SchweizDie Schweiz als WM-Dauergast

Hauptsächlich Legionäre bilden das Grundgerüst der Schweiz, die von WM-Endrunden nicht mehr wegzudenken ist.

© AP
 

Die Schweiz ist von Endrunden bei großen Fußball-Turnieren nicht mehr wegzudenken. In Russland tritt die "Nati" bereits zum elften Mal bei einer WM an. Zum dritten Mal in den jüngsten vier Anläufen soll zumindest das Achtelfinale erreicht werden. Der Weg dorthin ist für die Eidgenossen steinig, warten doch in der Gruppe E Rekord-Weltmeister Brasilien, Serbien und Außenseiter Costa Rica.

Die Schweizer präsentierten sich in der Qualifikation ähnlich souverän wie vor der WM 2014. Damals reichten sieben Siege und drei Remis für Platz eins. Diesmal war ihr bestes Quali-Abschneiden überhaupt mit neun Erfolgen und nur einer Niederlage zu wenig, da Gruppensieger Portugal bei der gleichen Bilanz das bessere Torverhältnis aufwies. Über das Play-off buchten die Schweizer noch ihr WM-Ticket. In zwei Duellen mit Nordirland war ein Elfmetertor von Ricardo Rodriguez in Belfast entscheidend.

Damit schafften die Schweizer den Sprung in einen elitären Kreis: Aus Europa haben sich daneben nur Deutschland, Frankreich, Portugal, Spanien und England in den letzten zwölf Jahren immer für die WM qualifiziert. Von einer "kleinen" Schweiz kann längst keine Rede mehr sein. Das Minimum-Ziel in Russland ist daher für den Achtelfinalisten der EM 2016 wenig überraschend wie 2014 das Erreichen der K.o.-Phase.

Damals hatten die Schweizer in einem Pool mit Sieger Frankreich, Ecuador und Honduras Rang zwei erreicht. Im Achtelfinale war nur knapp gegen Argentinien (0:1 n.V.) Endstation. In der Runde der letzten 16 war zuvor auch 1994 und 2006 das Aus gekommen. Das Viertelfinale zu erreichen wäre ein historischer Erfolg. Den nimmt der Weltranglistensechste auch ins Visier. "Wir wollen zeigen, dass wir weiterkommen können als ins Achtelfinale", verlautete Offensivspieler Xherdan Shaqiri. Die letzte von bisher drei Viertelfinal-Teilnahmen gelang 1954, als in der legendären "Hitzeschlacht von Lausanne" gegen Österreich (5:7) das Aus kam.

Teamchef Vladimir Petkovic war damals noch nicht einmal geboren. Der 54-Jährige ist seit August 2014 für das Team verantwortlich, seine Stützen sind größtenteils die gleichen wie zu Beginn seiner Amtszeit. Der mittlerweile 34-jährige Stephan Lichtsteiner fungiert als Kapitän. Auch die bei Basel ausgebildeten Granit Xhaka (Arsenal) und der in der ewigen Schweizer Torschützenliste mit 20 Treffern auf Rang drei liegende Shaqiri (Stoke City) haben internationale Karrieren eingeschlagen und sind das Herzstück der Mannschaft.

Positiv für Petkovic ist auch, dass er auf der Tormann-Position die Qual der Wahl hat. Mit Yann Sommer (Mönchengladbach), Roman Bürki (Dortmund) und Marwin Hitz (Augsburg) stehen drei Stammgoalies bei Clubs der deutschen Bundesliga zur Auswahl. Allgemein verdient das Gros der "eingeschworenen" Truppe im Ausland ihr Geld, nur der entthronte Serienmeister FC Basel stellt Teamspieler.

Kommentare (1)

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georgXV
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ÖFB

von der Schweiz könnten wir SEHR viel lernen !!!
Nachwuchsausbildung und -förderung; Trainerausbildung und -förderung; Ligabetrieb; usw., usw.

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