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Familien, Selbstständige, Pensionisten: Wer wirklich von der Steuerreform profitiert

Der Nationalrat hat am Donnerstag die Steuerreform beschlossen. Neben CO₂-Preis und Klimabonus enthält sie auch Steuersenkungen und einen erhöhten Familienbonus. Prüfen Sie in der interaktiven Grafik, ob Sie davon profitieren und wie hoch Ihr Klimabonus sein wird.

© (c) imago images/photothek (Ute Grabowsky/photothek.net via www.imago-images.de)
Von  Veronika Dolna und Jonas Pregartner (Grafiken)

Der Finanzausschuss hat ihr vergangene Woche seinen Segen erteilt, am Donnerstag wurde sie im Plenum formal beschlossen: Die ökosoziale Steuerreform, die das Prestigeprojekt der türkis-grünen Regierung sein soll. Erstmals bekommt der Ausstoß von klimaschädlichem CO einen Preis, abfedern soll die Mehrkosten ein Klimabonus. 

Der Familienbonus wird erhöht, die Lohn- und Einkommenssteuer in den niedrigen Tarifstufen gesenkt, ebenso wie KV-Beiträge für Selbstständige und Landwirte – die Reform enthält also tatsächlich viele Begünstigungen. Doch nicht alle profitieren gleichermaßen davon.

Je höher das Einkommen ist, desto stärker wirkt sich die Steuerreform aus – das gilt für Arbeitnehmer, Selbstständige, Landwirte und Pensionisten gleichermaßen. Ohne etwaige Kinder zu berücksichtigen, profitieren Selbstständige oder Landwirte mit einem Jahreseinkommen über 45.000 Euro netto am meisten von der Steuerreform. Ihnen bleiben nach der Steuerreform rund 1500 Euro mehr. Angestellte und Arbeiterinnen, die netto etwa 23.000 Euro im Jahr verdienen – das ist quer durch alle Branchen der österreichweite Durchschnitt –, ersparen sich etwa 400 Euro im Jahr.

Entlastung für Familien

Stark ins Gewicht fällt auch die Entlastung für Familien, vor allem durch die Erhöhung des Familienbonus ab Juli. Durch den Familienbonus gibt es in diesem Jahr eine Steuergutschrift von bis zu 1750 Euro pro Kind, im Jahr 2023 dann bis zu 2000 Euro. Die volle Höhe bekommt aber nur, wer mindestens 1850 Euro brutto verdient, bei zwei Kindern sind es schon 2332 Euro brutto.

Auch der Kindermehrbetrag, den Alleinverdiener oder -erzieherinnen beantragen können, die so wenig verdienen, dass sie gar keine Lohnsteuer zahlen, wird von derzeit bis zu 650 Euro ansteigen.

Der Teufel liegt aber im Detail: Selbstständige mit zwei Kindern und einem Nettoeinkommen von 25.000 Euro profitieren gar nicht von der Reform. Sobald sie allerdings mehr verdienen, gehören sie zu der Gruppe mit dem größten Steuerreform-Plus.

Überblick: Wer profitiert wie viel von der Steuerreform?

Klicken Sie sich durch die untenstehenden Grafiken („nächste Grafik“ bzw. „vorherige Grafik“)und prüfen Sie, mit wie viel Entlastung Sie bei welchem Bruttoeinkommen als Arbeitnehmerin oder Landwirt, Selbstständiger oder Pensionistin rechnen können, wenn die Steuerreform 2024 voll zum Tragen kommt. Grundlagen sind die beispielhaften Berechnungen des parlamentarischen Budgetdienstes für unterschiedliche Bruttoeinkommen und Familiensituationen.

CO₂-Preis und Klimabonus

Komplizierter sind die Kosten oder Ersparnisse des ökologischen Teils der Steuerreform. Wie viel pro Kopf an CO-Preis bezahlt wird, hängt nämlich auch vom Lebensstil ab. Benzin, Diesel, Heizöl, Erdgas und Kohle werden teurer. Wer viel davon verbraucht, für den wird es teurer. Alle Privathaushalte gemeinsam werden dadurch in diesem Jahr mit 370 Millionen Euro belastet werden, schätzt der Budgetdienst.

Kompensiert werden soll das durch den Klimabonus, der je nach Wohnort 100 Euro, 133 Euro, 167 Euro oder 200 Euro pro Jahr ausmacht. Insgesamt werden heuer 1,28 Milliarden Euro davon ausbezahlt. Die Entlastung ist also mehr als drei Mal so groß wie die Belastung. Das liegt auch daran, dass der Klimabonus im Jahr 2022 für das ganze Jahr ausbezahlt wird, obwohl die CO-Bepreisung erst ab Juli in Kraft tritt. Netto bringt der CO-Preis heuer allen Haushalten gemeinsam eine Entlastung von insgesamt 910 Millionen Euro.

In den kommenden Jahren – auch das ist in der Steuerreform schon fixiert – werden sowohl der CO-Preis als auch der Ausgleichsbonus steigen. Die Differenz zwischen Be- und Entlastung wird dann zwar etwas kleiner. Aber auch für das Jahr 2023 rechnet der Budgetdienst des Parlaments damit, dass durch den Klimabonus mehr als doppelt so viel ausbezahlt wird, wie durch den CO-Preis bei Haushalten eingenommen wird.

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