MotorsportBis zur Ohnmacht im Formel 1

Kärntens Ex-Formel-1-Pilot Patrick Friesacher fährt heuer wieder den Zweisitzer bei so manchem Grand Prix. Und hat natürlich viel zu erzählen.

Patrick Friesacher als Fahrlehrer © KK/Redbull
 

Liberty Media, der neue Besitzer der Formel 1, hat dem noch existierenden Formel-1-Doppelsitzer neues Leben eingehaucht. Als Crewchef fungiert Paul Stoddart, ehemaliger Minardi-Teamchef. Und man ließ Technik-Guru Mike Gascoyne einmal Hand anlegen, um den alten Tyrrell mit neuen aerodynamischen Flächen zu versehen, sodass das Vehikel annähernd einem modernen Formel 1 gleicht. Und das Beste daran: Im Heck verrichtet ein 10-Zylinder seinen Dienst. So klingt der Doppelsitzer schon einmal wie ein richtiger Formel 1.

Bei der Chauffeursfrage setzte Liberty Media auch auf Vertrautes. Und weil Patrick Friesacher schon viel Erfahrung mit dem Schlitten hatte, der Kärntner auch auf dem Red-Bull-Ring als Profi-Fahrlehrer tagaus tagein seinen Dienst vorzüglich verrichtet, wurde der Lavanttaler mit der ehrenvollen Aufgabe betraut, ganz besondere Gäste, um den jeweiligen Kurs zu chauffieren. Erstmals kam der Zweisitzer am vergangenen Wochenende in Barcelona zum Einsatz. Patrick Friesacher hat natürlich viel zu erzählen.

Neues Fahr-Vergnügen auf dem Red Bull Ring Foto © kk

Er habe das immer sehr gerne gemacht, sagt Friesacher, so könne er Fans viel näher an den Sport heranführen. „Es ist immer schwer, die Fahrt mit einem Formel 1 zu erklären, die Kräfte die an einem zerren, beim Bremsen, beim Beschleunigen, in den Kurven. Wie sehr da eine körperliche Fitness verlangt ist.“ Zwei Runden werden mit Ehrengästen gefahren. „Und die Leute sind dann fix und foxi. Die hätten alle keine dritte oder vierte Runde geschafft.“

So bekäme jeder einen ganz neuen Eindruck, „was es heißt, eine Renndistanz zu fahren, über eineinhalb Stunden. Die Reaktionen der Mitfahrer seien völlig unterschiedlich, erzählt der Österreicher. „Manche sind völlig verängstigt, weil sie das überhaupt nicht kennen. Andere sind wieder voll mit Adrenalin. In England hatte ich eine Mitfahrerin, die in Ohnmacht gefallen ist, weil sie die Fliehkräfte einfach nicht ausgehalten hat.“

Die schlechte Nachricht: nicht jeder kann in den Genuss der Mitfahrt kommen. Liberty Media wählt die „Co-Piloten“ nach speziellen Kriterien aus, eventuell Sponsoren, VIPs, Gäste. Aber man kann dafür auch im Rahmen einer Paddock-Club-Karte bezahlen, muss aber entsprechende Körpermaße mitbringen und Fitness gewährleisten.

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