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Öffnung des SportsBis zu 10.000 Fans für Experten Hutter "Gratwanderung"

Der Umweltmediziner Hans-Peter Hutter hält die am Mittwoch angekündigte Lockerung der Corona-Beschränkungen für Sport- und Kulturveranstaltungen für notwendig und vertretbar. Die Aufhebung dürfe jedoch keinesfalls ohne flankierenden Maßnahmen erfolgen, sagte Hutter im ORF-Radio. Massenevents wie Fußballspiele mit bis zu 10.000 Zuschauern bezeichnete der Experte als "Gratwanderung".

Fans dürfen sich bald wieder im Stadion tummeln
Fans dürfen sich bald wieder im Stadion tummeln © Hans Leitner
 

 

"Lockerungen sind grundlegend notwendig, auch aus gesellschaftlicher, aus sozialer Sicht, das ist keine Frage. Aber ebenso notwendig ist, dass diese Lockerung nicht ohne flankierende Maßnahmen stattfinden darf. Denn sonst landen wir genau dort, wo wir eben Anfang bis Mitte März waren, und das wollen wir alle nicht", meinte Umweltmediziner Hans-Peter Hutter und nannte die aktuelle Ausbreitung im deutschen Bundesland Nordrhein-Westfalen als Warnung. "Man sieht gerade an diesem Beispiel, dass das Ganze nicht aus ist, sondern dass es eine enorme Dynamik, dass es plötzlich wieder Hunderte, Tausende pro Tag geben kann, die positiv sind, und die natürlich eine neue Ansteckungswelle initiieren können."

Das von der österreichischen Regierung ab 1. September erlaubte Zuschaueraufkommen von 5.000 drinnen bzw. 10.000 im Freien dürfe nur unter gewissen Sicherheitsvorkehrungen erfolgen. "Es ist ganz wichtig, dass man vermittelt, gerade wenn es um Kulturbetrieb und Veranstaltungsbetrieb geht, dass das nur unter der Voraussetzung geschehen darf, dass das Ansteckungsrisiko minimiert wird." Deshalb wären ganz klare Sicherheitskonzepte notwendig. "Denn wir müssen die Gesellschaft als Ganzes vor einer unkontrollierten Ausbreitung schützen." Dementsprechend hätten auch die Veranstalter, speziell wenn es um größere Menschenansammlungen geht, eine besondere Verantwortung.

Fußball-Spiele vor bis zu 10.000 Fans im Stadion bergen für Hutter natürlich ein Risiko. "Es wird eine Gratwanderung sein. Hier wird man sehr klug vorgehen müssen, das wird definitiv eine große Herausforderung sein", so Hutter. Die Einhaltung des Mindestabstandes und die Händehygiene werde man ebenso wie das etwaige Tragen von Schutzmasken zu beachten haben. Eine Maskenpflicht bezweifle er aber. "Selbst wenn es eine gebe, ist die Frage, ob hier die Akzeptanz so groß ist." Man müsse sich bis September überleben, wie man damit umgehe. Eine wichtige Rolle spiele auch die Eigenverantwortung. "Es wird ohne das nicht gehen, sie können nicht Ordner bereitstellen, die auch noch das überprüfen sollen."

In geschlossenen Räumen wie Konzerthallen seien die Schutzmaßnahmen besonders zu beachten, betonte Hutter, der in Innenräumen bei der Unterschreitung des Ein-Meter-Sicherheitsabstandes Masken für notwendig hält. Ein wichtiger Faktor seien außerdem gut funktionierende Lüftungsanlagen. Die Durchführbarkeit aller Maßnahmen müsse man sich aber jeweils einzeln anschauen. Das Führen von Teilnehmerlisten bezeichnete er für die schnelle Rückverfolgbarkeit als ein geeignetes Mittel.

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