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EBEL-AbbruchCorona-Virus zwang die Liga in die Knie

Die Erste Bank Eishockeyliga reagierte auf den Beschluss der Bundesregierung bezüglich Covid-19 und brach die Meisterschaft abrupt ab.

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© (c) GEPA pictures/ Wolfgang Jannach
 

Am Nachmittag vor der vierten Runde der Play-off-Viertelfinalserien liefen die Telefone innerhalb der Erste Bank Eishockey Liga heiß. Nach dem Beschluss der österreichischen Bundesregierung bis zumindest 3. April keine Großveranstaltungen mehr zuzulassen, wurde kurzfristig eine Telefonkonferenz zwischen den Ligaverantwortlichen und den Vereinen einberufen. In einer ersten Entscheidung einigten sich die Verantwortlichen zunächst „nur“ auf die Absage der Dienstagspartien. Rund eine Stunde später wurde jedoch jenes Szenario Gewissheit, was viele bereits erwartet hatten. Die Meisterschaft wurde mit sofortiger Wirkung abgebrochen.

„Der 10. März 2020 ist ein trauriger Tag für Klubs, Spieler, Spieloffizielle und vor allem die zahlreichen Fans unserer Liga. Alle Stakeholder haben seit Monaten intensiv auf den Saisonhöhepunkt hingearbeitet. Wir erleben allerdings gerade eine Ausnahmesituation, von der zahlreiche Bereiche unseres Lebens betroffen sind. Auch wenn die Entscheidung wehtut, sehen wir es als unsere Pflicht einen Beitrag zu leisten, um schnellstmöglich zur Normalität zurückehren zu können“, gab EBEL-Geschäftsführer Christian Feichtinger in einer ersten Stellungnahme bekannt. Wenig später gab auch der Deutsche Eishockey Bund bekannt, dass die DEL und DEL2 nicht mehr fertig ausgetragen werden.

Entscheidung, die nachvollziehbar ist

Die Chance, dass es im Play-off noch weitere Heimspiele für den EC Panaceo VSV und den KAC gegeben hätte, wäre auf alle Fälle noch gegeben gewesen. Bitter war es für die Villacher, die gegen die Salzburger im abgesagten Heimspiel zwischen 3800 und 4000 Fans in der Halle gehabt hätten. „Abgesehen davon, dass den Fans eine heiße Partie entgangen ist, ist es für uns schade, da wir noch einiges vorgehabt haben, um Salzburg zu ärgern“, sagt VSV-Vorstandsmitglied Andreas Schwab. „Aber im Leben gibt es oft wichtigere Dinge als den Sport. Daher ist es selbstverständlich, dass wir die Vorsichtsmaßnahmen der Bundesregierung und der EBEL völlig verstehen und die Entscheidung der Absage daher eine logische Konsequenz war“, sagt der VSV-Finanzchef.
Die Villacher Verantwortlichen, die sich in dieser Saison vor dem Lokalrivalen sehen, da sie eine Play-off-Partie gewonnen haben, feierten mit der Mannschaft den Saisonabschluss in den VIP-Räumlichkeiten und den Geburtstag von Jerry Pollastrone.
Beim KAC sah man die Situation ganz nüchtern. „Aufgrund der weltweiten Situation mit dem Coronavirus war es eine richtige Entscheidung. Und sind wir uns ehrlich, eine Eishockeypartie ohne Zuschauer ist einfach nix“, sagt Generalmanager Oliver Pilloni. Der natürlich auch auf die Situation der Bozener hinwies, die ja völlig isoliert sind und keine Spiele mehr hätten bestreiten können. „Die Alarmglocken haben bei mir geläutet, als der internationale Eishockeyverband die Weltmeisterschaft der Frauen in Kanada abgesagt hat“, erzählt Pilloni.
Sowohl beim VSV als auch beim KAC sind mehrere Nachwuchsmannschaften noch im Meisterschaftsbetrieb. Wie hier vorgegangen wird, ist aktuell noch Gegenstand von Beratungen zwischen den Organisatoren der jeweiligen Ligen (EBEL/EBJL, österreichischer und slowenischer Eishockeyverband).


Eine Austragung von „Geisterspielen“ stand in der Konferenz nie wirklich zur Debatte. „Unser Sport lebt von Emotionen und der sensationellen Stimmung in den Hallen. Daher wäre eine Fortsetzung der Meisterschaft vor leeren Rängen für uns keine Option gewesen“, so Feichtinger, der betont, dass die Entscheidung gemeinschaftlich von Liga-Präsidium und den Vereinsverantwortlichen getroffen wurde. Auch eine Verschiebung nach hinten, wie es derzeit in der Schweiz praktiziert wird, wäre sich „zeitlich nicht mehr ausgegangen und nicht sportlich gewesen“.
Der Meisterschaftsabbruch bedeutet auch, dass es in dieser Saison keinen Meister gibt. Neben Salzburg (Grundurchgangssieger) und Bozen (Sieger der Pickround) haben sich somit die Vienna Capitals durch ihren dritten Platz in der Zwischenrunde für die Champions Hockey League (CHL) qualifiziert.

Finanziell ist der Meisterschaftsabbruch für die Vereine eine kleine Katastrophe. Linz-Präsident Peter Freunschlag beziffert die entstehenden Einbußen durch den abrupten Ligastop mit über einer halben Million Euro. Der VSV hätte alleine für das vierte Duell gegen Salzburg an die 4000 Tickets verkauft, Gerald Rauchewald steht aber voll hinter dem Beschluss. „Finanziell ist es eine sehr schwere Situation für uns alle, doch die Entscheidung war vollkommen richtig.“ Der VSV-Sportvorstand rechnet damit, dass in den nächsten Tagen auch die A- und B-WM in der Schweiz bzw. in Slowenien von der IIHF abgesagt werden, „ich kann mir sogar vorstellen, dass auch die NHL zum Erliegen kommen könnte.“

Abschied nehmen heißt es nun definitiv von Ligasponsor Erste Bank sowie TV-Partner Servus TV. Die Servus Hockey Night übertrug über 500 EBEL-Spiele live, am Dienstag lief noch eine kurze Sendung zur aktuellen Situation. „Es war eine verdammt schöne und lustige Zeit. Passt uns auf die Liga auf“, beendete der sichtlich gerührte Redakteur Martin Pfanner die letzte Ausstrahlung nach zehn Jahren Partnerschaft.

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