Wahl-NachwehenÖsterreich verliert Chefposten in der OSZE

Da die SPÖ-Abgeordnete Christine Muttonen nicht mehr im neuen Nationalrat vertreten ist, verliert sie auch den Chefposten im OSZE-Parlament.

Christine Muttonen
Christine Muttonen © AP
 

Mit „zwiespältig“ bezeichnet Christine Muttonen (63) ihre Befindlichkeit. 18 Jahre lang war die Villacherin Nationalratsabgeordnete. „Eine sehr spannende, interessante Zeit“, bilanziert die langjährige außenpolitische Sprecherin der SPÖ. Mit dem 9. November 2017 ist das Kapitel Parlament beendet. Muttonen war weder im Wahlkreis, noch auf der Landes- wie Bundesliste der SPÖ vorne gereiht. Mit ihrem Vorstoß für eine Zwischenlösung habe sie kein Gehör in der Partei gefunden, sagt sie und verweist auf eine Halbe-Halbe-Variante. Als Nationalratsabgeordnete wäre sie vorzeitig ausgeschieden.

Warum das? Muttonen war seit 2016 bis zum 9. November Präsidentin der Parlamentarischen Versammlung der OSZE, wurde erst im Juli von Vertretern aus 56 Ländern einstimmig für ein weiteres Jahr für diese Position wiedergewählt. Doch damit ist es jetzt auch vorbei. Ohne Nationalratsmandat ist die OSZE-Funktion nicht möglich, bedauert Muttonen das vorzeitige Ende. „Für Österreich wäre es eine gute Chance gewesen, international etwas weiterzuführen.“ Etwa vertrauensbildende Maßnahmen, damit Ländervertreter aus Aserbaidschan, Armenien und Georgien miteinander reden. Oder Vertreter aus Amerika wie Russland als Vizevorsitzende im Unterausschuss zum Kampf gegen Terrorismus agieren. Bei den US-Wahlen im Vorjahr hat sie 300 OSZE-Wahlbeobachter aus 28 Ländern von Washington aus koordiniert.
„Es war eine lange, eine gute Zeit. Man muss loslassen. Ich glaube, das werde ich jetzt tun“, sagt Muttonen. In Villach ist sie Ersatzmitglied im Gemeinderat. Ambitionen auf ein Antreten bei den Landtags- oder Gemeinderatswahlen habe sie nicht. In außenpolitischen Fragen wolle sie sich gerne einbringen, ihre Netzwerke nützen und ihr Wissen weitergeben.

Jetzt aber schenke sie sich selbst einmal drei Monate frei, so Muttonen. Die Zeit wolle sie für Familie und Freunde nützen. Und für Termine wie die Teilnahme an einer internationalen Konferenz in Weißrussland. Ab Feber wird Muttonen dann wieder an der HTL Villach Englisch und Geschichte unterrichten und gerne ihre internationalen Erfahrungen und Vernetzungen in Schulprojekte einbringen.

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Danke für Ihr Verständnis.

GordonKelz
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CHEFPOSTEN.....

Was kümmert die Villacher Politiker der Chefposten der OSZE ,wenn man eine unbeliebte Politikerin in den eigenen Reihen los werden kann ??
Was für Intrigantenstadel ist die SPÖ unter Albel nur geworden ???!
Gordon Kelz
Initiator der Aktion Café der Nächstenliebe in Kärnten

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