"Es wird brutal!" Teresa Stadlober erwartet für das letzte Rennen bei diesen Olympischen Spielen alles andere als einen Kindergeburtstag. 30 Kilometer in der freien Technik werden den Langläuferinnen in Zhangjiakou serviert und die 7,5 Kilometer lange Schleife hat es in sich. "Da musst du durchgehend arbeiten", sagt die Salzburgerin, "es sind zwar Abfahrten drin, aber auch da kannst du dich nicht erholen. Es ist eine Runde, die mir eher liegt und mit der Höhe habe ich auch keine Probleme." Mit der Bronzenen im Skiathlon hat sie sich bereits einen großen Traum erfüllt. Für den letzten Bewerb der Spiele hat sie sich auch noch einmal den Sprung auf das Podest vorgenommen. "Aber es geht schon viel bergauf. Eine Runde zum Beißen und Kämpfen und wir laufen sie viermal. Da werden sich Dramen abspielen." Neben dem Gelände wird vor allem die Kälte wieder zum ausschlaggebenden Faktor. "Wenn es so kalt ist, muss man viel trinken und eventuell auch essen. Es wird durch die Verhältnisse eher ein langsamer 30er", sagt Stadlober. Die Klassik-Spezialistin hat sich in der freien Technik gut weiterentwickelt. "Ich war schon beim Skiathlon im Skating stark und es wird auch so ein hartes Rennen."

Hart war auch der Teamsprint mit Lisa Unterweger. Das Rennen wurde mit dem sechsten Platz nicht nur ein weiterer Schub für das Selbstvertrauen, es war auch ein gezieltes Ausbelasten. Zuvor hat sie im Hinblick auf den 30er bereits einige Einheiten mit viel Umfang und weniger Intensität absolviert. Der Sprint war dann ein Durchputzer, ehe Stadlober die Speicher wieder aufgefüllt hat. Zwei Tage ist sie nach dem Rennen auch nicht in der Loipe gewesen. "Ein klassischer Sprint ist das Härteste, was es gibt", sagt sie, "danach hatte ich einen ordentlichen Muskelkater." Der Physiotherapeut hatte daher einiges zu tun, um die Regeneration anzukurbeln. "Ich fühl mich gut, die Verpflegung im Dorf ist nicht das Wahre, aber damit kämpfen andere genauso."

Stadlober zählt zu den Medaillenkandidatinnen. Neben ihr sind etwa die Russin Natalia Neprjajewa, die Finninnen Kerttu Niskanen und Krista Pärmakoski sowie Ebba Andersson (SWE) für einen Platz auf dem Stockerl gut. Gold wird aber wohl nur über eine Dame gehen: Therese Johaug. Die Norwegerin dominiert in der Skatingtechnik seit vielen Jahren und hat bei diesen Spielen schon zwei Goldene geholt (Skiathlon, 10 km Klassisch). "Sie wird schwer zu biegen sein. Das hat sie schon beim Skiathlon im Skating-Teil gezeigt, als sie davongelaufen ist. Die Strecke liegt ihr und die Höhe kommt ihr zugute. Ich glaube, sie muss sich die Goldmedaille nur abholen", sagt Stadlober. Die Norwegerin wird wohl auch das Rennen am Sonntag bestimmen, sagt Stadlober: "Die Frage ist, wann sie attackiert. Macht sie es schon am Anfang, oder laufen wir länger zusammen. Es wird davon abhängen, wie sie das Tempo gestaltet, denn ich denke nicht, dass von den anderen Athletinnen jemand Führungsarbeit übernehmen will."

Stadlober wird der Norwegerin aber nicht blindlings folgen. "Wenn sie attackiert, weiß ich nicht, ob ich mitgehen werden. Bei den anderen Athletinnen traue ich es mir zu." Die Einteilung der Kräfte wird aber zum Schlüssel zum Erfolg werden. "Ein 30er ist lange. Da kannst du 25 Kilometer super laufen und dann kommt der Hammer und du stehst. Das ist mir letztes Jahr bei der WM in Oberstorf passiert – da bin ich gestanden. Es wird ein hartes Rennen und ich glaube nicht, dass alle ins Ziel kommen werden."

Nach den Spielen wird sie erst einmal nach Hause fliegen, doch Pause gibt es keine. Der Weltcup in Lahti steht auf dem Programm und "wenn ich fit bleibe und den 30er gut überstehe, bin ich da am Start und dann geht es durch bis Ende März".