Offene Worte zu ChatsHaslauer als Salzburger ÖVP-Chef wiedergewählt

Der Landeshauptmann erhielt beim 40. ordentlichen Landeskongress 99,77 Prozent der Delegiertenstimmen. Er würdigte in seiner Rede das "Salzburger Klima" im politischen Umgang miteinander. Wilfried Haslauer signalisierte auch Loyalität zu Sebastian Kurz.

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++ HANDOUT ++ CORONA: START DER CORONA-MASSENTESTS IN ANNABERG-LUNGOeTZ (SALZBURG) / HASLAUER
© APA/LAND SALZBURG/FRANZ NEUMAYR
 

Salzburgs Landeshauptmann Wilfried Haslauer ist am Freitag beim 40. ordentlichen Landeskongress der Salzburger ÖVP in St. Johann im Pongau mit 99,77 Prozent der 434 anwesenden Delegierten zum Landesparteiobmann wiedergewählt worden. In seiner Rede signalisierte er seine Loyalität zu ÖVP-Bundesparteiobmann Sebastian Kurz und würdigte das "Salzburger Klima" im politischen Umgang miteinander, gerade hinsichtlich der aktuellen Auseinandersetzungen auf Bundesebene.

Haslauer ging Medienberichten zufolge auch auf die Chat-Causa ein. Er sprach von einer Partei, die betroffen und auch nachdenklich sei, sparte aber auch nicht mit Lob am zurückgetretenen Kanzler, der vieles auf den Weg gebracht habe, wie Haslauer etwa in den "Salzburger Nachrichten" (Samstagausgabe) zitiert wurde. "Die Chats haben unsere Leute verunsichert. Sie sind genau in der Mitte der DNA der ÖVP gelandet. Genauso stört mich aber die Heuchelei, wo jetzt alle empört sind." Jeder, der behaupte, er habe noch nie einen Kraftausdruck verwendet - "das stimmt einfach nicht", erklärte er.

Wenn's eng wird...

Warum er sich nicht von seinem Parteikollegen Sebastian Kurz distanziere, begründete Haslauer so: "Im Erfolg hat man immer Freunde und der Erfolg ist immer eine Sache vieler. Aber dann wenn's eng wird, verflüchtigen sich viele. Das ist nicht mein Weg." Österreich brauche eine politische Mitte, die stark sei und die man sich nicht wegschießen lassen dürfe. Die Vernichtung der ÖVP dürfe man nicht zulassen, meinte der Landesparteiobmann und munterte seine Parteifreunde auf, zusammenzuhalten und nicht die Köpfe hängen zu lassen.

Haslauer betonte in seiner Rede, dass der Zusammenhalt in der Gesellschaft gerade in schwierigen Zeiten von enormer Bedeutung sei und die Sorgen aller Menschen ernst zu nehmen seien. "Als christlich-soziale Partei ist unser Selbstverständnis von Respekt, Zuversicht und Zusammenhalt geprägt. Dessen müssen wir uns jeden Tag auf's neue bewusst sein, um als politische Mitte die Zukunft bestmöglich für die Salzburgerinnen und Salzburger zu gestalten", wurde er in einer Aussendung der ÖVP zitiert. Hauptaufgabe der Politik sei es, Brücken im Interesse aller zu bauen.

Fokus Klimapolitik

Der Landesparteiobmann ging auch auf den Klimawandel ein. Seine Auswirkungen seien Realität, die "mitten in unserer Gesellschaft" angekommen sei. "Im Sinne unseres christlichen Weltbildes sehen wir es als unsere Verantwortung, noch stärker als bisher in den Schutz unseres Lebensraumes zu investieren und den Menschen in den Mittelpunkt des Handelns zu rücken." Er verwies auf die "eingeleitete Mobilitätswende", die mit dem heute in Salzburg vorgestellten 365 Euro-Jahresticket an Fahrt aufnehme, obwohl dies lediglich ein Zwischenschritt sei, "wenn auch ein großer". Salzburg brauche einen Mix aus Maßnahmen in den Bereichen Infrastrukturbau, Angebotsverbesserung- und Attraktivierung im Öffentlichen Verkehr sowie innovativer Konzepte beim Individualverkehr.

Zweitwohnsitze im Visier

Der sparsame Umgang mit Grund und Boden ist für Haslauer ein zentraler Hebel für eine zukunftsorientierte Politik, die den Menschen Raum für Wohnen und der Natur ihren Platz lasse. Der - nach Fehlentwicklungen in der Vergangenheit - "konsequent eingeschlagene Weg" in der Raumordnungs- und Wohnpolitik umfasse keine Neuausweisung von Zweitwohnsitzgebieten, die Einführung einer Zweitwohnsitz- und Leerstandsabgabe, eine Neuordnung des Grundverkehrs, die Neuaufstellung eines Landesentwicklungsprogramms sowie die Erstellung von Regionalprogrammen.

Kommentare (6)
Vielgut1000
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Danke Herr LH Haslauer.

Mit Ihren Aussagen waren Sie sehr mutig Herr Landeshauptmann Haslauer.

Lodengrün
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Als Jurist

der er ist müsste es ihn den Magen umdrehen und Kurz parteilich zur persona non grata erklären. Dafür fehlen ihm aber die coronjes.

ohooho
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99,77%

message control, manipulierte umfragen, steuerzahler finanzierte parteileistungen, herabwürdigungen usw. usw. und dann 99,4% /kurz) 99,77% jetzt haslauer. totalitäre taaten lassen grüßen .............

Lodengrün
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WIR

betreiben Hexenjagd. So Khol. Klar die warten noch auf eine Entschuldigung von unserer Seite. Auch das die Kinder um Unterstützung umgefallen sind weil Herr Kurz das torpediert hat ist eine Lappalie.

SoundofThunder
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Und wenn der Kurz wirklich angeklagt wird und zurück tritt…

…. spätestens dann putzt er sich ab und kennt ihn nicht.

UHBP
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Wilfried Haslauer signalisierte auch Loyalität zu Sebastian Kurz.

Signalisiert find ich lustig. Nicht Fisch und nicht Fleisch! Vor einem Monat wäre er wohl zu 100 Prozent hinter ihm gestanden.
Wer hätte sich vor ein paar Wochen gedacht, dass die PRW mehr rückhalt in der eigenen Partei hat als der Basti.
Bei Basti schließen die Länderchefs schon eine Rückkehr aus. Die suchen schon Nachfolger für Basti, Blümel, Nehammer, Edtstadler und nicht vergessen die Liebe Elli.