NiederösterreichLandbauer schließt Rücktritt dezidiert aus, ist aber für ÖVP kein Partner

Nach dem Halten der absoluten Mehrheit bei der NÖ-Landtagswahl will Landeshauptfrau Mikl-Leitner nicht mit FPÖ-Mann Udo Landbauer zusammenarbeiten. Gesetzlich stellt die FPÖ aber einen Landesrat. Landbauer schließt seinen Rückzug aus, ob er aber selber Landesrat wird, ist offen.

NOe-WAHL: MIKL-LEITNER/KURZ
Familie Mikl-Leitner mit Kanzler Sebastian Kurz, einem der ersten Gratulanten vor Ort © APA/HERBERT PFARRHOFER
 

Nach geschlagener Landtagswahl bleibt es in Niederösterreich spannend: Zwar verteidigte die neue ÖVP-Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner auf Anhieb die absolute Mehrheit, es sind aber noch Brösel wegzuräumen, was die Bildung der Landesregierung betrifft.

Denn nach der Nazi-Liederbuch-Affäre will einerseits niemand mit FPÖ-Spitzenkandidat Udo Landbauer zusammenarbeiten. Die bei der Wahl gestärkte Landes-FPÖ hat allerdings gemäß dem in NÖ gültigen Proporzsystem Anspruch auf einen Landesrat.

Ob dieser FPÖ-Sitz mit Landbauer beschickt wird, will die FPÖ erst im Laufe des Montags bei Sitzungen klären. Sollte Landbauer trotz Rücktrittsaufforderungen in die Landesregierung einziehen, bleibt das eine Belastung auch für die ÖVP-FPÖ-Regierung im Bund.

"Eine Zusammenarbeit mit Landbauer in der Regierung wird es nicht geben", sagt Mikl-Leitner. Was sie damit genau meint - man könnte Landbauer etwa ein völlig bedeutungsloses Ressort geben -, lässt sie offen.

Landbauer selbst denkt nicht an Rücktritt: "Dezidiert" schließe er einen solchen aus. Aber Landesrat ist er ja noch nicht; er könnte auch für eine andere Funktion, etwa Klubchef, nominiert werden. Die FPÖ macht ihm jedenfalls die Mauer. Landesparteichef Walter Rosenkranz: "Landbauer ist und bleibt untadelig, er ist nicht einmal im Kreis der Verdächtigen bei der Staatsanwaltschaft."

Lauter Sieger

Bei der NÖ-Wahl holte die ÖVP 49,64 Prozent der Stimmen und mit 29 Sitzen die absolute Mandatsmehrheit. Die SPÖ konnte dezent zulegen und belegte mit 23,92 Prozent klar den zweiten Platz vor der FPÖ, die stark zulegte. Grüne und NEOS schafften den Einzug in das Landesparlament.

Beim vorläufige Endergebnis - inklusive Briefwahl und Wahlkarten aus dem eigenen Wahlkreis - fehlen lediglich die am Sonntag in fremden Wahlkreisen abgegebenen Wahlkarten. Derer Zahl ist gering (2013 waren es lediglich 1.574 Stimmen). Sie werden am Dienstag ausgezählt und bringen (auch laut Wahlkarten-Prognose von SORA/ORF) keine bedeutende Änderung mehr.

Johanna Mikl-Leitner verteidigte Absolute für ÖVP

 


Gegenüber 2013 bedeutet das Ergebnis für die ÖVP einen leichten Verlust von 1,15 Prozentpunkten. Die SPÖ schaffte - ausgehend vom historischen Tiefststand - ein Plus von 2,35 Prozentpunkten und hält künftig weiterhin bei 13 Mandaten.

Die FPÖ legte stark zu und erzielte mit einem Plus von 6,55 Punkten 14,76 Prozent der Stimmen. Damit verfehlte sie zwar klar das Wahlziel des Rekordergebnisses von 1998 (16,1 Prozent), verdoppelte aber ihre Mandatszahl und kommt künftig auf acht Abgeordnete.

Die Grünen schafften mit 6,42 Prozent (-1,64) den Verbleib im Landtag und halten bei drei Sitzen - einem weniger als bisher.

