Eva Glawischnig Von den Grünen zu Novomatic

Von 2008 bis 2017 stand Eva Glawischnig an der Spitze der Grünen. Nun wechselt sie zu Novomatic.

Im Mai 2017 hat sich Eva Glawischnig von der Politik zurückgezogen. Am Freitag wurde bekannt, dass sie zu Novomatic wechselt. Dort soll sie für den Bereich "Corporate Responsibility" zuständig sein.

APA/ROBERT JAEGER

Die Langzeit-Parteiobfrau hatte im Mai 2017 aus gesundheitlichen Gründen alle Funktionen zurückgelegt, jene als Bundessprecherin, als Klubobfrau sowie ihr Nationalratsmandat.

Glawischnig hat die österreichische Innenpolitik und die Grünen als langjährige Parteichefin über viele Jahre geprägt.

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Ihr Engagement für die Grünen wurde der begeisterten Hobbyläuferin Glawischnig aber nicht gerade in die Wiege gelegt: Geboren wurde sie am 28. Februar 1969 in Seeboden, einer freiheitlichen Hochburg in Kärnten. Die Schulbank drückte sie unter anderem mit dem heutigen Innenminister Herbert Kickl (Bild).

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Ins Rampenlicht hat es die gebürtige Kärntnerin Glawischnig schon früh gezogen: Schon mit 18 Jahren war sie als Keyboarderin der "Gerald Gaugeler Band" mit dem Song "Gelati" in den Top 10 der Austro-Hitparade.

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Erste politische Sporen verdiente sich Glawischnig nach ihrem Jus-Studium in den 90er Jahren im Einsatz gegen die sogenannte "Ennsnahe Trasse" in der Steiermark und bei "Global 2000".

(c) Global 2000/Osaka

1999 schaffte Glawischnig den Sprung in den Nationalrat. Dort konnte sie sich als Umweltsprecherin rasch etablieren und rückte 2002 zur stellvertretenden Parteichefin auf.

(c) Artinger Guenter

Bei den Koalitionsverhandlungen mit der ÖVP 2003 war sie schon als Umweltministerin einer schwarz-grünen Regierung gehandelt worden. Doch die Gespräche scheiterten. Und während ÖVP-Nationalratspräsident Andreas Khol seine Verhandlungspartnerin als "wunderschön, aber eine Marxistin" bezeichnete, hatte Glawischnig, die sich bei einer Verhandlungsrunde mit Kreuz um den Hals präsentierte, bei den Medien damit den Ruf einer "Bürgerlichen" weg.

(c) APA (HERBERT PFARRHOFER)

Bei der Kärntner Landtagswahl 2004 konnte sie den letzten weißen Fleck von der Landkarte ihrer Partei tilgen und führte die Grünen in ihrem Heimatbundesland dank eines intensiven Wahlkampfeinsatzes (gemeinsam mit Spitzenkandidat Rolf Holub) erstmals zum Einzug ins Landesparlament - und das trotz des damals noch äußerst minderheitenfeindlichen Kärntner Wahlrechts.

(c) Guenter R. Artinger

Kritik brachte Glawischnig ihre Nähe zu den Society-Seiten des Landes ein: Ihre Hochzeit mit dem TV-Moderator Volker Piesczek im Jahr 2005 wurde ebenso öffentlichkeitswirksam vermarktet wie ihre anschließende Schwangerschaft.

(c) APA (GERT EGGENBERGER)

Wirklich geschadet haben dürften Glawischnigs Ausflüge in die Seitenblicke-Gesellschaft der Frontfrau der Grünen allerdings nicht, sie wurde stets als Favoritin für die Nachfolge Van der Bellens gehandelt und übernahm 2008 die Parteispitze.

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Bundespräsident Alexander Van der Bellen erinnerte auch daran, dass Glawischnig maßgeblich dazu beigetragen habe, dass die Grünen seine Kandidatur für das Amt des Staatsoberhauptes "mit großem Einsatz unterstützt haben.

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Mehr Bilder aus der langen Politkarriere ...

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Kommentare (1)

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CuiBono
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hatte sie zweifellos.
Sie hat wesentlich dazu beigetragen, die verknöchterte Politik dieses Landes aufzubrechen und frischen Wind rein zu bringen.
Als Grüne, mit den Grünen.

Umso unverständlicher diese aktuelle Entscheidung.
Offensichtlich waren da noch innerparteiliche Rechnungen offen und Stutenbeisserei ist nicht auf inner-Geschlechtliches reduziert.
Die Kärntner Grünen mit Holub dürfen sich für die Negativwerbung für die LT-Wahl am Sonntag bedanken.

Eva Glawischnig - es ist mir nicht möglich, eine auch nur annähernd positive Anmerkung zum wohl endgültig beendeten politischen Lebenswerk zu finden, bei all der verbrannten Erde, die jetzt hinterlassen wird.
Warum auch immer.

Eva - geh, geh weit, aber geh.
Und nimm NIE wieder irgendwas Politisches in den Mund.
Grenzenlose Enttäuschung könnte sich sonst in Wut und Hass verwandeln. Cui bono?!

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