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OMBUDSMANNTraumstrand war stinkende Kloake

Wenn die gebuchte Reise nicht den Schilderungen im Katalog entspricht, steht den Kunden ein Schadenersatz zu. Wichtig ist aber, nachweislich vor Ort zu reklamieren.

Der Traum vom Bilderbuchstrand zum Schnorcheln und Tauchen, so wie im Katalog geschildert, war schnell geplatzt!
Der Traum vom Bilderbuchstrand zum Schnorcheln und Tauchen, so wie im Katalog geschildert, war schnell geplatzt! © Illustration: Sinisa Pismestrovic
 

Unsere Leser sind vor einiger Zeit von einer Reise nach Mexiko zurückgekehrt. Mit der Rundreise war das Paar sehr zufrieden. Doch diese war nicht der Hauptgrund der Reise, sondern der anschließende Badeurlaub mit Schnorcheln an der Riviera Maya: einem der schönsten Strände der Welt!

Was die Gäste dort erwartete, verschlug ihnen aber die Sprache: „Der Traum vom perfekten Strand war schnell geplatzt!“ Ein Gestank wie von einer Kläranlage raubte den Urlaubern den Atem und hinderte sie daran, ins Meer zu gehen oder in Strandnähe zu liegen bzw. spazieren zu gehen. „Kein Mensch war am Strand zu finden, niemand ging ins Meer, niemand schnorchelte. Das war eine stinkende Kloake, die ein Baden im Meer unmöglich machte!“, berichteten sie und fragten: „Wie hoch ist die Entschädigung, die uns zusteht?“

Erheblicher Reisemangel

Für die Frage der Beurteilung eines Reisemangels ist primär die vertragliche Vereinbarung (Buchung sowie Buchungsunterlagen, Katalog etc.) heranzuziehen. „Sofern darin ein schöner Strandabschnitt oder tolle Bademöglichkeiten angepriesen bzw. mit Bildmaterial verdeutlicht wurden (was offenbar der Fall war), stellt die vorgefundene Algenplage einen erheblichen Mangel dar“, erklärte dazu Michael Knizacek von der Arbeiterkammer. Da es sich um einen Gewährleistungsfall handle, könne die Frage eines Verschuldens des Reiseveranstalters außer Acht gelassen werden.

Sofern die Mängel bei der Vertretung des Veranstalters vor Ort tatsächlich gerügt wurden, stünde eine Preisminderung zu. „Schwieriger zu lösen ist aber die Frage der Höhe, welche immer anhand des Einzelfalls zu ermitteln ist“, so der Konsumentenschützer. Als Orientierungshilfe dienen z. B. die Wiener Liste oder Frankfurter Tabelle.

So viel gibt’s für die verpatzte Reise retour

Die Frankfurter Tabelle sagt Ihnen,
wie viel Prozent des Reisepreises Sie als Pauschalreisende für einen bestimmten Mangel zurückverlangen können.
Die Prozentsätze beziehen sich auf den gesamten Reisepreis inklusive der Transportkosten, aber ohne Versicherungsprämien. Bei Rahmensätzen (z. B. 10 bis 20 %) richtet sich die Höhe der Rückerstattung nach der Intensität der Beeinträchtigung. Diese wird nach objektiven Maßstäben beurteilt: Subjektive Empfindlichkeiten – z. B. auch Lärm – fallen außer Betracht. Kleinere Unannehmlichkeiten berechtigen nicht zu einer Rückerstattung. Genießen Sie lieber die Ferien, statt nach Mängeln zu suchen.
Bestand ein erheblicher Mangel nur zeitweise, müssen Sie den Betrag auf die tatsächliche Dauer der Beeinträchtigung umrechnen. Konnten Sie z. B. nach der Hälfte der Ferien in ein Zimmer mit der versprochenen Meersicht umziehen, müssen Sie die errechnete Summe halbieren.
Wenn mehrere Mängel die Reise trüben, können Sie die betreffenden Prozentsätze innerhalb gewisser Grenzen addieren. Auch in der Tabelle nicht erwähnte Mängel können zu einer Preisreduktion führen.
Bei der Tabelle handelt es sich um eine Orientierungshilfe. Die Ansätze können im Einzelfall auch über- oder unterschritten werden.

Zu verschmutzten Stränden existieren dabei laut Knizacek verschiedene Entscheidungen, welche zu Preisminderungsansprüchen von 10 bis 65 % geführt haben. Zusätzlich wurden in einem Fall auch Taxikosten zu einem anderen Strand als Schadenersatz zugesprochen.

Laut dem Experten stellt auch die Verschmutzung des Pools einen Mangel dar, welcher – vorsichtig geschätzt – mit einer Minderungsquote in Höhe von 10 bis 20 % zu bemessen ist. „Im konkreten Fall würden sich die Ansprüche aber nur auf den anteiligen Preis des Badeaufenthalts beziehen, nicht auf die separate Rundreise“, präzisierte Knizacek.

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