Geschafft haben den Einzug bei ihrem erstmaligen Antreten die NEOS: Sie kamen auf 5,15 Prozent der Stimmen und wie die Grünen auf drei Mandate.

An Regierungssitzen hält die ÖVP wie bisher sechs Landesräte, die SPÖ bleibt bei zwei. Der neunte Sitz geht an die FPÖ (bisher Team Stronach).

Reaktionen

In einer ersten Reaktion würdigten die ÖVP-Funktionäre selbst vor allem auch den unermüdlichen Einsatz von Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner, der es gelang, bei ihrem ersten Antreten bei einer Wahl das Erbe von Erwin Pröll mit einem nur ganz kleinen Minus zu verteidigen.

Die Landeshauptfrau bekräftigte nach der Wahl, dass sie das Miteinander mit allen Parteien suche, aber "einer, der unserem Land schadet", gemeint FPÖ-Spitzenkandidat Udo Landbauer, "kein Partner sein kann".

Wahl in Niederöterreich: Der Wahltag in Bildern

Niederösterreich bleibt absolut schwarz - und ist damit die große Ausnahme auf der politischen Landkarte Österreichs.

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Dementsprechend groß ist die Freude bei Landeshautfrau Johanna Mikl-Leitner (ÖVP).

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Vorgänger Erwin Pröll gratulierte Mikl-Leitner "aus tiefstem Herzen und mit ganz, ganz großer Freude". Er sprach von einem bravourösen und fehlerfreien Wahlkampf, den die Landeshauptfrau geführt habe. Prölls Resümee: "Niederösterreich bleibt weiter auf einem guten Weg."

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 Auf die erste Hochrechnung folgte im Büro der Landeshauptfrau großer Jubel und lang anhaltender Applaus. Eingefunden hatten sich neben dem ÖVP-Regierungsteam auch Bundeskanzler Sebastian Kurz und Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka, vormals niederösterreichischer Landesvize.

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Die Freiheitlichen bekamen offensichtlich die "Causa Landbauer" rund um Nazi-Liedgut bei der Burschenschaft "Germania zu Wiener Neustadt" zu spüren. Landbauer bezeichnete die FPÖ als "stark vertreten". In Prozenten sei eine Verdoppelung nicht gelungen, bei den Mandaten aber sehr wohl. Und damit sei er "alles andere als unzufrieden".

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Knapp 1,4 Millionen Stimmberechtigte sind am Sonntag zur ersten Landtagswahl unter der neuen schwarz-blauen Regierung im Bund aufgerufen.

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Niederösterreichs Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner wurde von ihrem Mann Andreas, Tochter Anna und Hund Milou ins Wahllokal in Klosterneuburg begleitet.

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Wird Sie die absolute Mehrheit der ÖVP verteidigen können?

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Bei Wind und einem Wechselspiel aus Sonne und Wolken hat SPÖ-Spitzenkandidat Franz Schnabl seine Stimme abgegeben.

(c) APA/HELMUT FOHRINGER (HELMUT FOHRINGER)
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Er kam zu Fuß mit Ehefrau Rosemarie zum Wahllokal im Kulturheim Süd in St. Pölten.

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Indra Collini, Listenerste der NEOS, gab ihre Stimme in Brunn am Gebirge ab.

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Sie sei "frohen Mutes, dass die Übung gelingen wird", sagte die Spitzenkandidatin auf die Wahl angesprochen und meinte damit den Einzug in den niederösterreichischen Landtag. "Der Tag wird spannend."

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FPÖ-Listenerster Udo Landbauer schritt am Vormittag als erster Spitzenkandidat zur Stimmabgabe.

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Auf die Rücktrittsaufforderungen von Bundespräsident Alexander Van der Bellen wollte der wegen der NS-Liedgut-Affäre seiner Burschenschaft Germania in Bedrängnis geratene Politiker dabei nicht eingehen.

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"Jetzt sind die Wähler am Wort", sagte Landbauer.

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Als letzte der Spitzenkandidaten wählte zu Mittag die Grüne Helga Krismer in Baden, wo sie auch Vizebürgermeisterin ist.

