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Lkw-Reifen explodierte: Siegerauto kam nur mit Glück in Weiz an

Meisterschaftsleader Julian Wagner gewann die Weiz Rallye. Sein Autotransporter fuhr bei der Anreise in die Oststeiermark nur knapp an einer Katastrophe vorbei.

Die Startnummer 1 war die Nummer 1: Julian Wagner
© GEPA pictures
Die Startnummer 1 war die Nummer 1: Julian Wagner
Sigi Palz

Ein schlechter Morgen! Der Schlusstag der Rallye Weiz wurde bereits um 7 Uhr in der Früh gestartet. Und Spitzenreiter Hermann Neubauer machte gleich auf der ersten Sonderprüfung einen „Ausflug“. Das kostete dem Ford-Piloten nicht nur 18 Sekunden Zeit, sondern auch eine kleine Scheibe auf der Beifahrerseite. Es war ein kurioses Bild, als Co-Pilotin Christina Ettel beim Tankstopp die Autotüre öffnete und mit rot lackierten Fingernägel die letzten Glassplitter von ihrer Kappe putzte. Zu diesem Zeitpunkt übernahm Verfolger und Meisterschaftsleader Julian Wagner die Führung. Nach 14 Sonderprüfungen der Extraklasse hatte der Skoda-Pilot 16,7 Sekunden Vorsprung auf Neubauer.

Der Oberösterreicher war schon beim Eintreffen in Weiz „überglücklich“. Denn Wagners 650 PS starker Autotransporter hatte auf der Anreise unmittelbar nach dem Plabutschtunnel einen Radlagerbruch. In Folge explodierte ein Reifen und schleuderte einen Teil der Lkw-Seitenverkleidung auf ein daneben fahrendes Cabrio. Beide Notbremsungen waren erfolgreich, es gab auch keine Verletzte!

Sponsor dringend gesucht

Erfolgreich war in dieser Saison auch Günther Knobloch – in Weiz stand der Grazer Skoda-Pilot diesmal als Dritter (+1:57,4) auf dem Stockerl. Doch damit wird sich „Knobi“ wohl aus der Meisterschaft verabschieden. „Unser Budget war auf fünf Rennen ausgerichtet, die haben wir jetzt absolviert. Nur wenn sich ein großzügiger Sponsor findet, könnte es weitergehen.“ Nachsatz im Interview: „Wann denn dann, wenn nicht nach diesen Erfolgen“, meinte Knobloch.

Auch Willi Stengg nahm in Weiz zahlreiche Gratulationen entgegen. Der Rallye-Oldie und Teamchef-Goldi – eines seiner vier Autos pilotierte Sohn Roland – feierte vor wenigen Tagen seinen 50. Geburtstag.

Was noch aufgefallen ist? Einigen Piloten und Fans fiel das Lächeln ziemlich schwer. Zahlreiche Uniformierte und Zivilstreifen haben im Rallyezirkus Jagd auf Temposünder gemacht. Ein tschechischer Pilot wurde auf dem Weg zu einer Sonderprüfung gestoppt. Geld hatte er keines eingesteckt. So dauerte die „Amtshandlung“ etwas länger. Der Tscheche kam so zu spät zum Kontrollpunkt und fasste obendrein eine Zeitstrafe aus. „Ich gebe meinem Buam immer einen Hunderter mit“, verrät Stengg.