Nach vergebenen ElfernRassistische Beleidigungen gegen Marcus Rashford, Jadon Sancho und Bukayo Saka

Englands Fußballverband FA hat rassistische Beleidigungen im Internet nach dem entscheidenden Elfmeterschießen kritisiert. Man stehe voll und ganz hinter der Mannschaft.

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Große Enttäuschung nach dem Elfmeterschießen © AP
 

Nach rassistischen Beleidigungen gegen die beim Elfmeterschießen im EM-Finale erfolglosen Profis Bukayo Saka, Marcus Rashford und Jadon Sancho hat sich der englische Fußballverband gewehrt. "Die FA verurteilt alle Formen von Diskriminierung und ist erschüttert über den Rassismus online, der in den sozialen Netzwerken auf einige unserer England-Spieler zielt", hieß es in einer in der Nacht zu Montag verbreiteten Stellungnahme.

"Wir könnten nicht deutlicher machen, dass jeder, der hinter solch widerlichem Verhalten steckt, als Anhänger unseres Teams nicht willkommen ist. Wir werden tun, was wir können, um die betroffenen Spieler zu unterstützen und drängen zugleich auf die härtest möglichen Strafen für jeden, der verantwortlich ist", schrieb die FA weiter.

Premierminister Boris Johnson mahnte zu mehr Respekt. "Dieses England-Team verdient es, als Helden verehrt und nicht rassistisch beschimpft zu werden", twitterte der Regierungschef am Montagmorgen. "Die Verantwortlichen für diese entsetzlichen Beschimpfungen sollten sich schämen." Der für Medien, Kultur und Sport zuständige britische Minister, Oliver Dowden, drohte den Betreibern sozialer Medien mit empfindlichen Strafen, sollten sie nicht stärker gegen rassistische Beleidigungen auf ihren Plattformen vorgehen. "Unser neues Gesetz zur Sicherheit im Internet wird sie zur Rechenschaft ziehen mit Strafen von bis zu zehn Prozent des globalen Gewinns", so Dowden auf Twitter.

Nach Angaben der US-Nachrichtenagentur AP ermittelt die Londoner Polizei wegen "beleidigender und rassistischer" Nachrichten in den sozialen Netzwerken. Der 19 Jahre alte Saka vom FC Arsenal hatte im verlorenen Finale gegen Italien den letzten Elfmeter vergeben. Zuvor hatten bereits der 23 Jahre alte Rashford von Manchester United und der 21 Jahre alte Sancho verschossen. Nur die beiden ersten Schützen Englands trafen ihre Versuche. Italien gewann das Elfmeterschießen 3:2.

Sancho und Rashford waren von Trainer Gareth Southgate erst kurz vor dem Ende der Verlängerung eingewechselt worden. Die Nationalmannschaft Englands war vor jedem Spiel bei der EM auf ein Knie gegangen, um gegen Rassismus und Diskriminierung zu protestieren.

Kommentare (47)
Martinzizek
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love football hate racism

Leider wird Rassismus in "unserer" Gesellschaft noch immer viel zu oft toleriert. Solche Dummköpfe gehören ausgeforscht und mit Sozialdienst oder empfindlichen Geldstrafen bestraft.

seinerwe
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Dummheit

kann man nicht bekämpfen, nur ignorieren. Jede Reaktion freut diese Querulanten

Mein Graz
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@seinerwe

Das ist nicht Dummheit, das ist Rassismus. Das sind keine Querulanten, das sind verbohrte, ewiggestrige Rassisten.
Rassismus MUSS bekämpft werden, und Rassisten darf man nicht hinnehmen!

seinerwe
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Und

wie erfolgreich war der bisherige Weg?

Mein Graz
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@seinerwe

Zu erfolglos, wie man sieht.
Durch ignorieren wird der Weg für Rassismus nur noch ebener.
Und ignorieren ist "nicht zur Kenntnis nehmen" und stärkt Rassisten in ihrer Einstellung, weil ja eh keiner was dagegen sagt.
Das wäre ein Rückschritt ins vorige Jahrhundert.

VH7F
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Sind das die gleichen Fans, die bei der Hymne Pfeifen und Buhen?

