Murkraftwerk GrazJetzt rücken für den Kanalbau die Betonmischer an

Während das Grazer Murkraftwerk langsam in die Höhe wächst, starten am Ufer die Betonierungsarbeiten für den Bau des Speicherkanals. Rodungen oberhalb des Kraftwerksstandorts sind abgeschlossen.

murkraftwerk,22,11,2017
Im Kraftwerksbereich fließt die Mur derzeit durch ihre künstliche Umleitung © Energie Steiermark/Gubisch
 

Ein Jahr ist es her, dass an der Grazer Mur die Bauarbeiten für das geplante Laufkraftwerk begonnen haben. Seither hat sich das Bild des Flusses im Süden der Stadt deutlich verändert. Die Uferböschungen wurden abgeholzt, die Mur windet sich seit Juni in einer provisorischen Schleife um den künftigen Kraftwerksstandort. Das Krafthaus selbst wird seit eineinhalb Monaten gebaut und wächst langsam in die Höhe. Die Grundfesten liegen 16 Meter unterhalb des Umgebungsniveaus.

„Wir befinden uns mit dem Bau voll im Zeitplan“, sagt Energie-Steiermark-Sprecher Urs Harnik. Nördlich des Kraftwerksstandorts wurden in die Ufer bereits die in 30 Meter Tiefe reichenden Dünnschalenwände eingelassen, die verhindern sollen, dass der künftig höhere Wasserstand der Mur den Grundwasserhaushalt beeinflusst. Im Sommer sollen in die Kraftwerksanlage die Turbinen der Andritz AG eingebaut werden, ein Jahr später kann die Staustufe in Betrieb gehen.

Parallel zu den Bauarbeiten am Kraftwerk geht es auch mit der Errichtung des 80 Millionen Euro teuren Speicherkanals voran. Die Baufahrzeuge bewegen sich auf der eigens angelegten Zufahrtsstraße im Bett der Mur. Inzwischen steht südlich der Radetzkybrücke auch eine Behelfsbrücke, die zum Bau der Kanalquerung benötigt wird. Die insgesamt sechs unterirdischen Querungen der Mur dienen dazu, auch die rechtsufrigen Entlastungsgerinne aus dem städtischen Kanalsystem an den Speicherkanal anzubinden. Dieser verläuft gänzlich unter der Oberfläche.

Murkraftwerk Graz: Bilder von der Baustelle

Blick auf den Bau des Krafthauses

Energie Steiermark/Gubisch
Energie Steiermark/Gubisch
Energie Steiermark/Gubisch
Energie Steiermark/Gubisch

Entlang des linken Murufers führt die Begleitstraße, die als Baustellenzufahrt dient

Jürgen Fuchs

Die Baustellenzufahrt im Bett der Mur mit Blick nach Süden

Jürgen Fuchs
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Diese Woche geht es mit den ersten Betonierungsarbeiten für den Kanal los. „Begonnen wird vom Kraftwerksstandort in Richtung Norden. Wir rechnen damit, pro Woche rund 70 Meter zu schaffen“, sagt Gerald Zaczek-Pichler, Sprecher der Holding Graz. Die nötigen Rodungsarbeiten im Stadtbereich seien abgeschlossen. Nur für die Fortsetzung des Kanals südlich des Kraftwerksstandorts müssen noch Bäume fallen. „Das wird aber erst im Winter 2019/20 passieren.“

Auch für das Kraftwerk selbst müsse nicht mehr gerodet werden, betont Harnik. Auch sämtliche Anzeigen, die von Gegnern im Laufe der Zeit gegen eingebracht worden sind, seien eingestellt worden. Harnik: „Nichts davon war stichhaltig.“

Kommentare (2)

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mostlant
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Gute Nachricht

Es ist schön zu hören dass dieses Projekt Murkraftwerk nun ungehindert fortschreitet. Unbestritten ist ja dass Wasserkraft in allen relevanten belangen die beste von allen methoden der Energieerzeugung ist.

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clawjelly
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Aber nur "generell".

Nur weil Wasserkraft generell als die beste Methode gilt, heisst das nicht automatisch, dass auch jedes Wasserkraftwerk gut ist. Blind jedes Grossbauprojekt zu unterstützen ist hirnlos.

Es hätte genug Alternativ-Lösungen gegeben, die billiger wären und weniger Natur zerstören. Nur wären die halt für Nagls Nutznieser nicht interessant bzw. bringen weniger Prestige. Stattdessen wird die Mur für Abermillionen zugepflastert.

Abgesehn davon hat Graz weitaus wichtigere Probleme, die von der Stadtregierung seit Jahrzehnten verabsäumt wurden.

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