im Jahr. Als Auslöser des Alarms nennt der Wohnbaureferent die „explodierenden Wohnkosten“ vor allem in Graz.

Hintergrund: Die Landeshauptstadt wächst im Jahr um 3000 bis 4000 Einwohner und hält nun bei 283.869 Bürgern. Das sind um 57.625 Personen mehr als im Jahr 2001. Entsprechend stark stiegen die Preise: Zwar liegt Graz laut letzter Wirtschaftskammerauswertung mit 220,70 Euro pro Quadratmeter Baugrund im Hauptstädtevergleich nur auf Platz 6. Doch in der Praxis, weiß der Landesrat, werden in Graz „für einen Quadratmeter Grund und Boden auch 800 Euro bezahlt“.

Deshalb wird es für das Land und die Genossenschaften immer schwieriger, einen „hochwertigen und vor allem leistbaren Wohnraum zu schaffen“. Alle Versuche, die Kosten durch Rücknahme von Baunormen etc. in den Griff zu bekommen, schlugen nicht ein. So beharrt Seitinger bei den beginnenden Verhandlungen über das Doppelbudget 2019/2020 auf ein deutlich größeres Wohnbaukontingent.
Noch mehr Mittel bräuchte es auch für die neuen Jugendstartwohnungen in den Regionen. Die Entwürfe aus dem Architektenwettbewerb werden noch im Jänner vorgestellt.

Diskutieren Sie mit - posten Sie als Erste(r) Ihre Meinung! Kommentieren