Auf die kann man gerne verzichten.

zweigerl
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Gutgemeinte Gesten

Wieder einmal zeigt sich, was solche gutgemeinten Gesten wie das Niederknien - sie kosten ja nichts - in Fällen bewirken, wo diese Differenzen plötzlich relevant werden. Auch Mister Chamberlaine kniete vor "Herr Hitler", der sich die Geste grinsend gefallen ließ. Die Parallele geschah dieser Tage in Österreich, als ein Parteitagsbeschluss der SPÖ die Abschiebung von Afghanen zu stoppen wünschte und nach dem grässlichen Afghanen-Mord deren glücklose Chefin über die versäumte Afghanen-Abschiebung herzog. Bekanntlich predigen pädophile Priester die Sündenlosigkeit usw.

Bluebiru
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@Zweigerl

Uff, da haben sie wieder alles hineingemantscht, wofür sie stehen.

Schrecklich! Nicht die Situation, die sie sich ohnehin zurechtbiegen, sondern ihr Post und - berücksichtigt man, was sie immer so von sich geben - ihre Persönlichkeitsstruktur.

Gehn's doch lieber mal ein Eis essen. Vielleicht wird dann ihr Lebensfrust auch ein wenig kleiner.

zweigerl
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Wachsam bleiben und nicht zu viel Eis essen

Sie haben natürlich Recht - Persönlichkeitsstrukturen sind vermutlich KOnstanten eines individuellen Lebens, was nicht heißt, dass man sie nicht erkennen und sich darauf einstellen kann. Man ist ja lernfähig. Aber auch die anthropologische Struktur des Menschen an sich ist eine Konstante, deren negative Seiten so lange ignoriert werden, bis es wieder einmal passiert ist und es stracks von der Humanität über die Nationalität zur Bestialität geht. Sagte der Franz Grillparzer, um es auf die Geschichte im 19. Jahrhundert zu beziehen, die sich dann in diesem Sinn im 20. Jahrhundert mit zwei Weltkriegen entfaltet hat. Man muss wachsam bleiben und darf sich auch im brühheißen Sommer nicht allein dem Eisessen hingeben.

Lodengrün
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Wo

wir wieder bei Verallgemeinerung wären und uns aller möglichen und unmöglichen Ereignissen bedienen. Ich sage nur: „es ist nur ein Spiel“. Wird allerdings wie so oft zu irgendetwas hochgepusht. Manipulation der Massen wie sie schon Elias Canetti beschrieben hat.

lombok
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Ist halt ein Unterschied, ob ...

... Afghanen sich an unsere Regeln halten oder nicht. Wer sich auch nur eine Kleinigkeit zu Schulden kommen lässt, muss sofort in seine Heimat. So ist es ja in den USA, in Australien usw auch.

Das meint die SPÖ - und nix anderes!

zweigerl
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Mal was Neues

Auch was Neues: Die SPÖ mit ihrer ferngesteuerten Vorsitzenden trifft eindeutige Entscheidungen.

Alfa166
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An alle fanatischen Fans da draußen: Es ist nur ein Spiel,

Es geht die Welt dadurch nicht unter, wenn irgendwer einen Elfer vergibt oder im Abseits steht oder sonst was passiert. Das Rad dreht sich trotzdem noch ganz normal weiter. Viele vergessen das immer wieder.

hannes010
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Grauenhaft

Wenn Fußball solches abscheuliches Verhalten Vieler mit sich bringt, dann ist dieser Sport ekelhaft und gehört abgeschafft!

FRED4712
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du meinst, dass Rassismus

ein Bestandteil von Fussball ist?? .....es zeigt nur, dass es das AUCH dort gibt...nicht mehr und nicht weniger

AloisSteindl
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Das KInd mit dem Bad ausschütten

Ich habe absolut nichts dagegen, wenn sich jemand gern sportlich betätigt.
Aber das Problem ist, dass das Fußballfieber häufig für alle möglichen und unmöglichen Zwecke ausgenutzt wird. Politiker versuchen sich den Nimbus eines Volkstribuns zu verschaffen, wenn sie Spiele besuchen und Vereine fördern. Leider nützen auch Medien solche Ereignisse aus; sie erhöhen sicher die Auflagen. Aber es wird geradezu eine Kriegsstimmung befeuert, bei Weitem nicht nur beim Fußball, aber hier fällt es besonders stark auf. Irgendwie habe ich den Eindruck, dass versucht wird, die überschüssige Energie der Rowdies auf diese Weise zu kanalisieren, aber man stachelt sie damit eher noch an.
Ich würde mir wünschen, dass sich alle, die eine solche Stimmung erzeugen (inklusive der Kleinen Zeitung), an der Nase nehmen und ihre Berichterstattung reflektieren.

