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Austria Klagenfurt

Kärntens Fußballzukunft liegt für Svetits in Klagenfurt

Am Freitag startet die Regionalliga in die neue Saison. Austria-Klagenfurt-Präsident Peter Svetits verteidigt im Interview seinen Ruf und will binnen zwei Jahren aufstiegen.

© KLZ/TRAUSSNIG
 

Der Saisonstart in der Regionalliga mit Austria Klagenfurt steht bevor. Was hat sich die Klubführung vorgenommen?

PETER SVETITS: Ich arbeite gerade an einer großen Umstrukturierung im Verein. Mit Matthias Dollinger und Heimo Vorderegger bin ich nicht mehr auf einer Linie. Ich vermisse das Engagement, Zusagen sind nicht eingehalten worden. Sie sollten Sponsorgelder auftreiben, das ist alles nicht passiert. Ich habe jetzt alles allein in die Hand genommen und versuche, den Verein so aufzustellen, dass wir in den nächsten zwei Jahren aufsteigen.

Worauf gründet sich aus sportlicher Perspektive diese Zuversicht?

SVETITS: Mir ist es gelungen, mit Manfred Bender einen absoluten Topexperten zu verpflichten. Ich habe in die Mannschaft reingehört, wie trainiert wird. Und ich habe eine sehr positive Rückmeldung erhalten. Die Spieler sind begeistert vom Training und das stimmt mich zuversichtlich. In den letzten Jahren habe ich nicht das Gefühl gehabt, dass professionell gearbeitet wurde.

Eine deutsche Agentur namens Hanseatisches Fußballkontor ist bei Ihrem Klub eingestiegen. Ist da die Seriosität gewährleistet?

SVETITS: Das ist hochseriös und es wird ja auch schon gelebt, aber es ist noch nicht alles unterschrieben. Seit sechs Monaten werden jedoch schon Zahlungen getätigt. Mir geht es nun um die Absicherung der nächsten zwei Jahre und das Vertragswerk ist zu 90 Prozent fertig.

Können Sie im Detail erläutern, wie die Kooperation abläuft?

SVETITS: Wir bekommen einen Geldbetrag für die Gehaltszahlung zur Verfügung gestellt. Sollten wir einen Spieler verkaufen, partizipieren sie am Gewinn mit. Da gibt es einen Aufteilungsschlüssel. Die Vereinbarung gilt jedenfalls einmal bis 2019.

Und Sie glauben fest daran, in zwei Jahren oben zu sein?

SVETITS: Ich selbst habe sogar die Erwartung, dass wir es vielleicht heuer schon schaffen. Wir haben die Möglichkeit, im Winter noch nachzulegen. Sollten wir unter den ersten drei und in Reichweite zur Spitze sein, können wir noch einen sechsstelligen Betrag in die Mannschaft investieren.

Ist die Vereinbarung mit dieser Agentur auch bundesligareif?

SVETITS: Ja, es ist für die Lizenzabgabe entscheidend. Das ist alles schon im Fertigwerden. Es sollte kein Problem sein, die Lizenz zu bekommen. Was ich noch erreichen will, ist eine Reduzierung der Fixkosten. Die sind für einen Regionalliga-Klub zu hoch. Da bin ich am Verhandeln, dass wir die Ausgaben für das Stadion um 50 Prozent senken können.

Kommen wir zu Ihrer persönlichen Situation. Es laufen einige gerichtliche Verfahren.

SVETITS: Dazu möchte ich mich derzeit öffentlich nicht äußern.

In Gesprächen mit Leuten aus dem österreichischen Fußball heißt es häufig: Mit Peter Svetits wird das bei Austria Klagenfurt wohl nichts werden. Sie scheinen nicht den besten Ruf zu haben?

SVETITS: Nein, das stimmt nicht. Ich habe den besten Ruf. Ich bin mit dem GAK Meister geworden, ich bin mit der Austria Meister geworden. Wer sind die Leute, die das sagen? Was haben die geleistet? Wo gibt es einen wie mich, den der Frank Stronach zweimal zurückgeholt hat?

Es steht unter anderem der Vorwurf im Raum, Sie hätten die Situation in erster Linie zu Ihrem persönlichen Vorteil genutzt.

SVETITS: Was heißt das? Ich wurde sehr gut bezahlt von Stronach. Aber ich habe auch meine Leistung gebracht. Der Frank Stronach war sehr zufrieden mit mir. Und man kann ihn fragen, er schätzt mich auch sehr. Der Erfolg war immer da. Aber das ist eigentlich ausgeräumt. Nur bleibt Negatives immer hängen.

Zur Lage in Klagenfurt: Warum ist es so schwierig, hier Sponsoren aufzutreiben?

SVETITS: Weil die wirtschaftlichen Gegebenheiten in Kärnten so schlecht sind, dass jede Firma andere Sorgen hat.

Aber im Lavanttal scheint es zu funktionieren. Es gibt den WAC, und ATSV Wolfsberg ist jetzt in die Regionalliga aufgestiegen.

SVETITS: Da muss man unterscheiden. Für einen Verein, der von oben nach unten gegangen ist, ist die Situation viel schwieriger als für einen, der von unten nach oben gekommen ist. In unserem Fall ist die Depression da. Wir werden dann wieder dick da sein, wenn wir oben sind.

Auch bei den Zuschauerzahlen, die ja zu wünschen übrig lassen?

SVETITS: Wir waren immer zu weit weg. Wenn wir um den Titel mitspielen, werden auch die Leute kommen. Und wir spielen mit 700.000 Euro jetzt endlich budgetmäßig in der gleichen Liga.

Wie stehen Sie zum WAC?

SVETITS: Hut ab vor dem, was der WAC geleistet hat. Da muss man einfach dem Präsidenten Riegler gratulieren. Nur eines ist auch klar: die Zukunft liegt in Klagenfurt. Die kleineren Vereine verschwinden mit der Zeit, weil sie ihr Budget nicht ausbauen können aufgrund der Infrastruktur. Und Riegler hat zu mir schon vor Jahren gesagt: "Ich weiß, wenn ihr hinaufkommt, wird es für uns sehr schwer."

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