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Celtic Glasgow und Glasgow RangersEine Stadt, zwei verschiedene Kulturen

Österreich gegen Glasgow heißt es heute in der Europa League wenn Rapid gegen die Rangers und Salzburg gegen Celtic spielt. Aber was prägt die beiden besten schottischen Vereine? Und woher kommt die Rivalität?

© APA/AFP/ANDY BUCHANAN
 

Sie kennen sich, gut sogar: Celtic Glasgow und die Glasgow Rangers sind insgesamt schon 413 Mal gegeneinander angetreten – damit ist das „Old Firm“ das am häufigsten ausgetragene Derby Europas. Und obwohl die beiden schottischen Klubs in derselben Stadt beheimatet und schon so oft aufeinandergetroffen sind, könnten die Vereine sich kaum mehr unterscheiden.

Celtic, der heutige Europa-League-Gegner von Salzburg, ist katholisch geprägt. Gegründet wurde der Verein bereits 1887 von Walfrid, einem irischen Ordensbruder. Und das ist auch das nächste starke Merkmal von Celtic. Obwohl schottisch und dadurch eigentlich britisch, orientieren sich die Celtic-Anhänger und der Klub eher an Irland, was sich auch in den Klubfarben widerspiegelt. Neben Grün und Weiß spielt auch die Farbe Orange eine große Rolle, über dem Celtic Park, dem stimmungsvollen Stadion des Klubs, wird die schottische sowie die irische Flagge gehisst, aber nicht die britische.

Protestantische Rangers

Beim erbitterten Erzfeind, dem Gegner Rapids, ist dies genau umgekehrt. Der 1873 gegründete Klub ist protestantisch angehaucht – bis 1989 spielten ausschließlich protestantische Fußballer beim schottischen Rekordmeister (54 Titel). Die Verbindung zum „Union Jack“, der britischen Nationalflagge, ist so stark, dass der Klub meist in blauen Trikots, weißen Hosen und roten Stutzen auftritt – eben in den Farben der Flagge. Die britischen Sympathisanten empfanden die irische Einwanderungswelle und deren Bekenntnis zu Irland von jeher als Provokation.

Was die Rivalität noch verstärkt, sind zwei Vorfälle in der Derby-Historie. 1931 starb Celtic-Tormann John Thomson nach einem Zusammenstoß mit Rangers-Angreifer Sam English an den Folgen eines Schädelbasisbruchs. 40 Jahre später waren es 66 Zuschauer, die ein Derby nicht überlebten: Beim Stand von 0:1 aus Sicht der Rangers verließen Tausende Anhänger das Stadion, als dann doch noch der Ausgleich fiel, stürmten die Fans wieder ins Stadion zurück, eine Massenpanik folgte.

Das Parlament greift ein

Sogar das schottische Parlament hatte sich in jüngerer Vergangenheit in die Rivalität der beiden Vereine eingemischt: So ist es seit 2011 verboten, sektiererische, religiöse oder politische Lieder in der Öffentlichkeit zu singen. Damit soll der gegenseitige Hass der Fangruppen gedämpft werden.

Rein sportlich herrschte in den vergangenen Jahren Dürre zwischen den beiden Vereinen, da die Rangers aufgrund finanzieller Schwierigkeiten 2012 Insolvenz anmelden und in der vierthöchsten Spielklasse einsteigen mussten. Seit zwei Jahren sind die Rangers aber wieder erstklassig, die Rivalität mit Celtic wurde neu geboren.

Celtic auf der Überholspur

Allerdings fehlt sportlich auf den Rivalen momentan noch einiges. Die „Bhoys“ haben in der Abwesenheit der Rangers auch in puncto Meistertitel aufgeholt, haben nun 49 zu Buche stehen. Fünf fehlen also noch, um die „Gers“, wie sich die Rangers nennen, einzuholen. Das würde ein weiteres Kapitel in der großen Rivalität der beiden Klubs aus Glasgow, die unterschiedlicher nicht sein könnten, aufschlagen.

Bis es so weit ist, wird aber noch das eine oder andere brisante Derby vergehen.

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