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VSV-AnalyseDas Scheitern des VSV war hausgemacht

Viele Faktoren spielten beim erneuten sportlichen Misserfolg der Adler eine Rolle. Der Vorstand ist nun gefordert dem VSV eine neue Identität zu geben.

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Auch Markus Peintner und Ken Strong wurden von ihren Tätigkeiten entbunden © (c) GEPA pictures/ Jasmin Walter
 

Für Wunder muss man beten, für Veränderungen aber arbeiten.“ Das Zitat des Philosophen Thomas von Aquin kann durchaus auch auf die vergangene Saison umgelegt werden. Trotz des VSV-Statements im August, dass es mehr als schwierig sein wird, das Play-off zu erreichen, glaubten viele an das „Wunder“ Viertelfinale. Umso unverständlicher war die Kritik der Fans an Gerhard Unterluggauer zum Saisonende. Aufgrund des mangelnden Budgets hatte der Trainer wenig Spielraum bei der Kaderzusammenstellung. Wenig Tiefe, teils mäßige Imports und die Vorgabe einiger Geldgeber mit maximal neun Legionären zu spielen, waren ein Hauptgrund für die sportliche Talfahrt.

Dennoch muss sich Unterluggauer die Kritik gefallen lassen, dass er es nicht geschafft hat, ein schlagkräftiges Powerplay zu installieren. Damit hätten die vielen Niederlagen mit nur einem Tor Unterschied vermieden werden können. Auch die häufigen Undiszipliniertheiten (710 Strafminuten) seiner Spieler bekam er nicht in den Griff.
Die zusätzlichen Spannungen im Vorstand gingen an der Mannschaft ebenfalls nicht spurlos vorüber. Es stand sogar im Raum, dass Matt Pelech und Blaine Down für die medizinische Versorgung ihrer Verletzungen teilweise selbst aufkommen mussten.

Die Ablösung von Geschäftsführer Ulf Wallisch und die Bestellung eines neuen Vorstandes am 21. Dezember brachte erneut Unruhe. Ob es im Nachhinein ratsam war, Ken Strong in das Trainerteam zu holen, sei dahingestellt. Unterluggauer sah in ihm aber wohl weniger eine Hilfe als einen Konkurrenten. Das sich abzeichnende Scheitern endete in der Entlassung des gesamten Trainerteams am Montag.

Nun liegt es an Andreas Schwab und Co. den Verein neu zu strukturieren, ihm eine moderne Identität zu verpassen. Nach der jahrzehntelangen Ära von Giuseppe Mion und dem kurzen Intermezzo von Geschäftsführer Wallisch befindet sich der Vorstand in einem Lernprozess. An den Konsequenzen einer maßgeblichen Veränderung ist Wallisch bereits gescheitert. Mit Kritik muss immer gerechnet werden.

Noch fehlt es dem Verein an der nötigen Transparenz, ein mittel- bzw. langfristiger Plan wurde bis dato noch nicht veröffentlich. Das Bemühen kann den neuen Entscheidungsträgern auf keinen Fall abgesprochen werden. Sowohl am wirtschaftlichen als auch am sportlichen Werdegang wird der VSV spätestens nach der nächsten Saison gemessen werden.
In den nächsten Monaten gilt es, die Ärmel hochzukrempeln. Sonst könnte den Vorstand schnell die Vergangenheit einholen. Und wie bereits diese Saison gezeigt hat, ist es nicht ratsam, sich erneut auf eine Wunder zu verlassen.

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