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Bildungsdirektorin Meixner im InterviewDigitalisierung mit Maß

Bildungsdirektorin Elisabeth Meixner über die Digitalisierungsoffensive Schule 4.0 und darüber, warum auch andere Schwerpunkte wichtig sind.

Bildungsdirektorin Elisabeth Meixner im Gespräch mit Joshua Verhounik (links) und Fabio Szettele © Jonas Pregartner
 

Durch Schule 4.0 kommt Digitalisierung in den Klassen an. Darf man in naher Zukunft im Bildungssystem weitere große Schwerpunkte erwarten?

Elisabeth Meixner: Digitalisierung ist ein sehr wichtiges Thema, auch in Wirtschaft und Industrie. Aber auch andere Schwerpunkte sind notwendig, so darf Talente- und Begabungsförderung nicht verloren gehen. Zentral ist auch die Stärkung der Grundkompetenzen. Es gibt jetzt neue Maßnahmen für Schulanfänger, die der deutschen Sprache nicht mächtig sind, zur Verbesserung der Ergebnisse bei Testungen in der vierten und achten Schulstufe.

Schon Volksschulkinder sollen digitale Grundbildung erhalten. Was heißt das und ist das nicht sehr früh? Sollte in der Volksschule nicht der Fokus auf Lesen, Schreiben, Rechnen liegen?

Man muss früh genug beginnen mit der digitalen Bildung, aber mit Maß und Ziel und auch Aufklärung betreiben. Die Stärkung der Grundkompetenzen muss an erster Stelle stehen, auch in anderen Bereichen. So ist das Musisch-Kreative in den letzten Jahren zu kurz gekommen. Die Kunstuni sagt, dass der Großteil der Studierenden aus anderen Ländern kommt. Begabungen dürfen nicht verkümmern, ein Land lebt von begabten Menschen.

Da es geplant ist, die Schulbücher zu digitalisieren: Dürfen Schüler, die etwa das gedruckte Schulbuch bevorzugen, auch damit weiterarbeiten?

Ja, da bin ich mir sehr sicher, unbedingt, und es gibt namhafte Gehirnforscher, die sich für gedruckte Bücher aussprechen.

Verhounik, Meixner, Szettele Foto © Jonas Pregartner

Jugendliche verbringen viel Zeit vor Bildschirmen. Mit Schule 4.0 werden sie noch mehr Zeit davor verbringen. Wird man einen Ausgleich, etwa durch zusätzlichen Sportunterricht, schaffen?

Ich habe an die Verantwortlichen appelliert, dass man in die Prävention, was Ernährung und Sport betrifft, wesentlich mehr investieren muss. Zum Beispiel schauen wir uns die Schulbuffets an. Wir freuen uns alle, wenn bei der Abfahrt oder im Slalom unsere jungen Sportler vorne dabei sind. Das beginnt bei den Kleinsten, da ist für mich der erste Ansatz die Elternbildung. Hier stelle ich fest, dass Kinder, wenn sie daheim sind, kaum Bewegung machen.

Wie soll Schule 4.0 Schülern die Vorteile der Digitalisierung vermitteln, wenn gängige Inhalte auch im Vordergrund stehen?

Es gehört zur Digitalisierung dazu, jungen Menschen zu vermitteln, den direkten Kontakt mit anderen zu pflegen. Wir müssen daran arbeiten, uns von unserem Onlinezwang zu befreien und gegen diese „Zuvielisation“ Maßnahmen zu setzen.

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