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Tokio 2021ÖOC fordert schnelle Impfung der österreichischen Olympia-Starter

Die österreichischen Athleten für die Olympischen Sommerspiele sollen rasch geimpft werden. Das fordert der Medizinische Beirat des Österreichischen Olympischen Comitees.

PK �OC LUKAS WEISSHAIDINGER
Werden Lukas Weißhaidinger und Kollegen bald geimpft? © (c) APA/HERBERT PFARRHOFER (HERBERT PFARRHOFER)
 

Der Medizinische Beirat des Österreichischen Olympischen Comitees (ÖOC) fordert eine rasche Impfung der potenziellen Kandidaten für eine Teilnahme an den Olympischen Sommerspielen in Tokio (23. Juli bis 8. August). Das ÖOC argumentiert seine Forderung mit einem Wettbewerbsnachteil der heimischen Athleten, falls dies nicht bald geschehe.

"Es ist davon auszugehen, dass das Infektionsrisiko für Top-AthletInnen in der intensiven Vorbereitungsphase weiter steigt. Nicht-geimpften AthletInnen würden ab sofort erhebliche Wettbewerbs-Nachteile entstehen. Zum einen durch den Umstand, dass ein Großteil der internationalen KonkurrentInnen schon geimpft ist, sich deren Ansteckungsrisiko drastisch reduziert und zum anderen, dass die Regeneration bei COVID-19-Infizierten ungleich länger dauert", erklärte das ÖOC nach einer Vorstandssitzung am Mittwoch in Wien per Presseaussendung.

Argumente des Medizinischen Beirates des ÖOC

  • Grundsätzliche Nachteile einer Nicht-Impfung von Teammitgliedern betreffen nicht erst die Olympischen Spiele selbst, sondern ab sofort die gesamte Vorbereitungsphase. Dies begründet sich darin, dass nicht-geimpfte Personen per se ein Covid-19-Infektionsrisiko haben, welches durch die aktuell steigenden Zahlen im In- und Ausland dementsprechend zunimmt. Da die Teams im Rahmen ihrer Vorbereitungen auch zwangsläufig reisen müssen und Kontakt zu Dritten haben, erhöht auch diese Tatsache das Infektionsrisiko. Es werden die AthletInnen zwar einer speziellen Prävention („Bubble“) mit multiplen Testungen unterzogen, diese hat aber sehr wohl ihre Grenzen, wie die täglichen Berichte von Neuinfektionen im Spitzensport zeigen. Sollte es zur Covid-19-Infektion eines nicht-geimpften Teammitglieds kommen, so ist das Risiko der Verbreitung der Infektion im engen Umfeld sehr hoch und beeinträchtigt auch weitere Teammitglieder (auch wenn diese „nur“ als Kontaktpersonen der Kategorie I bescheidet werden).
  • AthletInnen kommen demnächst in eine intensivere Phase der Qualifikationswettkämpfe und weiteren Vorbereitungen auf die OS, was auch das Immunsystem grundsätzlich mehr belastet als sonst. Somit ist davon auszugehen, dass das Ansteckungsrisiko für AthletInnen in der intensiven Vorbereitungsphase steigt. Bedingt durch die hohe Inzidenz von Mutationen in Österreich mit sehr viel höherem Ansteckungsrisiko ist die Impfung eine wesentliche Säule in der Prävention gegen Covid-19.
  • Eine Covid-19-Infektion einige Monate vor den Olympischen Spielen hat für die AthletInnen fatale Folgen: Dies betrifft selbst bei asymptomatischen Verläufen die 10-tägige Quarantäne mit maximaler Einschränkung des Trainings. In Abhängigkeit von der Intensität und der Dauer der Covid-19 Symptome kann die Folge die Nicht-Teilnahme bei Qualifikationswettkämpfen sein, bis hin zur Nicht-Teilnahme in Tokio aufgrund massiver körperlicher Einschränkungen. Dass eine schwere Covid-19-Infektion auch das Karriereende bedeuten kann, ist selbsterklärend und bedeutet somit für die betroffene Person ein Ende der Berufsausübung als SpitzensportlerIn mit finanziellen Einbußen.
  • Die Covid-19-Impfung muss in absehbarer Zeit erfolgen: Unabhängig vom Produkt können alle Impfungen von leichten bis hin zu schweren Impfreaktionen führen. Deshalb müssen die AthletInnen die Impfungen in ihrer persönlichen Olympiavorbereitung frühzeitig einplanen. Diese Impf-Planung muss auch Vorbereitungswettkämpfe berücksichtigen, ein optimales Timing ist zwingend notwendig. Ein sehr spätes Impfen hat nachteilige Folgen für AthletInnen!
  • Imageschaden der Nicht-Impfung für Österreich: Es ist Insiderwissen, dass viele Länder bereits Teammitglieder für Tokio geimpft haben bzw. einen klaren Impfplan mit Planungssicherheit für AthletInnen erstellt haben. Nicht-geimpfte AthletInnen aus Österreich stellen in Tokio ein Risiko für alle anderen dar, Covid-19-Fälle aus dem Olympic Team Austria mit potenzieller Ansteckung Dritter wären im Sinne eines Imageschadens in der Außenwirkung anzusehen. 
  • „Fair Play“: Ein Eckpfeiler in der Olympischen Bewegung ist der Begriff des „Fair Play“. Würden die meisten Nationen geimpft nach Tokio anreisen und an den Olympischen Spielen teilnehmen, Österreich aber nicht, dann wäre das aus medizinischer Sicht eine Ungleichheit.

Das ÖOC gab zudem bekannt, dass eine elfköpfige Covid-19-Taskforce unter der Leitung von Universitätsprofessor Wolfgang Schobesberger eingesetzt wird. Aufgabe der Experten aus den Bereichen Medizin, Sportwissenschaft und Virologie, dazu Athleten-Sprecher, Sportverbands-Vertreter und eine Mitarbeiterin des Innenministeriums ist, die internen Abläufe des österreichischen Olympia-Teams für Tokio zu definieren.

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