Aufregung in der EBEL

Jesenice wirft sich selbst Betrug vor

Eishockey-Jesenice versinkt im Chaos. Der Trainer soll beim 3:11 in Wien "gekauft" gewesen sein und wurde gefeuert. Die Liga schaltet die Staatsanwaltschaft ein.

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Offene Gehälter, Rücktritt der Vereinsführung, ein verwüstetes Trainer-Büro. Bei Jesenice herrschte zuletzt nur noch heilloses Wirrwarr. Und jetzt droht Eishockey-Jesenice endgültig im Chaos zu versinken. Laut slowenischer Medien wirft Jesenices Bürgermeister Toma Mencinger, auch Vize-Präsident des Vereins, dem bisherigen Trainer Heikki Mälkiä schlicht und einfach Betrug vor.

Treffen mit Anwalt

"Viele sagen, das Spiel in Wien wurde verkauft. Mittlerweile glaube auch ich immer mehr daran", wird Mencinger zitiert. "Das ist eine Lüge, so etwas würde ich nie tun. Der Bürgermeister muss verrückt sein, ich könnte ihm für diese Unterstellungen etwas antun. Wir hatten einfach keine Chance in Wien", kontert Mälkiä, der - trotz Vertrages für die nächste Saison - entlassen wurde. Offizielle Begründung: Der Finne habe dem Team nach dem Liga-Aus fünf Tage freigegeben und nicht auf die anstehende slowenische Meisterschaft vorbereitet. Am Freitag trifft sich Mälkiä in Klagenfurt mit seinem Anwalt. "Mir ist nichts aufgefallen", sagt auch Jesenices Kapitän Tomo Hafner zum Betrugsverdacht.

Hans Schmid, Präsident der Vienna Capitals, hatte von den Vorwürfen aus Jesenice bereits Wind bekommen. "Aber wir haben vor dem Spiel nicht einmal Kontakt mit Jesenice gehabt", sagt Schmid. "Jeder, der an so einen Unfug nur im Ansatz denken würde, wäre morgen nicht mehr bei den Capitals." Zuerst wollte Schmid auf die Anschuldigungen nicht reagieren, um sich "nicht auf das gleich tiefe Niveau zu begeben". Doch als er von den Kommentaren des Jesenice-Bürgermeisters hörte, sagte Schmid: "Wenn dem so ist, dann werden wir alle rechtlichen Maßnahmen prüfen lassen." Nach Telefonaten mit der Eishockey-Liga, die von Schmid deutlich aufgefordert wurde, "Sanktionen zu setzen", wird nun sogar die Staatsanwaltschaft eingeschaltet.

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