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Sommergespräche

Gregor Hager: "Eishockey ist nur für Männer"

Der 32-jährige Ex-KAC-Spieler Gregor Hager im Kleine Zeitung-Sommergespräch über Männer-Sport, Eishalle und geplanten Neustart auf dem Land.

© KLZ/Markus Traussnig
 

Der 7. Oktober 2012. Was verbinden Sie mit diesem Datum?

GREGOR HAGER: Ein einschneidendes Erlebnis mit Folgen, die so nicht abzusehen waren. Der Tag hat schlussendlich das Ende meiner Karriere bedeutet.

Der Rücktritt aufgrund einer Gehirnerschütterung, die Sie im Spiel gegen den EHC Linz davongetragen haben, kam für alle überraschend.

HAGER: Ja. Ich wollte noch drei, vier Jahre spielen und selbst entscheiden, wann ich aufhöre. Jetzt haben Ärzte das getan. Für mich ist die Akte nun geschlossen.

Ist der Sport brutaler geworden?

HAGER: Nein. Es war immer so, nur gibt es Verletzungen, auf die heute mehr Rücksicht genommen wird. Gehirnerschütterungen sind ein Thema. Die Folgen sind erst in zehn, 15 Jahren abzusehen. Zudem wird heute anders darüber berichtet. Das ist wie mit Umweltkatastrophen. Die hat es immer gegeben, nur wurde ihnen vor 40 Jahren nicht so viel Beachtung geschenkt.

Seit zwei Wochen trainieren Sie den KAC-Nachwuchs. Wie ist es, auf der anderen Seite zu stehen?

HAGER: Ungewohnt. Selber weiß man, was man auf dem Eis tut. Das ist ein Automatismus. Das den Kindern zu erklären, ist ein anderes Paar Schuhe. Da stolpert man oft über eigene Fehler und merkt, eigentlich habe ich das immer falsch gemacht. Ich versuche, das Beste aus den Kindern herauszuholen. Perfekt sein gibt es nicht, es zählt nur Effektivität. Und einen gewissen Stil soll sich jeder behalten. Menschen sind schließlich keine Maschinen.

Welchen Tipp geben Sie dem Nachwuchs mit aufs Eis?

HAGER: Spaß haben. Wenn Kinder nicht wollen, bringt das nichts - wie im normalen Leben.

Welchen Rat geben Sie Ihren Töchtern mit auf den Lebensweg?

HAGER: Zuerst einmal, dass sie ein bisschen ruhiger werden (lacht). Sie sind ein und zwei Jahre alt und da sind wir froh, wenn wir Bitte und Danke hinbekommen. Und, dass man lieb zueinander ist. Das ist wie in der Kabine: Eine Familie, die an einem Strang zieht. Nur so kann man erfolgreich sein. Das verstehen die beiden schon recht gut.

Können Sie sich vorstellen, dass Ihre Mädels auch einmal eine Eishockey-Karriere einschlagen?

HAGER: Nein! Auch wenn mich jetzt viele Frauen beschimpfen werden, aber Eishockey und Fußball sind nur etwas für Männer.

Wer hat zu Hause die Hosen an?

HAGER: Jetzt wäre es klass zu sagen, ich habe sie an. Aber jeder weiß, dass hinter einem erfolgreichen Mann eine starke Frau steht. So ist es auch bei uns.

Jetzt, wo es ruhiger wird, packen Sie da auch im Haushalt mit an?

HAGER: Ja, ich mache viel mit den Kindern und stehe sicher acht von zehn Mal am Herd. Kochen taugt mir eben. Vor allem die Verarbeitung von Wild, die gebe ich nur ungern aus der Hand.

Sie gehen ja seit vier Jahren selbst jagen. Ein Ausgleich?

HAGER: Absolut. Beim Jagen ist es komplett leise und man selbst muss auch leise sein. Wann gibt man tagsüber wirklich Ruhe?

Mit Ihrem Rücktritt haben Sie verkündet, aufs Land nach Metnitz zu ziehen. Wie das?

HAGER: Wir haben dort die Landwirtschaft des Schwiegervaters übernommen. Da der Betrieb zu klein ist, um davon leben zu können, habe ich ein Sägewerk gekauft. Geht alles nach Plan, läuft beides gut.

Das Haus auf dem Kreuzbergl behalten Sie aber?

HAGER: Auf jeden Fall. In der Zwischenzeit renovieren wir das alte Haus in Metnitz. Unser Wunsch ist es, dass die Mädels dann dort in den Kindergarten gehen. Viele können nicht verstehen, warum wir aufs Land ziehen. Das ist für uns kein Trend, sondern ein Lebensgefühl. Und was sind schon 40 Minuten nach Klagenfurt?

Apropos Klagenfurt. Stichwort neue Eishalle.

HAGER: Im Stillen habe ich schon vermutet, dass ich sie als Spieler nicht mehr erleben werde. Selbst wenn ich meine Karriere erst in ein paar Jahren beendet hätte. Es wäre schön, wenn es eine Lösung in Form einer Hallenbad-Eishallen-Kombi gäbe. Gerade, wenn man eh beides braucht. Woanders geht das auch, sogar günstiger. Bei uns kostet alleine die Halle das Dreifache.

Ein Rückblick. Was war Ihr schönster sportlicher Moment?

HAGER: Jeder einzelne Meistertitel. Wenn man auf die Bühne geht und einem die Leute zujubeln. Das ist das Größte.

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