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Landesversorger

Energie Steiermark: EdF verkauft Anteile nach Australien

Knalleffekt: Die französische EdF verkauft ihre Beteiligung an der Energie Steiermark an australischen Investmentfonds. Land könnte die Anteile kaufen - wenn das Budget nicht so angespannt wäre. Von Günter Pilch

Hauptquartier der Energie Steiermark
Hauptquartier der Energie Steiermark © E-Steiermark
 

Monatelang war über den Verkauf von Teilen der Energie Steiermark spekuliert worden, jetzt ist es fix: Der französische Energiekonzern Electricité de France (EdF) beabsichtigt, seine 25-Prozent-Beteiligung am steirischen Landesenergieversorger an die australische Investmentfondsgesellschaft "Macquarie Infrastructure and Real Assets" (Mira) zu veräußern.

Wie die EdF am Sonntag mitteilte, ist die entsprechende Vereinbarung bereits ausgehandelt und unterzeichnet. Die Kaufsumme ist bislang unbekannt, dürfte sich laut Brancheninsidern auf 270 bis 340 Millionen Euro belaufen.

Land Steiermark muss zustimmen

Noch ist der Verkauf der Viertelbeteiligung plus einer Aktie aber nicht in trockenen Tüchern. Neben den zuständigen Wettbewerbsbehörden muss der Veräußerung auch das Land Steiermark zustimmen. Dieses hält bekanntlich die restlichen 75 Prozent an der Energie Steiermark und sitzt auf einem vertraglich vereinbarten Vorkaufsrecht, sollten die französischen Partner verkaufen.
So fordern etwa die Grünen, die Steiermark möge ihren Landesenergieversorger wieder zu 100 Prozent ins eigene Eigentum zurückführen. Entschließt sich der Landtag also, selbst zuzugreifen, wäre der französisch-australische Vertrag hinfällig.

Landesspitze skeptisch

Insider bezweifeln allerdings, dass das Land angesichts der budgetären Nöte fähig ist, eine Kaufsumme in der Größenordnung von um die 300 Millionen Euro zu stemmen. Entsprechend die ersten Reaktionen am Montag bei LH Hermann Schützenhöfer und Vize-LH Michael Schickhofer - Tenor: Ein Rückkauf wäre "finanziell äußerst fordernd".

Als mögliche Alternative wurden im Landhaus aber auch bereits Ideen wie eine "Volksaktie" gehandelt, über die private Anleger bei der Energie Steiermark einsteigen könnten. Die entsprechende Entscheidung muss die Landespolitik jedenfalls noch innerhalb dieses Sommers treffen. Bei der EdF kalkuliert man, den Verkauf "in der zweiten Jahreshälfte von 2015" bereits abgewickelt zu haben.

Fragen zu Sonderrechten

Spannend wird auch die Frage, ob mit dem Anteilspaket der Franzosen auch deren Sonderrechte an die australische Gesellschaft übergehen. Ein entsprechender Syndikatsvertrag sicherte der EdF etwa einen von zwei Vorstandssitzen in der Energie Steiermark zu, dazu kamen auch Veto-Rechte bei bestimmten Entscheidungen. Dieses Paket war den Franzosen einst 400 Millionen Euro wert.
Die Landesregierung wird kaum geneigt sein, den Australiern diese Rechte nun zum Nulltarif zu überlassen.

Der potenzielle Käufer, die australische Investmentfondsgesellschaft "Macquarie Infrastructure and Real Assets" (Mira), verwaltet nach eigenen Angaben international Beteiligungen mit einem Wert von mehr der 100 Billionen US-Dollar. Auf der lagen Liste der Engagements stehen in Europa etwa Thyssen-Gas, der Brüsseler Flughafen oder Windparks in Frankreich.

Kommentare (17)

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w7lijkq6rwopoljkgpf6skdmwdsznnpb
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Oh ja, eine Investmentfondsgesellschaft,

das ist genau der Partner, der uns für unsere Stromversorgung noch gefehlt hat… :(

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Altsteirer
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Wie hoch?

Wie hoch war denn 2001 der Verkaufserlös?

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Altsteirer
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oh, es war ja 1998 und soll 407 Mio gebracht haben. (angeblich sogar schon auf Euro umgerechnet)

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Efried
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Crowdfunding

Die Energie Steiermark lehnt es bisher ab dass Kunden mehr als 3000 € in einen Windpark investieren. Mit einem Crowdfunding könnte die Energieerzeugung noch grüner werden!

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w7lijkq6rwopoljkgpf6skdmwdsznnpb
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@Efried: Erstens sind Windparks nicht "grün" sondern Umweltzerstörung,

Zweitens würde ein Ausbau ausschließlich zu höheren Strompreisen führen.

