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Grüne & KoalitionKogler nennt erste Erwartungen an Kurz und seine "Sektenmitglieder"

Tosender Jubel bei der Wahlparty der Grünen, Werner Kogler wird gefeiert wie ein Superstar: "Jetzt ist Klimaschutz im Nationalrat". Über eine Regierungsbeteiligung mit der ÖVP will Kogler nur verhandeln, wenn diese vorher beweist, dass sie zum Umdenken bereit ist.

Live aus der Wahlzentrale
Live aus der Wahlzentrale © APA/ROLAND SCHLAGER
 

Den Grünen ist mit der heutigen Wahl zwei Jahre nach dem Rauswurf nicht nur das - erwartete - Comeback im Nationalrat gelungen, sondern ein Triumph. Der nach der Schlappe 2017 als Nachlassverwalter eingesprungene Werner Kogler konnte Profit aus "Ibizagate" ziehen - und lukrierte mit der Konzentration auf das Mode-Thema Klimaschutz das beste Nationalrats-Ergebnis seit Parteigründung.

Mit 13,5 bis 14 Prozent (laut Hochrechnungen) sind die Grünen sogar so stark geworden, dass es für eine Zweier-Koalition mit der ÖVP reicht - ganz ohne NEOS als Dritte im Bunde. Anders als 2017 schmälerte Peter Pilz' Liste JETZT das Grüne Resultat nur mehr wenig.

Giftig gegen Kurz

Mit frenetischem Jubel ist Spitzenkandidat Werner Kogler am Sonntagabend daher in der Wahlzentrale der Grünen im Wiener "Metropol" empfangen worden. Zu den Klängen von "Don't Stop Me Now" und "Lovely Day" zog er in den knallvollen Saal ein. Dort sprach er von einem "Sunday for Future". In Richtung ÖVP, dem zweiten Sieger der Wahl, zeigte er sich nicht konziliant, ganz im Gegenteil: Er höhnte über die "Sektenmitglieder des Kanzlerdarstellers" - ein Hinweis darauf, dass es mit dem System der "Message Control", in dem sich alle einem Mann unterordnen, vorbei wäre im Falle einer Zusammenarbeit von Schwarz und Grün.

Rede wollte Kogler, wie üblich in blauem Hemd und mit grüner Brille auf der Stirn, eigentlich keine halten. Nachdem die "Werner! Werner! Werner!"-Sprechchöre abgeebbt waren, legte er aber umgehend los: "Das ist das größte politische Comeback der zweiten Republik, aber darum geht es nicht: Es geht darum, dass es wieder eine Gegenbewegung gibt, eine Alternative zu diesem rechts-extremen Wahnsinn, zu den angeblichen Mittelparteien, die sich rechtspopulistisch verhalten."

Kogler weiter: "Wir haben unseren eigenen Auftrag: Österreich in Sachen Klima- und Naturschutz wieder zur Nummer eins zu machen, Kinderarmut bekämpfen, nicht die armen Kinder, und einen großen Schritt in Richtung korruptionsfreies Österreich machen.

Dass man in der ÖVP nun vielleicht mit den Grünen koalieren wolle, war für ihn Anlass, die erste Bedingung zu nennen. Kogler kündigt "das strengste Transparenz- und Parteiengesetz in Europa" an. "Da werden wir dann sehen wie sich die Sektenmitglieder der Kanzlerpartei verhalten. Daran werden wir erkennen, ob es eine Bereitschaft zur Umkehr gibt."

"Wir haben viel nachdenken müssen, auch viel gelernt. Unsere Partei ist gegründet worden, damit die Menschen in einer freien solidarischen Gesellschaft in intakter Umwelt leben können, dafür haben wir uns jetzt fast wieder gegründet."

Man nehme den Auftrag der Wähler - "egal an welcher Stelle" - jedenfalls an, so Kogler. Die Devise laute "immer schön am Boden bleiben". Kogler: "Von diesem Boden werden wir versuchen, Speerspitze in Europa zu sein für eine gerechtere und ökologischere Welt. Das ist ja schon was."

Anschubhilfe durch "Fridays for Future"

Dass die Ausgangslage für die Grünen angesichts der "Fridays for Future" diesmal besonders gut gewesen sei, gestand die Wiener Grünen-Frontfrau Birgit Hebein vor Journalisten ein. Das Entscheidende sei aber: "Jetzt ist der Klimaschutz im Nationalrat."

Ex-EU-Mandatar Michael Reimon bezeichnete das prognostizierte gute Ergebnis als "schwer zu realisieren", vor allem wenn man sich an die Niederlage vor zwei Jahren erinnere. Auf eine Regierungsbeteiligung setzte er keine großen Hoffnung. Die ÖVP bekomme die FPÖ als Partner derzeit "spottbillig" und werde wohl nicht auf ein grünes Klimaschutzpaket eingehen.

