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Seelisches Leid hat viele Gesichter

Ängste, Sucht, Depression – es gibt viele Probleme, die die Psyche betreffen. Eine Psychotherapie hilft in vielen Fällen.

Isoliert, ängstlich, verzweifelt? Es ist gut, sich Hilfe zu holen © (c) zdyma4 - stock.adobe.com (Rutkovski.by)
 

Bei körperlichen Beschwerden ist es selbstverständlich und völlig normal, einen Arzt aufzusuchen. Geht es unserer Seele nicht gut, zögern wir. Obwohl medial viel über den Anstieg seelischer Probleme berichtet wird, haftet dem Thema im Privaten noch immer ein Tabu an. Ängste, Sucht, Zwänge - darüber spricht man nicht gerne. Das führt dazu, dass sich viele Menschen scheuen, die Unterstützung eines Psychotherapeuten oder einer Psychotherapeutin in Anspruch zu nehmen.

Dabei ist die Psychotherapie ein wirksames Verfahren. Ergebnisse der Psychotherapie- und Hirnforschung zeigen, dass und wie sich Psychotherapie positiv auf das Gehirn, die Emotionen und den Körper auswirkt. In einer Psychotherapie lernen wir, unser Erleben und Handeln, das von unserer bisherigen Lebensgeschichte geprägt ist, zu verstehen. Durch regelmäßiges Üben können wir belastende oder gar krankmachende Muster verändern und neue Strategien erlernen. Dadurch kann Stress abgebaut, Angst reduziert und die so genannte Selbstwirksamkeit sowie Selbstvertrauen aufgebaut werden. Der Körper, der mit der Seele leidet und unter psychischem Stress leichter krank wird, erholt sich, gesundet und blüht im besten Fall sogar wieder auf.

Auch die Zahlen und Prognosen sprechen für sich - und dafür, sich nicht zu scheuen, Hilfe zu suchen, wenn sich seelische Probleme ent­wickeln oder aus Krisen kein Ausweg zu finden ist. Die Weltgesundheitsorganisation WHO gibt regelmäßig Berechnungen zur "Krankheitslast" (Burden of disease) bekannt. In diesen rangieren Depression und Sucht (besonders häufig Alkoholsucht) in unseren Breiten bereits unter den Top 5 der Erkrankungen. In der WHO-Prognose für 2030 steht die Depression bereits an erster Stelle, gefolgt von Demenzerkrankungen und Süchten. Damit scheinen gleich drei psychische Krankheitsbilder unter den Top 5 der "Krankheitslast" auf.
Internationale Studien kommen zum Schluss, dass etwa ein Drittel der Bevölkerung an einer psychischen Erkrankung leidet. Auch die Statis­tik des Hauptverbands der österreichischen Sozialversicherungsträger zeichnet ein klares Bild: Pro Jahr nehmen rund 900.000 Österreicherinnen und Österreicher das Gesundheitssystem wegen psychischer Erkrankungen in Anspruch. Aber nur 90.000 von ihnen entscheiden sich für eine Psychotherapie.

Prinzipien

Freie Therapeutenwahl. Für den therapeutischen Erfolg ist die Vertrauensbeziehung wesentlich, da nur ein offenes Gespräch die Aufarbeitung von Problemen möglich macht. Daher gibt es eine freie Therapeutenwahl.
Verschwiegenheit. Der Psychotherapeut unterliegt einer strengen Schweigepflicht. Diese gilt auch gegenüber Angehörigen, Ärzten, Behörden.
Das Erstgespräch. Ob der Therapeut ein Honorar für das Erstgespräch verlangt, sollte im Vorfeld abgeklärt werden.


Das moderne und schnelllebige Leben stellt viele Anforderungen an den Menschen und das in jedem Lebensalter: an Kinder, Jugendliche, Erwachsene oder ältere Menschen. Manchmal überfordert uns alles zusammen, eine bestimmte (Konflikt-)Situation oder traurige, schmerzhafte Ereignisse führen zu Hoffnungslosigkeit, Schlaflosigkeit, Ängsten, Depression, Süchten oder anderen psychischen Störungen.

In Österreich sind derzeit 23 psychotherapeutische Methoden gesetzlich anerkannt. Der Unterschied zwischen den Methoden liegt im Wesentlichen darin, welches Verständnis von der Entstehung psychischer Störungen der jeweiligen Methode zugrundeliegt und welche Verfahren daher für die Heilung und Linderung von seelischen Problemen angewendet werden. Zu den bekanntesten Methoden gehören Verhaltenstherapie, Systemische Familientherapie, Hypnosepsychotherapie, Integrative Gestaltherapie und Existenzanalyse und Logotherapie. Informieren kann man sich auch hier: www.psychotherapie.at

 

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