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Starke FlugangstKim Jong-un reiste per Zug zum Putin-Gipfel an

Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un und der russischen Kremlchef Wladimir Putin werden sich auf einer kleinen Insel treffen.

RUSSIA-NKOREA-DIPLOMACY
© APA/AFP/KIRILL KUDRYAVTSEV
 

Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un ist zu seinem ersten Gipfeltreffen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin in Russland eingetroffen. Er kam mit einem gepanzerten Sonderzug auf dem Bahnhof von Wladiwostok an, wie Bilder des russischen Staatsfernsehens am Mittwoch zeigten. Das Treffen mit Putin in der Hafenstadt im äußersten Osten Russlands ist an diesem Donnerstag geplant.

Er wolle mit dem russischen Präsidenten über das nordkoreanische Atomprogramm sprechen, sagte Kim dem TV-Sender Rossija 24. "Ich hoffe, dass der Besuch erfolgreich und nützlich sein wird." Geplant ist der Gipfel auf der Insel Russki - einem Gelände der Fernöstlichen Universität.

Die Lage rund um die koreanische Halbinsel habe sich in den vergangenen Monaten stabilisiert, sagte Putins Berater Juri Uschakow. Dies gehe zu einem großen Teil auf Nordkoreas Initiative zurück, keine Raketen mehr zu testen und sein Atomwaffen-Testgelände zu schließen. Russland wolle helfen, diesen positiven Trend zu festigen.

Mit dem Sonderzug: Kim Jong-un auf großer Fahrt

Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un ist zu seinem ersten Gipfeltreffen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin in Russland eingetroffen.

AFP/APA

Er kam mit einem gepanzerten Sonderzug auf dem Bahnhof von Wladiwostok an, wie Bilder des russischen Staatsfernsehens am Mittwoch zeigten.

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Bei der Reise zum Gipfeltreffen mit Russlands Präsident Wladimir Putin setzt Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un eine Familientradition fort: Auch sein Vater Kim Jong-il und sein Großvater Kim Il-sung bevorzugten aufwändig präparierte Züge für ihre Reisen inner- und außerhalb Nordkoreas.

AFP/APA

Die Herrscherfamilie Kim hat Berichten zufolge eine ganze Reihe von Spezialzügen, die mit einem gelben Streifen markiert sind und in einer Fabrik in Pjönjang gebaut werden. Sie bestehen meist aus zwei Lokomotiven und 17 bis 21 Waggons und transportieren angeblich sogar Panzerwagen und kleine Hubschrauber. Unterwegs sind sie mit einer Spitzengeschwindigkeit von 60 Kilometern pro Stunde.

(c) AP (Alexander Safronov)

Die Bahnreise nach Wladiwostok ist bereits Kims vierte Zugfahrt zu einem Gipfeltreffen im Ausland.

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Nukleare Abrüstung

Russland ist wie die USA an einer nuklearen Abrüstung des Nachbarlandes interessiert. Zugleich setzt sich Moskau im Gegenzug für ein Entgegenkommen beim Atomprogramm für eine Lockerung der Sanktionen gegen Pjöngjang ein.

Bilder des russischen Fernsehens zeigten, wie Kim aus seinem Waggon einen roten Teppich auf dem Bahnsteig betrat. Die Nachrichtenagentur Reuters meldete, dass der Sonderzug zuvor den roten Teppich verpasst hatte und einige Meter wieder zurückfahren musste.

Kim ging nach seiner Ankunft in Wladiwostok in Begleitung einer Delegation eine Strecke zu Fuß. Eine Militärkapelle spielte die Hymnen beider Länder. Er habe schon jetzt einen bleibenden guten Eindruck in seinem Herzen, hatte Kim am frühen Morgen bei einem Zwischenhalt am russischen Grenzpunkt Chassan gesagt. Dort empfingen ihn russische Mädchen mit Blumen und - nach alter Tradition - mit Salz und Brot.

"Das ist nur der erste Schritt"

"Ich freue mich, auf russischem Boden zu sein", sagte Kim einer Mitteilung der Gebietsverwaltung zufolge. Der 35-Jährige kündigte demnach zudem an, dass der Russland-Besuch nicht der letzte sein werde. "Das ist nur der erste Schritt." Die russische Behörde veröffentlichte mehrere Fotos von der Ankunft.

Mit Putin will Kim auch über eine wirtschaftliche Zusammenarbeit reden. Wegen der Sanktionen droht Zehntausenden nordkoreanischen Gastarbeitern die Ausreise aus Russland. Beide Seiten wollen das verhindern.

Nach russischen Angaben ist in Wladiwostok zunächst ein Vier-Augen-Gespräch der beiden Staatschefs geplant. Im Anschluss sollen Delegationen beider Länder zusammenkommen. Nach offiziellen russischen Angaben ist aber nicht geplant, dass die beiden irgendwelche Vereinbarungen unterzeichnen oder eine gemeinsame Gipfelerklärung abgeben.

Chefunterhändler nicht dabei

Zu Kims Delegation gehören der amtlichen nordkoreanischen Nachrichtenagentur KCNA zufolge auch Außenminister Ri Yong-ho und der langjährige Atomunterhändler Choe Son-hui. Auffällig ist die von Medien berichtete Abwesenheit von Kim Yong-chol, des Chefunterhändlers in den Atomgesprächen mit US-Außenminister Mike Pompeo. Nach einem Bericht der südkoreanischen Nachrichtenagentur Yonhap wurde Kim Yong-chol seiner Aufgaben entbunden. Während der vier Besuche des nordkoreanischen Machthabers in China und bei beiden Gipfeln mit Trump war Kim Yong-chol markant präsent.

Vor gut zwei Monaten war ein Gipfeltreffen Kims mit US-Präsident Donald Trump in Vietnam vorzeitig abgebrochen worden. Beide konnten sich nicht auf zentrale Fragen der atomaren Abrüstung Nordkoreas einigen. Erst kürzlich hatte Trump einen weiteren Gipfel für möglich erklärt. Vor einer Woche hatte der für Nordkorea zuständige US-Sondergesandte Stephen Biegun Moskau besucht. Beide Seiten hätten ihr Ziel einer vollständigen und kontrollierbaren Denuklearisierung Nordkoreas bekräftigt, teilte die US-Botschaft danach mit.

Museumsbesuch

Nach seinem Grenzübertritt hatte Kim auch das Kim-Il-Sung-Museum besucht, ein 1986 in Chassan eröffnetes Haus. Dort hielten sich der Großvater des Machthabers, Kim Il-sung, und Vater Kim Jong-il bei Reisen kurzzeitig auf. Insgesamt dauerte die Zugfahrt von Nordkoreas Hauptstadt Pjöngjang bis Wladiwostok rund 20 Stunden. Viele Delegationsteilnehmer, darunter auch eine Jugendgruppe aus Nordkorea, reisten aber mit dem Flugzeug an.

Russland hatte Kim bereits im Mai des vergangenen Jahres eingeladen. Zuletzt war es im Jahr 2011 zu einem Gipfel zwischen den Staatsoberhäuptern Russlands und Nordkoreas gekommen. Damals hatte sich der mittlerweile gestorbene Kim Jong-il mit dem damaligen Kremlchef Dmitri Medwedew getroffen.

Kommentare (2)

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Reipsi
1
0
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Warum nimmt er

nicht gleich einen Panzer, a ja passt nicht hinein.

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voit60
6
7
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warum wird immer wieder

über diesen Gimpel berichtet?

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