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Opernredoute

Zwölf Meter Stoff und 2000 Strasssteine

Nina Ehrenhöfler und Sandra Lehofer haben als Diplomprojekt an der Modeschule Graz einen Traum in Blau für die Opernredoute maßgeschneidert. Von Alice Samec

Elke Bonstingl-Schwicker, Nina Ehrenhöfler, Alice Samec, Sandra Lehofer, Margit Trenkler und Direktorin Barbara Krenn-Schöggl
Elke Bonstingl-Schwicker, Nina Ehrenhöfler, Alice Samec, Sandra Lehofer, Margit Trenkler und Direktorin Barbara Krenn-Schöggl © Simon Möstl
 

Es glitzert und schimmert, es ist so federleicht, weich und anschmiegsam, dass ich es kaum spüre, einfach ein Traum von einem Kleid. Es ist – mein Ballkleid für die 18. Opernredoute am Samstag, von der Kleine-Zeitung-Redakteur Ernst Sittinger und ich ab 19.30 Uhr live berichten werden.

Schulprojekt Opernredoute-Kleid

Schulprojekt Opernredoute-Kleid

Die Künstlerinnen, die für diese Robe in 63 Stunden Arbeit mit viel Liebe und Geschick zwölf Meter Stoff und 1,5 Kilometer Nähseide verarbeitet haben, sind Schülerinnen der Modeschule Graz am Ortweinplatz: Nina Ehrenhöfler und Sandra Lehofer. Genäht haben sie es als Diplomprojekt während des Unterrichts. Vier Kleidungsstücke müssen gefertigt werden. „Und damit wir nicht die Materialkosten für alle vier Werke tragen müssen, haben wir uns für zwei Auftraggeber gesucht“, erklären sie mir. Einer der Glückspilze bin ich.

Los geht es Anfang November. Bei einem ersten Treffen wird Grundsätzliches besprochen: „Schlicht, dunkelblau“, ist mein Wunsch. Unzählige Stoffmuster – gebündelt in Frühling, Sommer, Herbst und Winter – werden an mein Gesicht gehalten und so mein Farbtyp bestimmt. Ich habe Glück: Dunkelblau passt perfekt.


Die Qual der Wahl

In den nächsten Tagen müssen dann die Bleistifte nur so über das Papier geflogen sein, denn kurze Zeit später legen mir die zwei jungen Damen acht Entwürfe vor – von insgesamt 48, die sie gezeichnet haben.

Die Fülle macht die Auswahl nicht leicht. Eine Skizze ist bezaubernder als die andere und ich habe die Qual der Wahl, wie auch bei den Stoffmustern, für die die beiden extra nach Wien gefahren sind. Zum Glück werde ich bestens beraten. Denn uns dreien zur Seite stehen während der Zeit zwei Lehrerinnen der Projekt-Werkstätte: Margit Trenkler (Textiltechnologie) und Elke Bonstingl-Schwicker. Gold wert sind die Tipps und Hinweise, die sie uns hin und wieder zuflüstern.

Zwei Wochen später ist es dann so weit. Das fertige Kleid wartet auf mich, ich darf zum ersten Mal hineinschlüpfen. Ich fühle mich wie eine Königin. Von nun an sind es nur noch Kleinigkeiten, die geändert werden – in meinen Augen. Der „Wasserfall“ beim Ausschnitt wird zum „Kragen“, eine kleine Schleppe soll der Rückansicht Pep verleihen.


2000 Strasssteine

Mit meiner Frage, ob ein wenig „Glitzer“ am Oberteil glanzvoll wäre, bringe ich die Schülerinnen unbeabsichtigt ins Schwitzen. In den nächsten Tagen werden 2000 Strasssteine Stück für Stück aufgebügelt (!), und das bei einem Stoff, der extrem rutschig und widerspenstig ist.

Für mich ist die Zusammenarbeit mit den beiden Heldinnen des Seidensatins vier Tage vor der Opernredoute beendet, mein Kleid ist fertig. Für die beiden geht’s richtig los: Denn jetzt erst beginnen Nina und Sandra damit, ihre eigenen Traumkleider zu nähen – die sie dann am Samstag an der Feststiege in der Oper präsentieren werden.

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