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Die Person Mikl-Leitner dürfte für viele ÖVP-Wähler auch das entscheidende Wahlmotiv gewesen sein, wie Politologe Peter Filzmeier nach der Wahltagsbefragung analysierte. Mikl-Leitner dürfte auch viele Wähler aus dem ehemaligen Team-Stronach-Topf in ihr Lager gezogen haben.

Die ÖVP ist stolz auf diesen Erfolg:

ÖVP-Chef Sebastian Kurz ahnte schon bei der Anreise nach St. Pölten, dass es ein Tag zum Jubeln werden würde:

 

Die SPÖ freut sich darüber, endlich wieder einmal bei einer Wahl zugelegt zu haben, hat aber das Ziel, die absolute Mehrheit der ÖVP zu brechen, verfehlt. In den eigenen Reihen wird auf eine unglaubliche Aufholjagd verwiesen, die Spitzenkandidat Franz Schnabl hinter sich bringen habe müssen, nachdem er erst relativ spät - im vergangenen Sommer - in die niederösterreichische Politik eingestiegen war.

Schnabl sagt danke:

Die FPÖ verdoppelte sich

Die FPÖ verdoppelt sich fast und besetzt künftig acht statt bisher 4 Mandate. Außerdem zieht sie in die Landesregierung ein. Die SPÖ hält dort wie bisher zwei Sitze, die ÖVP sechs.

Bedeckt hielt sich die FPÖ noch in Bezug darauf, wen sie in die Landesregierung entsenden wird. ÖVP-Chefin Johanna Mikl-Leitner hatte ja am Tag vor der Wahl noch eine Zusammenarbeit mit Udo Landbauer ausgeschlossen, die FPÖ hatte aber auf einen Pakt mit der ÖVP nebst interessantem Ressort gehofft.

Die Stimmung bei der FPÖ

FPÖ-Generalsekretär Harald Vilimsky merkte äußerst zahm an, dass es "vielleicht nicht ganz richtig war", diesen Schritt zu setzen, nachdem die Untersuchungen in Bezug auf Urheberschaft und Verantwortung für die Nazi-Liedtexte beendet sind. Man werde sich aber jedenfalls noch "optimal" für die kommenden fünf Jahre in Niederösterreich ausrichten. Das lässt Raum für Spekulationen offen, dass die FPÖ noch einen Wechsel vornimmt und etwa Klubobmann Gottfried Waldhäusl entsendet.

Dass Landbauer unter den eigenen Erwartungen blieb, führt die FPÖ naturgemäß auf eine "beispiellose Medienkampagne" in den letzten Tagen zurück.

Neustart für die Grünen

Grüne und Neos schafften den Einzug in den Landtag. Bei beiden Parteien ist der Jubel riesig.

Die Grünen verlieren ein Mandat und halten künftig bei 3 Sitzen im Landtag. Sie legten an Stimmen 1,7 Prozentpunkte ab. Nach dem Desaster der Nationalratswahl im Herbst ist der heutige Urnengang aber so etwas wie ein Neustart für die Grünen - und ein ganz wichtiges Signal vor den kommenden drei Landtagwahlen in Tirol, Kärnten und Salzburg.

Werner Kogler ortet ein klares Signal dafür, dass "die Menschen wollen, dass die Grünen in den Parlamenten sind". Das sei enorm wichtig, "nach dem Heulen und Zähneknirschen" nach der Nationalratswahl. Die nächste Bewährungsprobe komme schon in vier Wochen, in Tirol.

Pinke Premiere im Landtag

Die Neos ziehen erstmals ins Landesparlament - in den dritten Landtag in Österreich - ein. Sie schafften 5,2 Prozent und jagten der SPÖ noch ihr vermeintliches 14. Mandat ab, die Neos kommen jetzt auf drei Mandate. Auch hier war der Jubel groß - die Umfragen hatten ein knappes Ergebnis vorausgesagt.

Wermutstropfen für Grüne und Liberale: Sie haben mit jeweils drei Mandaten keinen Klubstatus, damit auch kein Antragsrecht und andere Minderheitsrechte.