Was in Österreich fehlt sind Grundlastkraftwerke, so lange wir die nicht haben müssen wir uns auf den Import von ausländischen Kohle- und Atomstrom verlassen. Wind und PV sind in Österreich reine Geldverschwendung – Subventionen dafür müssen unbedingt eingestellt werden.

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MartinP
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Da gehts aber im speziellen um Gewinnmaximierung und nicht um Energieerzeugung. Massenschnorrerei ist aber auch kein taugliches Hilfsmittel zur Verwirklichung von Energieprojekten.

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Efried
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nur ein Beispiel

Wessen Gewinn? ich wäre auch mit weniger Rendite zufrieden, wenn das Geld sicher und sinnvoll angelegt würde. Beispielsweise in intelligente Umformer, supraleitende Erdkabel...

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dzdvq29bhuxvbd57gz8ktog8fuk4cf60
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Nunja...

...da müssen sie zuerst auch die Genehmigungen für den Windpark habe. Im Falle des Windparkes auf der Handalm sind beginnend vom Alpenverein über diverse Umweltorganisationen bis hin zu vereinzelten Ferienhausbesitzer alle dagegen und haben Einspruch gegen die UVP getätigt. Wenn keine klare Genehmigung vorliegt würd ich auch nicht in irgendein Crowdfundig investieren.

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MartinP
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Der Widerstand würde wohl geringer, wenn man die beteiligten Gemeinden an der Energiegewinnung beteiligt. Aber die schöne Gegend verschandeln und dafür keinen Cent lockermachen, kommt halt allgemein nicht so gut an.

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dzdvq29bhuxvbd57gz8ktog8fuk4cf60
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Die Gemeinden selbst sind ja nicht dagegen...

Aber interessanter Vorschlag, ich werd jetzt bei mir in Graz vor unserem Wohnhaus Maut verlangen, weil wir haben auch 30.000 Fahrzeuge die täglich vorbeifahren und unsere Lebensqualität versauen. Da wären mit ein paar Windräder lieber...

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w7lijkq6rwopoljkgpf6skdmwdsznnpb
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@noname1: Und bevor Du dort eingezogen bist

sind keine Autos vorbeigefahren? Siehst Du, das ist der Unterschied!

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Efried
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Umweltschäden einpreisen

Ja aber dies könnte sich ändern, weil die Häuser immer näher an die Verkehrshölle heranrücken. Z.B. können Investoren sich die Lärmschirme nicht mehr leisten und werden bald Maßnahmen fordern, dass Umweltschäden verringert werden. Es wohl der vom autoabhängigen Wirtschaftsbund abhängigen Grazer ÖVP zuzuschreiben, dass auch die letzten Anreize sich umweltfreundliche Fahrzeuge zuzulegen gekippt wurden.

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w7lijkq6rwopoljkgpf6skdmwdsznnpb
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@Efried: Wie hoch willst Du den Umweltschaden von Windrädern ansetzen?

Angesichts der Landschaftsverschandelung und den bei Mensch und Tier verursachten Gesundheitsschäden müsste das eine astronomische Summe sein.

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Efried
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vorgeschobene Argumente

Menschen die den Umweltschaden der Windkraft beklagen haben oft keine Ahnung was die Verbrennung von Kohle anrichtet. Und sie sparen selten Energie weil sie am Land viel Auto fahren.

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w7lijkq6rwopoljkgpf6skdmwdsznnpb
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@Efried: Menschen, die in Österreich dieses Argument bringen,

wissen meistens nicht, dass wir Erstens längst keinen Strom mehr aus Kohle machen und dass Zweitens Wind oder PV kein Grundlastkraftwerk ersetzen können. Genau deswegen müssen wir ja Strom importieren, weil wir zu wenig Grundlastkraftwerke haben.

Aber darüber brauchen wir uns keine Gedanken zu machen, Import ist billiger als selber bauen. Wichtig ist nur dass die Österreicher endlich kapieren, dass wir keine Verwendung für Wind und PV haben, da wir Dank Wasserkraft bereits 2/3 EE haben.

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dzdvq29bhuxvbd57gz8ktog8fuk4cf60
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@Efried

Unser Haus steht schon seit 140 Jahren dort. Die Lärmhölle ist zu uns gekommen. OK, jedem sein Problem wenn er an eine bestehende Autobahn oder Eisenbahn oder Industrieanlage baut, aber jene die nichts dafür können - das ist eine eiskalte Enteignung... Einpreisung gerne - aber dann Bewertung und Entschädigung auf Verkrehsniveau wie vor 140 Jahren :-)

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dzdvq29bhuxvbd57gz8ktog8fuk4cf60
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Man sollte vielleicht die Geschäftsführer und Politiker...

...auch gleich dorthin schicken - in die australische Wüste.

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