NFL4 Dinge, die NFL-Fans zu Saisonstart beobachten sollen

Bald, sehr bald, startet die neue NFL Saison. Bevor es nächste Woche mehr um die technischen Details der Saison geht, stellt die Kleine Zeitung vier Storylines vor, denen NFL-Fans in den nächsten Wochen besondere Aufmerksamkeit schenken sollten.

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Wie wird die neue Ära in New Orleans?

Jahr 1 in der New-Orleans-Ära nach Drew Brees. Der wohl beste Quarterback in der Saints-Geschichte verkündete nach der vergangenen Saison sein Karriereende und seither fragt sich ganz New Orleans und alle NFL-Fans weltweit, wie die Saints in Zukunft aussehen werden. Nachdem Taysom Hill letztes Jahr einen 21-Millionen Dollar Vertrag unterschrieben hat, war man sich nicht sicher, ob er der Nachfolger sein wird. Für einen Backup ist das viel Geld, für einen Starting-QB wiederrum zu wenig. Zudem hat Hill mehr als Schweizer Taschenmesser auf sich aufmerksam gemacht als durch seine Pass-Qualitäten. Für Woche 1 ist aber nun Gewissheit angesagt: Jameis Winston, ehemaliger Nr. 1-Overall-Pick (2015) führt die Saints aufs Feld. Sein Spielstil differenziert sich drastisch von den Lauf-Stil Hills und dem Kurz-Und-Genau-Stil Brees. Winston ist ein Garant für Highlight Würfe und Big-Plays – das betrifft allerdings die eigene Offensive wie auch die gegnerische Defensive. Man darf gespannt sein, was Head Coach Sean Payton aus ihm herauskitzeln kann.

Sind die Rams Super Bowl Aspirant?

Der Blockbuster-Move dieser Offseason ereignete sich bereits im Jänner, deshalb scheint das manchmal etwas vergessen zu werden, aber QB Matthew Stafford wurde von den LA Rams nach Cali geholt. Im Gegenzug wurde QB Jared Goff und zwei First-Round-Picks (2022, 2023) nach Detroit gesendet. Man sieht klare Ziele der beiden Teams: Die Lions sind im Umbruch, die Rams wollen den Super Bowl gewinnen - und das jetzt! Stafford ist 33 Jahre alt und trotzdem haben viele NFL-Fans das Gefühl, dass in ihm noch viel mehr Potential steckt, als man es bisher gesehen hat.  Eigentlich hatte er aber schon so einige gute Receiver in seiner Karriere (man denke an WR Calvin „Megatron“ Johnson), das kann nicht unbedingt der Grund für das eventuell noch nicht entfaltete Potential sein. Wenn Coach Sean McVay (der übrigens nur zwei Jahre älter ist als sein neuer QB) Stafford nicht zum Strahlen bringen kann, muss man wohl der Tatsache ins Auge sehen, dass Stafford nur den Schein von mehr Potential hatte. Stand jetzt ist man aber sehr optimistisch in LA – und zurecht darf man auch vom Super Bowl träumen.
In Detroit ist der Fokus zu 100% in der Zukunft: Die Lions sammeln hohe Draftpicks, spielen noch ein zwei Jahre mit Goff, während man das Teams neu aufbaut. Den größten „Excitement“-Faktor hat Rookie-OT Penei Sewell – das sagt wohl viel über die Qualität des Teams aus. Abgesehen von den jungen RB Swift und TE Hockenson sind die meisten Spieler wohl nur Lions-Fans oder eingefleischten NFL-Experten bekannt - die Namen der Top-Receiver lauten Amon-Ra St.Brown, Kalif Raymond und Tyrell Williams.

Heiße Hand oder Heißer Stuhl in Vegas?