 

 

 

 

 


 

 


 

 

Kommentare (99+)

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mapem
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Recycling … In Lagern war es üblich, dass sgt. Arbeitsjuden quasi im Schichtbetrieb die Leichen aus den Kammern schafften, um sie unter Beobachtung „besonders qulifizierten Wachpersonals“, das auch wenn nötig noch Lebende mit einem Genickschuss liquidierten, die Goldplomben auszubrechen und Eheringe von den Fingern zu ziehen. Kübel mit Seifenlauge sollten das Abziehen der Ringe erleichtern – ging das vereinzelt nicht, dann mussten diese Arbeitsjuden den Finger mit einer Art Beißzange abzwicken …

In Treblinka geschah es, dass ein solcher Arbeitsjude nach einer Vergasung zusammen mit anderen die Kammer wieder wie üblich auszuräumen hatte, wobei man der Wache zu melden hatte, wenn noch wer Lebenszeichen von sich gab, damit diese die Liquidierung durchführte. Besonders bei Müttern mit Kindern geschah es oft, dass Kinder noch lebten, da die Mütter sie verzweifelt an sich drückten, oder sich auf sie warfen. So auch hier, einige Kinder zeigten noch Lebenszeichen und wurden darauf erschossen. Beim Rausschaffen der Leichen, bemerkte besagter Arbeitsjude, dass sich unter den Leichen seine Frau und seine kleine Tochter befand, die man kurz zuvor durch einen Kopfschuss tötete. Diese Geschichte – wie so unzählige andere – wurden auch dadurch publik, weil Wachpersonal oft mit großem Amüsement ihren Kollegen davon erzählten.

• DAS meint man, wenn man in einem Lied singt, dass man „… noch schnell die 7. Million vollmachen soll“ …
• Und DAS wird 1997 bei einer Neuauflage noch immer gedruckt …
• Und DAS reicht noch immer nicht, dass so ein Landbauer schleunigst aus sämtlichen öffentlichen und politischen Funktionen sofort verschwindet …
• Und DAS erreicht im Jahre 2018 nahezu eine Stimmenverdoppelung!

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qsdxbrludc9cftamhp2pgxbvu2q9zjlq
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Guten Morgen, mappen…uns Forumsteilnehmer brauchst Du nicht überzeugen, wir wissen schon, was da abgelaufen ist und was „..die 7.Million“ bedeutet

Frage: Kennst Du eigentlich einen „Stamm“-FPÖ- Wähler persönlich bzw. so gut, dass er oder sie dir das Herz ausschüttet?? Also ich habe in der Verwandtschaft einen Klein-Unternehmer, der ein absoluter „Haider“-Fan ist und ich habe mit ihm des Öfteren darüber diskutiert…Du würdest Dich wahrscheinlich vor Abscheu abwenden oder den so zur Sau machen, dass er sich verschließt - aus meiner Sicht ein großer Fehler, denn diese Leute FÜHLEN sich eh schon von „DIE DA OBEN“ in Stich gelassen und „UNTERDRÜCKT“ bzw. „BEVORMUNDET“ – wenn man so meinen Verwandten so zuhört, schimpft er über „die Grundfesten der 2. Republik“, also Kammer, Beamte und Politiker bzw. EU – diese Leute sind unterdurchschnittlich gebildet (klingt jetzt arrogant – ich weiß eh, aber so ist es !) – und ich meine- nein - ich bin mir sicher, dass hier auch Angst vor dem Arbeitsplatz (bzw. Konkurrenz !) und Neid mitspielt.
Was in NÖ mit dem Landbauer abgelaufen ist, war wiedermal sooo typisch: die Blauen brüskieren die Öffentlichkeit und was passiert „reflektorisch“? Jede AUTORITÄT wendet sich voller ABSCHEU ab: anderen Parteien, Van der Bellen, ja sogar der Kardinal Schönbrom) – ABER GENAU DAS „TÖRNT“ ja die potentiellen FPÖ-Wähler an, wenn man deren Psychogramm kennt!

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qsdxbrludc9cftamhp2pgxbvu2q9zjlq
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Weiter im Text...