Die Grüne EU-Abgeordnete Sarah Wiener hat sich in einer ersten Reaktion "fassungslos" über das "historische Ergebnis" der Grünen gezeigt. "Ich bin von den Socken, damit hat kaum jemand gerechnet", freute sie sich gegenüber Journalisten. Das Ergebnis zeige, wie wichtig die Themen der Grünen seien.

"Es ist ein historischer Abend für die österreichischen Grünen", kommentierte Wahlkampfleiter Thimo Fiesel gegenüber Journalisten die Hochrechnung: "Das ist das größte politische Comeback der Zweiten Republik." Man werde nun ausgiebig feiern, alles weitere werde sich in dem kommenden Wochen erst zeigen.

Freies HTML (c2c356d6)

 

Bezüglich möglicher Koalition gab sich Fiesel zurückhaltend. In erster Linie sei nun die ÖVP unter Sebastian Kurz am Zug. An den inhaltlichen Differenzen mit den Grünen habe sich da nichts geändert, erinnerte er.

Live von der Wahlparty der Grünen
Live von der Wahlparty der Grünen Foto © Claudia Gigler

Kommentare (41)

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graflodron
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Kogler und Maurer

Nur sind die Türkisen schon fix in der Regierung, die Grünen nicht. Und Kurz hat im worst case noch 2 andere Optionen, Kogler nicht.
Und von der ÖVP eine "komplette Wende" zu verlangen, als 4. kleinste Partei, entspricht nicht unbedingt "immer schön am Boden bleiben".
Wenn man mitregieren will, sollte man sich auch dem entsprechend verhalten.

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ugglan
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Genauso

hab ich mir die verbale Präpotenz eines Koglers und einer Maurer vorgestellt - und das ist erst der Anfang! Was da an Forderungen und steuerlicher Belastung bei einer Koalition auf uns zukommen wird mag ich mir garnicht vorstellen - es wäre eine schlechte Wahl für Österreich mir diesen nur 14 % "Veränderern"!

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eleasar
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Werner Kogler... der Politiker mit der bisher längsten durchgehenden Rede

im Parlament (12 Stunden und 42 Minuten im Jahr 2010). Damit hat er sogar die zuvor 17 Jahre lang unangefochtene Rekordhalterin und Grüne Parteigenossin Madeleine Petrovic übertroffen, die es nur auf 10 Stunden und 35 Minuten brachte. Das ist eine Menge heiße Luft. Eine CO2-Steuer würde die beiden wohl hart treffen...
Dem österreichischen Bundesheer ist er auch nicht gerade wohlgesonnen. Kanzler Kurz hat es nicht gerade leicht mit der Auswahl...

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mobile49
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glaubst du

kurz könnte 42 minuten durchgehend reden ?
reden , keine stehsätze
nun ja , bei einzelfällen hat kurz wirklich viel CO² eingespart

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Solo1
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Gesprächskultur!

Es ist eine unglaubliche Arroganz, die ÖVP mit Kurz als Sekentenmitglieder zu bezeichnen. Der Wählerwille zeigte ganz klar Türkis/Grün! Da muss sich auch ein Herr Kogler beugen und das akzeptieren. Jetzt gilt es eine niveauvolle Gesprächskultur zu entwickeln und konstruktiv für unser Österreich zusammenzuarbeiten, um unserem Land nicht noch mehr Schaden zuzufügen. DAS IST DER WÄHLERWILLE, und Gott sei gedankt leben wir in einer Demokratie und in einem "noch" christlichen Land.

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Irgendeiner
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Ach komm,das ist einfach zu belegen,weißt, Basti hat die Koaltion

trotz Ibiza fortsetzen wollen, nix staatstragendes da,dann hat er doch noch versucht Vorteile daraus zu ziehen und das IM zu holen, Kickl hatte bei aller Abgründigkeit mit Ibiza nichts zu tun, dann hat er ein Njet gekriegt und gesprengt.Und dann hat er dem Fiasko noch die Krone aufgesetzt und versucht eine Übergangsregierung die er bis zur Wahl zu leiten gehabt hätte zur Alleinregierung umzufunktionieren indem er den parteilosen Ministern Aufpasser hinsetze und die zu Grüßaugusten umfunktionieren wollte und dann haben ihn die anderen endlich rausgeschmissen.Und dann hat er rechtswidrig in einer repräsentativen Demokratie das Parlament in Gegensatz zum Volk gesetzt und er hats gerade wieder getan,amtsunwürdig.Das war der Ablauf.Und sowohl seine Truppe,die schwätzt wie immer,sowie wie ich bei Herrn Renner lese die Fans sehen das anders,dort wirds eschatologisch und auf den Sündenfall folgt auf wunderbare Weise die Gerechtigkeit der Auferstehung,eine völlig realitätsferne metaphysische Sicht auf Dinge die empirisch beweisbar anders waren,es ist durchaus eine Sekte,ohne komplexe Ideen, zugegebenermaßen,man lacht.
Ach und Herr Kogler muß gar nichts, nur an dem Haufen nicht anstreifen.

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Lilia
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@Solo1, Sie übersehen wohl bewusst...

