Es gilt als eines der legendärsten Spiele in der Geschichte der Bundesliga. 23. März 2008, 31. Spieltag, Red Bull Salzburg gegen Rapid, 0:7. Die Wiener waren in der Tabelle zwei Punkte hinter den Salzburgern. Bei einer Niederlage wäre die Meisterschaft wohl entschieden gewesen. Herausgekommen ist ein Ergebnis, mit dem niemand gerechnet hat. Auf der Bank saß damals ein nach außen hin ruhig wirkender Peter Pacult. "Nach dem dritten Tor habe ich das erste Mal gedacht, dass wir hier vielleicht etwas mitnehmen können", erzählt der Austria-Klagenfurt-Coach. Diesen Spielstand zeigte die Anzeigentafel nach Toren von Erwin Hoffer, Stefan Maierhofer und Ümit Korkmaz schon nach zwölf Minuten an. Auf der gegnerischen Trainerbank saß damals kein Geringerer als Giovanni Trapattoni.

Ziemlich jeder Angriff wurde perfekt zu Ende gespielt, jeder Schuss war ein Treffer und auch das nötige Glück fehlte in manchen Situationen nicht. Maierhofer und Hoffer trafen beide noch einmal und mit einem 5:0 ging es in die Pause. Dort war der Trainer durchaus überrascht vom Verhalten seiner Mannschaft. "Ich habe geglaubt, ich bin auf einem Jahrmarkt. Jeder hat gemeint, etwas sagen zu müssen und dem anderen 'was', 'wo', 'wie' zu erklären. Wenn du 0:3 hinten bist, bekommt keiner den Mund auf", erzählt Pacult, der sich das Treiben einige Minuten lang angeschaut hat, bevor er unterbrach. Einer musste ja auf die Euphoriebremse steigen.

Doch auch in der zweiten Halbzeit lief der grün-weiße Spielfilm perfekt weiter. 6:0 durch Hoffer nach nur zehn Sekunden. Damit war endgültig alles entschieden. Steffen Hofmann setzte in der Nachspielzeit den Schlusspunkt. Rapid wurde am Ende der Saison zum bisher letzten Mal österreichischer Meister.

Im Gegensatz zur Halbzeitpause war es auf der Heimfahrt im Bus überraschend ruhig. "Anscheinend mussten wir alles erst einmal verarbeiten", sagt Pacult.

So liefen die beiden Mannschaften auf
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