Es steht mir als Wechselwähler zwar nicht zu, Euch Genossen einen Rat zu geben, aber ich würde meinen: redet mit den potentiellen FPÖ-Wählern, baut ein Vertrauensverhältnis auf – seid nicht überheblich (!!) und vor allem benutzt DEREN SPRACHE – denn es ist schon klar, dass die Partei „FPÖ“ sich zwar nie von der Nazi-Ideologie vollständig abgelöst hat, aber Deine Genossen sollten NIE den Fehler machen, auch deren WÄHLER als „latente Nazis“ zu diffamieren, denn das stimmt für die meisten sicher nicht.
Apropos „richtige Sprache“: Du schriebst ellenlange sprachlich geschliffene Beiträge – das törnt zwar mich als belesenen Akademiker an, aber ich bin ja gebildet – ein POTENTIELLER FPÖ-Wähler, wie z.B. mein Schwager der Klein-Unternehmer würde wegen seinem beschieden Bildungsgrad deine postings erst gar nicht anfangen lesen – oder wenns gut geht, nach der dritten Zeile aufhören, WEIL Du (und auch Dein Intimus „Irgendeiner“) viel zu kompliziert und mit „erhobenen Zeigefinger“ sprechen….

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Sepp57
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Natürlich tritt der

Landbauer nicht zurück. Was soll er denn machen? Wieder als Skilehrer auf den Semmering?

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create
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In dieser Funktion

wär er mit aber bedeutend lieber!!

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mapem
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Im Jahre 1944 …

Aus einem Güterzug aus Ungarn werden rund 2.500 ungarische Juden auf die Rampe in Auschwitz-Birkenau getrieben. Unter ihnen eine Mutter mit einem ca. zehnmonatigen Kind und deren Großeltern. Bei der Sele.ktion versucht man der Mutter das Kind wegzunehmen, um es der „entsprechenden Behandlung“ zuzuführen – die Mutter ist in einem ordentlichen Gesundheitszustand und hat feingliedrige Hände – in den Waffenfabriken braucht man dringend entsprechendes „Material“ für das Polieren der Innenwände von Granathülsen kleinerer Kaliber.
Panisch, weinend und flehend versucht die Mutter zu verhindern, dass das Wachpersonal ihr das Kind entreißt – einer schlägt ihr mit dem Gewehrkolben auf den Schädel – ein anderer entreißt der wimmernd und benommen am Boden liegenden Mutter das Kind – packt es an den Füßen und schmettert es mit dem Kopf voran gegen die Kante eines Waggons. Der Schädel des Kindes platzt durch die Wucht auf – Gehirnteile und Blut spritzen auf jene Gefangenen, die sich gerade in der Nähe befinden – unter ihnen die Großmutter und der Großvater …
• DAS meint man, wenn man in einem Lied singt, dass man „… noch schnell die 7. Million vollmachen soll“ …
• und DAS wird 1997 bei einer Neuauflage noch immer gedruckt …
• und DAS reicht noch immer nicht, dass so ein Landbauer schleunigst aus sämtlichen öffentlichen und politischen Funktionen sofort verschwindet …
• und DAS erreicht im Jahre 2018 nahezu eine Mandatsverdoppelung!

Ihr machts mir Angst, liebe Mitbürger!

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X22
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Der Film, "Das radikal Böse" von Stefan Ruzowitzky, beschreibt dies, wie Menschen auch für fürterlichste Taten, eine persönliche Ausrede finden, vor, nach und während der Tat. Noch 4 Tage in der ORFTVthek verfügbar

Der Titel des Films spielt auf ein Zitat Hannah Arendts aus ihrem Denktagebuch von 1950 an, das der offiziellen Website zum Film vorangestellt ist: „Das radikal Böse ist das, was nicht hätte passieren dürfen, das heißt das, womit man sich nicht versöhnen kann […] woran man auch nicht schweigend vorübergehen darf.“ Sowohl der Frage, wie das radikal Böse zustande kommen kann, als auch der Frage, wie in der Folge damit umzugehen sei, widmete Arendt unter dem Eindruck der Shoah einen Großteil ihres moralphilosophischen Denkens.