...dass der Erfolg von Kurz einzig und allein der Massenflucht von FPÖ-Wählern in den türkisen Heimathafen zu verdanken ist, der sich ja kaum mehr von den ursprünglichen blauen Gewässern unterscheidet. Ihr Loblied auf ‚Gott sei gedankt‘ und ‚noch christlich‘ lässt ja auf Ihre nicht gerade progressive Geisteshaltung schließen...

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peter47
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Demokratie ist Erfüllung des Wählerwillens

37% kontra 14%

aber was wäre mit Josef Rieglers ökosozialer Marktwirtschaft als Basis von konstruktiven Verhandlungen?

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Irgendeiner
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Das wäre korrekt wenn die Grünen noch die Grünen

unds die ÖVP noch die ÖVP wäre aber nur ersteres ist richtig und Josef Rieglers
ökosoziale Marktwirtschaft,ein mutiger Versuch für die damalige Zeit,ist von nichts weiter entfernt als von der neoliberalen Auftragsagenda des Fuchtlers,da führt kein Weg hin.

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limbo17
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Ja

liebe Grüne.
Hängt das Kreuz ab und stellt ein Foto von der Thunberg auf.
Und vergesst nicht brav euere CO2 Steuer zu zahlen.

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Irgendeiner
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Naja, der der das Kreuz abgehängt hat

und zwar schon länger ist Basti, der Unverschämte,falls Du das schon vergessen hat, die christlich konservative Partei war einst die ÖVP,nicht die Grünen.Und gerade hat mir dieser Sobotka der genau wie Basti frech behauptet hatte NGOs hätten geschleppt und seit zweieinhalb Jahren diese Unverschämtheit nicht belegt, brüllens nicht Sobotka, ich kann das lauter und da hängen dann Paragraphen dran,der hat mir ernsthaft erzählt Basti hätte zu christlichen Werten zurückgeführt,die Frechheit geboren aus realer oder vorsätzlicher ideengeschichtlicher Ahnungslosigkeit muß man erst mal haben.Und die Grünen sollen gar nichts machen und diese Truppe am ausgestreckten Arm verhungern lassen,damit ist kein Staat zu machen.

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mobile49
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@Irgendeiner

ausgestreckter arm von dir ja, aber da müßtest du das wachelärmchen erst einfangen ;-)

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ARadkohl
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Kaum ein Superstar und schon arrogant und beleidigend, der grüne Herr Kogler,

Soviel zur Wortwahl Sektenmitglieder...

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tarabas789
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Minderheitsregierung

Vielleicht wäre ja eine Minderheitsregierung mit Duldung von Neos und FP eine Möglichkeit um türkis grün abzuwenden? Nur so mal so hinsiniert....

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Irgendeiner
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Ja Minderheitsregierung ist gut und

bei der erstenfrechen Lüge hauma ihn wieder raus, geht binnen kurzem,ganz sicher.

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Hausschuh
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Geht nicht

So eine abfaellige Wortwahl disqualifiziert sich von selbst. Jemenden als „Sektenmitglied“ zu bezeichnen, geht gar nicht. Da steht keine Geisteshaltung dahinter, die Zusammenarbeit ermöglichen wuerde.
Kogler disqualifiziert sich und seine Partei als Koalitionspartner.
Pech. Und Schluss.

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Irgendeiner
15
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Also Sekte ist ein treffender Befund und naja,

mit sowas koalieren soll er ohnehin nicht, ich mein der schickt Dir Sobotka mit Hammer und Sichel damit Du die Koalition aufgiebst und er dir noch die Neuwahl rüberschieben kann, der vereinbart die Fortsetzung einer Koalition, will sich dann doch das IM holen und wennst nein sagst sprengt er die Regierung und schiebt es dir zu,ich mein,mit sowas machst keine Geschäfte geschweige denn eine Regierung und du laß Deine aufgesetze Aufregung,das paßt schon so.

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vanhelsing
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Kogler!!!

Und wer dann??????

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Irgendeiner
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Herr Kogler, mit etwas was nachweislich weder pakt- noch

wahrheitsfähig ist koaliert man nicht,ich würde die Finger davon lassen.

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Popelpeter
7
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Vorallem sind

Die Grünen nur 4 ter!!!

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Irgendeiner
5
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Ich würd jedem

anderen auch abraten, aber die hab ich nicht gewählt, also weniger Legitimation.

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Popelpeter
7
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Hüte

Dich vor dem 4ten Basti!! Hehe

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Popelpeter
4
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4 ter

Is wie Blech beim Skirennen

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Irgendeiner
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Besser Blech beim Schirennen

als Blech reden, wie ein Basti.

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wollanig
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Irgendwas

wird auch immer schwächer. Ja, eure Richtung stimmt!

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Irgendeiner
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Schwächer,wart ab wolli,

wart ab, ich habe damit gerechnet, ich kenn die Dummheit meiner Landsleute schon zu lange,man lacht.Und als Kärntner hab ich haufenweise Vorerfahrung auch noch.

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