Der gerade in Amerika als sehr charismatisch und populär angesehene Coach-dann-Experte-dann-Coach Jon Gruden sitzt in Las Vegas wohl schon am heißen Stuhl. Auch General Manager Mike Mayock hat eher mit einer kalten Hand als mit einer heißen seine Strippen gezogen – und das in der Casinostadt Vegas! Als Gruden im Jahre 2018 seinen 10-Jahres 100-Millionen-Dollar-Vertrag unterschrieben hat, sorgte das für einiges an Aufsehen. Nach jährlichem Gehalt steht Gruden auf Platz 3 der höchstbezahlten Coaches, nach Bill Belichick (NE) und Pete Carroll (SEA) und vor Sean Payton (NO) und John Harbaugh (BAL). Damals wurde eine Website namens isgrudengoneyet.com kreiert, die anzeigt, wie viel Geld Gruden verdient hat, verdient, während man die Seite besucht und noch verdienen wird – alle Coaching-Gehälter der NFL sind nämlich voll garantiert. In seinem nun vierten Jahr dieses Vertrages sollte Gruden aber schleunigst abliefern. Mayock wird wohl auch stark darauf hoffen, dass Spieler, die er gedraftet hat, endlich ihrer Draftposition gerecht werden – man denke damit an DE Clelin Ferrell (4th Overall 2019) oder WR Henry Ruggs (1. gedraftete Receiver in 2020). Zudem verließen so einige Star-Spieler wie ED Khalil Mack, WR Amari Cooper, OT Trent Brown und C Rodney Hudson ohne adäquaten Ersatz den Verein. Wenn die Raiders auch heuer die Playoffs verpassen (letztes Spiel: 7.1.2017 14-27 gegen Houston), wird es wohl sehr eng um die beiden Übungsleiter Gruden und Mayock. Übrigens, seit die Website erwähnt wurde, hat Gruden zirka $200 verdient.

Rookie-Quarterbacks

Fünf Quarterbacks sind in der ersten Draftrunde heuer geholt worden und alle könnten eher früher als später zum Starter in ihrem jeweiligem Team werden. Die ersten beiden Picks Trevor Lawrence (JAX) und Zach Wilson (NYJ) waren von Anfang die Starter ihrer Teams. Beide haben in der Preseason ihr Können gezeigt. Sie hatten aber durchaus mit den typischen NFL-Adaptions-Problemen Rookie-Quarterbacks zu kämpfen. Im Laufes der kommenden Saison (oder spätestens im zweitem Jahr) werden die beiden aber ihre Fans, Mitspieler und Trainer wohl noch sehr glücklich machen.


Der Nummer 3 Pick Trey Lance könnte der Rookie-Quarterback sein, der am wenigsten Spielzeit sieht, denn Jimmy Garappolo ist der Starter in San Francisco – auch wenn Head Coach Kyle Shanahan bereits Lance als situativen QB probiert hat. Jimmy G ist aber nicht unbedingt dafür bekannt der verletzungsfreieste Spieler zu sein, also wird Lance bestimmt dieses Jahr bereits zum Zug kommen. Seine Preseason war etwas wackeliger als die der anderen Rookie-QBs, aber das wusste man schon im Vorfeld – er galt im Draftprozess als der „roheste“ Quarterback, also der, der noch etwas Entwicklung (oder das richtige Umfeld) braucht.

Dagegen sind Mac Jones und Justin Fields viel „fertigere“ Spieler. Die Bears Fans wollen sowieso lieber Fields in Woche 1 starten sehen anstatt ihren eigentlichen Quarterback Andy Dalton (oder den 3. QB: Nick Foles), denn Fields zeigte im Sommer richtig auf.

Ebenso brillierte Jones in New England – manch einer fühlt sich an Tom Brady erinnert, wenn man Jones in der Patriots-Uniform am Feld spielen und interagieren sieht. Jones‘ Leistung in der Preseason veranlasste Bill Belichick sogar Cam Newton zu entlassen. Für etliche Experten und Fans kam das ziemlich unerwartet: Newton könnte als Backup doch sehr wertvoll sein – zumindest wertvoller als Brian Hoyer. Vielleicht hat Newton aber eine zu starke Präsenz auch in der Umkleide, und man will Jones keine Konkurrenz in Sachen Leadership geben.

Außerhalb von Runde 1 wird wohl kein Rookie-Quarterback auflaufen. Für sein Team als Starter auflaufen. Mit Ausnahme vielleicht QB David Mills, den Houston in Runde 3 (mit ihrem ersten Pick in diesem Draft) gedraftet hat. Nachdem Deshaun Watson wahrscheinlich nicht spielen wird, herrscht in Houston generell wenig Begeisterung, wenn man an die kommende Saison denkt. Derzeit ist Tyrod Taylor der Starter. Es würde durchaus Sinn machen, so vielen jungen Spielern wie möglich Spielzeit zu geben, damit die sich entwickeln können.
 

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