Olympische SpieleAlle Blicke sind auf Simone Biles gerichtet

Simone Biles ist einer der Superstars in Tokio. Die 24-jährige Ausnahmeathletin könnte erstmals bei Olympia einen neuen Sprung zeigen, der dann ihren Namen tragen würde.

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Simone Biles
Simone Biles © AFP
 

Unglaublich, aber wahr: Seit 2013 hat die US-Amerikanerin keinen Wettkampf mehr verloren und ist mit 25 Medaillen die bisher erfolgreichste WM-Teilnehmerin. Viermal Gold (Mannschaft, Mehrkampf, Boden und Sprung) und einmal Bronze (Schwebebalken) hatte die Ausnahmeturnerin bei den Olympischen Spielen 2016 in Rio de Janeiro gewonnen. Spätestens seither ist sie der unumstrittene Star der Szene. Vor Tokio war sie unter anderem auf dem Cover von „Health Magazin“ und „Wall Street Journal“ zu sehen.

Pünktlich zum Olympiaauftakt hat Biles sogar ein eigenes Emoji bei Twitter bekommen: eine Ziege in einem Turndress bei einem Spreizsprung und mit einer Goldenen um den Hals. Die Ziege ist eine Anspielung auf den Ziegenkopf, den Biles seit geraumer Zeit auf ihren Turnanzügen trägt. Er symbolisiert das englische Wort „Goat“ für Ziege – GOAT steht aber auch als Abkürzung für „Greatest of All Time“ (Größte aller Zeiten).

Simone Biles war erst Ende Mai nach einer 587 Tage dauernden Wettkampfpause auf die Turnbühne zurückgekehrt – und das mit einem Sprung, den nie zuvor eine Frau gezeigt hatte. Als Erste stand die 24-Jährige einen Jurtschenko mit doppeltem Rückwärtssalto gebückt.

Als Biles den Sprung im Training erneut gezeigt hatte, gestand sogar ihre Trainerin Annie Diluzo: „Ich war genauso schockiert wie alle anderen.“ Biles selbst verkündete nach dem Training nüchtern über die sozialen Medien: „Podiumstraining beendet – fühle mich ziemlich gut.“ „Wenn sie ihn so durchführt, könnten wir den Sprung im Bewerb sehen, aber ich weiß nicht, wann“, fügte Diluzo an. Glückt Biles der Sprung bei den Spielen, wird er zukünftig ihren Namen tragen.

Der US-Turnerin, der mehr als 4,4 Millionen Menschen auf Instagram und rund 1,3 Millionen auf Facebook folgen, ist nur 1,42 Meter groß, doch alle blicken zu ihr auf. Nicht nur aufgrund der Popularität, die sie ihrer Sportart verliehen hat, sondern auch wegen einer speziellen Geschichte: 2018, zwei Jahre nach ihren Coups von Rio de Janeiro, machte sie öffentlich, dass sie vom früheren Teamarzt Larry Nassar sexuell missbraucht worden sei. Noch immer ist das Thema für sie nicht abgeschlossen. „Oh, es ist noch lange nicht vorbei“, hatte sie jüngst in einer Sendung des US-Fernsehsenders CBS gesagt. Es gebe noch viele unbeantwortete Fragen. „Wer wusste was wann?“, fragte Biles.

Nach ihrer Ansicht hätten der Turnverband USA Gymnastics sowie das Olympische und Paralympische Komitee der USA zu wenig für die Aufklärung getan. Sie habe zu „einhundert Prozent“ das Gefühl, im Stich gelassen worden zu sein.

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