Mein Graz
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@hannes010

Ich bin nicht unbedingt ein Fußballfan, trotzdem widerspreche ich dir.
Nicht der Fußball ist schuld sondern die Personen, die rassistische Äußerungen tätigen!

Wenn ein Kellner, der jemandem die Suppe drüber geschüttet hat, beschimpft wird, ist auch nicht die Suppe schuld oder der Wirt, sondern der Beschimpfer.

hannes010
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ja

das weiss ich schon, ich wollte nur direkt mal das sagen! Natürlich kann die Sportart per se nichts dafür, aber die unmöglichen Leute, die soviel Unsinn sicherlich auch woanders von sich geben, bringen halt viel Negatives dadurch ein!

zill1
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Fussball

Abscheuliches Verhalten kommt auch im Nichtsport vor ! Ich fordere ja auch nicht das die Kirche abgeschafft wird nur weil ein paar Pfarrer irgendwas verbotenes machen

zweigerl
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Sport=Kirche?

Ich sähe da schon einen gravierenden Unterschied zwischen Sport und Kirche: Der Sport bildet die agonalen Aspekte des Lebens ab mit der Quintessenz: Der Stärkere siegt! Das hat nichts mit Moral zu tun, schon gar nicht mit einer wehleidigen altruistischen Moral, niemanden "zu diskriminieren", indem man ihn besiegt. Die Kirche hingegen geriert sich als moralverkündender "Fels Gottes" und begeht dann hinterrücks, nachdem sie Sündelosigkeit gepredigt hat, die schlimmsten Moralverstöße. Offen verkündet sie litaneinhaft eine "Botschaft" und betätigt sich, um den Anschein zu wahren, "karitativ". Das macht sie natürlich zu einem lebensabseitigen Wolkenkuckucksheim, in dem keine wirklichen Probleme gelöst werden, sondern sich alles irgendwie unterm Glorienschein der Transzendenz verflüchtigt. Der kurz aufgeflammte Konflikt zwischen den politiktreibenden Türkisen und den pastoralen Kirchenoberen hat darin seinen Grund.

8230HB
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Krank

Für viele ist Fussball anscheinend nichts anderes als ein Ventil für ihre Aggressionen. Wir haben beim Rassismus viel zu lange weggesehen, immer wieder erleben wir wie tief er in der Gesellschaft verbreitet ist, und auch die Politik trägt hier ihres dazu bei.
Diese EM war sportlich eine der Besten, die Spieler, die man nun verdammt, haben England ins Finale gebracht. Dazu kann man ihnen gratulieren.

MuskeTiere4
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Englands Team hätte keine Final-Elfer vergeben können, ohne diese drei Spieler!

Da haben offenbar wieder diejenigen auf Fehler gelauert, um sich in der allgemeinen Enttäuschung ihre rassistischen Beleidigungen und entbehrlichen Rülpser loszuwerden.
Dazu: Abwertung anderer, erhöht den eigenen Wert nicht! Es zeigt nur, wie wenig Selbstachtung in den Beleidigern vorhanden ist. Wenn das immer noch und immer wieder so viele sind, dann liegen die Wurzeln dieser Menschenverachtung tiefer als einem lieb sein kann! Wenn die Augenhöhe verloren ist, wird es meistens "tief" und "tiefer". Dagegen muss auch nicht nur kosmetisch, also an der Oberfläche vorgegangen werden. Gibt es genug Beschäftigung, bei der die eigene Würde gewahrt bleibt, bei der genug Zufriedenheit aus der Tätigkeit gezogen werden kann, gibt es vermutlich auch weniger Grund sich selbst überhöhen zu wollen oder gar auf Kosten anderer zu müssen!

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