Bitte warten - Ihr Zugang wird eingerichtet.

Landessportdirektor warnt Einschränkungen im Sport: „Wir züchten uns gerade Couch-Potatoes“

Landessportdirektor Arno Arthofer hat wenig Verständnis für die Einschränkungen und fordert eine kontrollierte Öffnung des Sports. Die Schäden seien bereits enorm. Man verliere die Kinder in die virtuelle Welt.

Corona Virus Krise - KLZ Livestream Landessportdirektor Arno Arthofer Klagenfurt Mai 2020
© Markus Traussnig
 

Herr Arthofer, seit Montag sind Lockerungen in Kraft. Der Sport schaut durch die Finger. Wie geht es einem Landessportdirektor damit?
Das macht mich sehr traurig. Wir haben gerade in den Vereinen sehr viele Funktionäre und Trainer, die verantwortungsvoll mit diesem Thema umgehen. Die wissen alle, dass Gesundheit oberste Priorität hat. Es geht auch nicht darum, von einem Tag auf den anderen einen „Normalzustand“ zu bekommen. Es geht darum, langsam und stufenweise diesen anhaltenden Stillstand zu lösen. Der Sport ist ein Gesundheitsmotor der Sonderklasse. Jetzt, wo der Schulbereich begonnen hat, ist es mir nicht nachvollziehbar, dass Sport am Nachmittag nicht auch in Kleingruppen möglich sein sollte. In der Schule testen sich die Schüler ja auch selber.

Zwischen 0 Uhr und 6 Uhr ist das Erstellen von Kommentaren nicht möglich.
Danke für Ihr Verständnis.

dude
0
4
Lesenswert?

Wie alles, spaltet diese Pandemie auch das Sportverhalten...

... der Gesellschaft! Es gibt sicher, diejenigen, die Hr. Arthofer als Couchpotatoes beschreibt und die leider immer mehr werden! Und die gibt es - wie auch im unteren Posting lenigsch richtig sagt - nicht nur unter den Kindern, sondern auch unter den Erwachsenen.
Allerdings gibt es aber auch diejenigen, die seit einem Jahr, wegen der stark erhöhten Tagesfreizeit mehr Sport denn je machen, fitter, schlanker und gesünder sind, als je zuvor. Es war ein positiver Anblick, wie viele Menschen heuer im Winter langlaufend, schneeschuhwandernd, skitourenengehend unterwegs waren! Die überlasteten Straßen ins Bodental, auf den Magdalensberg, auf die Hochrindl, auf die Flattnitz waren beweis dafür. Aber leider geht die Schere immer weiter auseinander. Nicht nur sozial, sondern auch zwischen jenen, die sich mehr denn je bewegen und jenen, die ihren Corona-Frust auf der Couch mit Schokolade, Bier und Chips bekämpfen!

lenigsch
0
5
Lesenswert?

nicht nur Kinder

Ich kann Herrn Arthofer nur zustimmen.
Mir wurde als Kind von (Lehr)personen die Freude an Bewegung genommen, gepaart mit dem hohen Interesse an Büchern war das eine tötliche Kombination was meine Motivation für Sport betrifft. Das hängt mir bis jetzt als erwachsene Frau nach. Es ist sehr schwer das aufzuholen.

Es tifft aber nicht nur Kinder. In meinem Umfeld kenne ich einige Personen die sehr aktiv waren und mit den Lockdowns zu den vollen Couchpotatoes geworden sind. Nicht weil sie keine sportliche Betätigung finden würden die man ausüben kann, sondern weil das soziale fehlt. Man hat sich zum Klettern getroffen, zum gemeinsamen Laufen, im Fitnesstudio etc. Fällt alles weg und die Leute vereinsamen daheim am Sofa.