Was ist es denn nun für ein Spiel gegen Austria Lustenau? Pflichtsieg? Schicksalspartie? Oder doch nur ein Duell um drei Punkte, wie jede Woche in der Bundesliga? Geht es nach den Hartbergern, lautet die Antwort wohl eine Mischung aus allen drei Möglichkeiten. Obmann Erich Korherr nahm nach den schwachen Vorstellungen in den vergangenen Wochen die Mannschaft in die Pflicht, forderte vier Punkte aus den nächsten zwei Spielen. Somit wäre das heutige (17 Uhr, Sky live) Spiel gegen den Aufsteiger schon eine Art Pflichtsieg, kommt nächste Woche mit Rapid nur ein bedingt schwächerer Gegner in der Oststeiermark. "Wir müssen ehrlich sein, Lustenau ist ein Gegner in unserer Tabellenregion, deshalb wollen wir unbedingt gewinnen. Wenn du die Klasse halten willst, brauchst du in einer Saison viele Pflichtsiege, wenn man sie so nennen will", weiß auch Kapitän Rene Swete.

Dennoch sei die Vorbereitung auf die Partie kaum von jenen anderen Spielen abgewichen. Zwar hielt der Hartberger Schlussmann fest, dass "jeder lieber mit einem Erfolgserlebnis in die Woche startet", die knappe 0:1-Niederlage in Salzburg war für Swete aber ein Schritt in die richtige Richtung. "Wir haben Charakter gezeigt und bewiesen, dass wir eine gefestigte Truppe sind, ein richtiges Mannschaftsgefüge. Sonst wirst du in Salzburg nicht nur mit 0:1 verlieren." Sein Trainer Klaus Schmidt zog ähnliche Lehren aus dem Gastspiel in der Mozartstadt, hatte aber dennoch mit dem Ausgang zu kämpfen. "Mit Spielglück bringst du das drüber, das war leider in unserer Situation nicht drinnen. Der Zusammenhalt funktioniert aber, das zeigt mir die Mannschaft auch jeden Tag. In Salzburg bekommst du sonst nämlich noch einmal fünf Tore."

Den Druck im Verein spürt Schmidt aber ganz deutlich, nicht nur aufgrund des ausgegebenen Punkteziels für die kommenden zwei Spiele. Die eigene Erwartungshaltung beeinflusse ihn deutlich mehr. "Ich mache mir selber ja den Druck, so eine Situation habe ich als Trainer noch nie erlebt. Das darfst du aber nicht mit in die Kabine nehmen. Ich versuche optimistisch zu bleiben und das gebe ich der Mannschaft auch mit."

Optimistisch dürften die Steirer mit Blick in die Geschichtsbücher aber nicht sein. Aufsteiger liegen Hartberg nämlich überhaupt nicht. Seit dem 1:0-Auswärtssieg in Tirol 2019 konnten die Oststeirer keine einzige Partie gegen einen aktuellen Aufsteiger, wie Lustenau in dieser Saison einer ist, gewinnen. Generell hat man seit dem Aufstieg eine Horror-Bilanz gegen die vier Vereine (WSG Tirol, Ried, Klagenfurt, Lustenau), die nach Hartberg in die Bundesliga aufgestiegen sind. In 23 Spielen setzte es 13 Niederlagen, bei sieben Remis und nur drei Siegen. Das zeigt wieder einmal, dass sich die Steirer gegen Klubs, die sportlich und wirtschaftlich in Reichweite wären, äußerst schwertun. Für Rene Swete kein Problem. "Laut unserer Auswärtsstatistik in Salzburg hätten wir dann ja auch voriges Wochenende viele Tore bekommen müssen ..."