Dazu erklärte Ruzowitzky in einem Gespräch mit der Wiener Zeitung, dass sich sein Film auf diese frühe Definition des Begriffs durch Arendt beziehe. Sie habe später den Begriff ‘banales Böse‘ in Bezug auf Eichmann und den Typus des ‚Schreibtischtäters‘ verwendet. „[...] aber meine Täter sind ja keine Schreibtischtäter, sondern das sind die, die wirklich dort gestanden sind, den Abzug gezogen haben und einer Frau, einem Kind, einem Mann eine Kugel in den Schädel gejagt haben. Da reicht der Begriff des ‚banalen Bösen‘ nicht mehr aus. Hier ist es also schon wichtig zu definieren, dass es um etwas geht, das nie hätte passieren dürfen.“

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create
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Kommt daher, dass mit der Aufarbeitung dieses Wahnsinns

nach Kriegsende nicht sonderlich sorgsam umgegangen wurde. Ein Beispiel: Sigbert Ramsauer. Praktizierte als Mediziner in Klagenfurt bis in die späten ´80er. Ich hatte einen tollen Geschichts-Professor, der weit über den Lehrplan hinaus aufgezeigt hat, wie und durch wen diese Gesinnung weitergetragen wurde. Hat geprägt und die Antennen sensibilisiert.
Mit Ängsten, Befürchtungen und auch Neid zu spielen, um ein Ziel zu erreichen... wird in dem Ausmaß nicht mehr passieren, aber Tendenzen sind unverkennbar.

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peter499
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Göbhard

Bei mir war es auch ein fantastischer GS Lehrer. Ich bin ihm nach 50 Jahren noch dankbar.

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otto der große
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Johanna Mikl-Leitner

wie kann so jemand die absolute mehrheit erreichen???????

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Mein Graz
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@otto der große

Mir stellt sich eine ganz andere Frage:
wie gibt es das, dass so viele Leute einen Landbauer wählen, der so weit rechts zu stehen scheint, dass in einem Landtag so ein rechtes Eck schon gar nicht mehr zu finden ist. Eine Person, die so unglaubwürdig ist und die Österreich so großen Schaden zufügt. Eine Partei, deren Klientel im braunen Sumpf watet.

Gibt es wirklich so viele Österreicher, die so ein Gedankengut hegen und pflegen, oder sind so viele Landsleute so dumm, dass sie dieser Partei und ihren rechten Recken noch immer auf den Leim gehen?

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cindymax1
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@ mein Graz

wie heißt es:

"Wer nichts weiß, muss alles glauben"

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create
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Dass die FPÖ in den Landtag einzieht,

war vorauszusehen. Aber 8 Mandate und ein Sitz in der Landesregierung?! Tja.. aber hätte vielleicht auch schlimmer kommen können?!
Und dass Landbauer jetzt nicht zurücktritt, ist auch klar! Im Nachhinein wäre das ja quasi ein Schuldeingeständnis, bzw nur aufgrund des Drucks von oben zu verstehen.
Das hätte vor der Wahl passieren müssen, dann hätte man ihm die "Unkenntnis" darüber, was er so beworben hat, vielleicht abgekauft. Aber wer weiß, wer da nachgefolgt wäre? Also leicht machen sie´s einem wirklich nicht!!

Ich bin gespannt. Die Wahlwerbung der FPK war schon im Postkasterl. Ich hab nur was mit "Zukunft" gelesen und hab´s reflexartig weggeworfen. Vielleicht kommt ja nochmal was...

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4geg5bzsmq4ozrts0zskav8vih0biro2
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Das Photo

"Und jetzt der 16 Stunden Tag, Hanni!"

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Irgendeiner
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Äh, Gerhard,

nur weil unser Austausch an Substanz verlor, zu Deinem letzten gestern,Du mußt Dir da keine Sorgen machen,ist wie im Forum, ich wachse an Problemen und immer über mich selbst hinaus,man lacht,sag einfach Bescheid wenn es soweit ist.

