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Priester in Chile wegen Missbrauchsvorwürfen festgenommen

Im Missbrauchsskandal in der katholischen Kirche in Chile hat die Polizei am Donnerstag einen bekannten Priester festgenommen. Der 56-jährige Oscar Munoz wird verdächtigt, sieben Kinder sexuell missbraucht zu haben, wie der Staatsanwalt Emiliano Arias mitteilte. Die Missbrauchsfälle sollen ab 2002 in der Hauptstadt Santiago de Chile und in der südlich davon gelegenen Stadt Rancagua passiert sein.

 

Munoz hatte ab 2011 hochrangige Ämter im Erzbistum Santiago de Chile inne. Im Mai wurde er abgesetzt, nachdem er im Jänner - wenige Tage vor einem Besuch von Papst Franziskus in dem südamerikanischen Land - eingeräumt hatte, einen Minderjährigen missbraucht zu haben.

Zunächst hatte die katholische Kirche in Chile selbst gegen Munoz ermittelt, dann hatte sie den Fall an den Vatikan weitergegeben. Im Juni hatten sich dann die chilenischen Strafverfolgungsbehörden in die Ermittlungen eingeschaltet und Archive der katholischen Kirche durchsucht.

Nach Angaben von Staatsanwalt Arias gehen die Behörden auch dem Vorwurf nach, dass hochrangige Geistliche den Kindermissbrauch vertuscht haben. Ermittelt wird demnach gegen zwei frühere Erzbischöfe von Santiago de Chile, Francisco Javier Errazuriz Ossa und Ricardo Ezzati.

Im April hatte der Papst "schwere Fehler" im Umgang mit dem Missbrauchsskandal in Chile eingeräumt. Er äußerte "Scham" und "Schmerz" angesichts des Leidens der Missbrauchsopfer. Er hat bereits den Rücktritt mehrerer Bischöfe angenommen.

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