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4geg5bzsmq4ozrts0zskav8vih0biro2
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irgendeiner

Ich hab da, auf Nachfragen meinerseits, eine Info bekommen, dass Duelle über mehrere "Seiten", bei denen sich die Substanz immer stärker vom ursprünglichen Thema entfernt, gelöscht werden - auch ohne Meldung. Außerdem scheint es das so einen "No-Go Wörterkatalog" zu geben - wo dann sicherheitshalber gelöscht wird. Man will damit Trollen das Handwerk legen. (Z.B. mein Jean-Claude mit Zusatz ist so ein No-Go). Wenn jetzt z.B. jemand dazwischenfunkt und was schreibt was nicht so gut ist, wird das gelöscht und unser beider täglicher "Austausch" darunter ist virtuell beerdigt. Ist der KLZ bewusst, aber noch EDV technisch nicht gelöst. Also ich bin fast immer bereit, aber manchmal siehe oben..

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Irgendeiner
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Tja, Gerhard, Du mußt Dich doch nicht verteidigen,

ich hatte Dir ja nichts unterstellt,ich hatte nur eine Antwort nachgereicht, ich erledige meine Post halt immer.Und meine persönliche Meinung ist bekannt, tausendmal gesagt,ich präferiere wenn alles stehen bleibt, aber mein Forum ist es nicht.Und ich glaub nicht daß so eine Strategie gegen Vielfachnicks hilft aber ich bin schon lange dazu übergegangen Probleme die mich betreffen selbst zu lösen,so ganz im Sinne der Turbokapitalisten,man lacht.Man spricht sich ja, Gerhard.

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BernddasBrot
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Alle haben in NÖ gewonnen ,

die Macht hat jedoch nur eine Partei, die ÖVP . Sie wird deswegen auch als Meister des politischen Marketings bezeichnet...vor der Wahl 45 % prognostiziert , nach der Wahl die Absolute....

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4geg5bzsmq4ozrts0zskav8vih0biro2
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Tja

Dass die SPÖ seit Mag. Kerns Machtübernahme Probleme beim Wahlkampf hat, lässt sich nicht übersehen. Aber jetzt hat die SPÖ ja das Ruder herumgerissen und einen Erdrutschsieg auf ihre Fahnen zu heften. Also Mag. Kern - weitermachen!
So sehen Sieger aus. Gratuliere Herr - wie heißt der nochmal......

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sapientia
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gerhard, .... "Gratuliere Herr - wie heißt der nochmal......"


... beginnende Demenz?

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Jodl
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Wie erkläre ich meinen Freunden im Ausland,...

... dass jene Partei, deren Spitzenkandidat leitendes Mitglied in einem Nazilieder singenden Verein ist, ihre Stimmenzahl im Vergleich zur letzten Wahl verdoppeln konnte??

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wintis_kleine
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Tja das ist wirklich eine gute Frage

die sich seit der Regierungsbeteiligung der FPÖ im Bund vermutlich immer mehr Leute stellen. Das Herantasten der FPÖ an das gerade noch Erträgliche (zumindest vom Gesetz her) zeigt auf, wie wenig wir (die Justiz) doch gegen derartiges Aufwärmen längst schon abgeschlossen gedachter Grundgesinnungen in unserem Lande zu Leisten im Stande ist.
Es kann nur am Wähler liegen, einer Partei mit einer derartigen Grundhaltung klar zu zeigen, was man von ihr hält.
Leider scheint es so, dass zumindest knapp 15% der Bevölkerung Niederösterreichs dazu nicht Willens oder im Stande waren. Schade und traurig für unser schönes Land.

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Lodengrün
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Hat zur Veröffentlichung

einen solchen Büchleins beigetragen und fühlt nichts dabei. Was sagt uns das zu seinem Charakter?

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qsdxbrludc9cftamhp2pgxbvu2q9zjlq
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@Lodengrün, ich mache mir eher Gedankern über den Charkter der Wähler, die diese Person gewählt haben...

...und es kommt mir ein fürchterliche Gedanke: Was ist, wenn meine Landsleute "vergessen" haben, was die FPÖ oder FPK bei uns so angestellt haben ??

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raspel
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Landbauer schließt Rücktritt aus

Ich denke doch, dass man im bei Zeiten sagen wird, dass es besser ist den Hut zu nehmen. Auch Strache wird es sich nicht leisten können, ihn zu halten.

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Jak39
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*raspel

Ein strammer Kamerad desertiert nicht, er verteidigt sein Konto.😎😁😏

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